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Italien vor dem Aus(stieg)?

Liebe Leser,

Bella figura macht Bella Italia leider schon lange nicht mehr. Italiens Wirtschaftsmotor kommt nicht auf Touren, die Jugendarbeitslosigkeit ist mit fast 40 Prozent eine der höchsten in Euroland. Die Industrieproduktion der drittgrößten Volkswirtschaft in der Eurozone leidet noch immer unter den Spätfolgen der Finanzkrise. Bis heute produzieren die Industriebetriebe zwischen Mailand und Messina fast 25 Prozent weniger als im Jahr 2007.

Die EZB, das macht der aktuelle Finanzstabilitätsbericht deutlich, fürchtet um die Stabilität Italiens. Vor allem der Bankensektor ist in einem desaströsen Zustand. Italienische Kreditinstitute sitzen auf faulen Krediten in Höhe von 360 Milliarden Euro. Sie machen mittlerweile 80 Prozent des Eigenkapitals aus. Parallel dazu fließt massenhaft Kapital aus dem Land ab. Die Banca Italia räumt Verbindlichkeiten gegenüber dem Euro-System von über 350 Milliarden Euro ein, so viel wie seit 2012 nicht mehr.

Zudem befinden sich nahezu 80 Prozent der italienischen Bankanleihen im Besitz inländischer Anleger. Zum Vergleich: in Deutschland ist es etwa ein Drittel. Käme es zu einem Schuldenschnitt, wären davon Millionen Sparer – und damit Wähler – direkt betroffen. Aus diesem Grund würde keine Regierung in Rom eine Bankensanierung wagen.

Das nährt Spekulationen über einen möglichen Italexit. Analysten schätzen die Wahrscheinlichkeit eines Ausscheidens Italiens aus der Eurozone sogar höher ein als den Grexit: Rom führt in diesem zweifelhaften Ranking momentan mit 9,9 Prozent vor Athen mit 8,5 Prozent. Zudem sind die Italiener zunehmend Euro müde. Inzwischen will Umfragen zufolge jeder Zweite den Austritt des Landes aus der europäischen Gemeinschaftswährung.

Ein Kollaps Italiens oder Griechenlands könnte Vorbote einer weitaus größeren Katastrophe sein. So warnt der Internationale Währungsfonds (IWF) im jüngsten Global Fiscal Monitor vor einer Wiederauflage der weltweiten Finanzkrise. Sorgen bereitet den Ökonomen vor allem die Verschuldung.

Die globalen Gesamtschulden belaufen sich aktuell auf 152 Billionen Dollar, ein trauriger Rekord seit dem Zweiten Weltkrieg. Diese unvorstellbare Summe entspricht 225 Prozent des Welt-Bruttosozialprodukts. Rund ein Drittel des Schuldenbergs haben Regierungen aufgehäuft, für zwei Drittel sind private Unternehmen rund um den Globus verantwortlich.

Der ungehemmte Marsch in die Verschuldung ist allerdings kein Privileg Italiens oder Griechenlands. Auch Peking gibt gerade Geld mit vollen Händen aus. Laut McKinsey haben die Schulden der Volksrepublik seit 2000 um über 26 Billionen Dollar zugenommen. Lag die Gesamtverschuldung Chinas im Jahr 2008 noch bei 145 Prozent des BIP, dürften es mittlerweile über 250 Prozent sein.

Eine Besorgnis erregende Entwicklung. Mit seiner Warnung vor einer erneuten Finanzkrise globalen Ausmaßes steht der IWF nicht allein. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel beispielsweise sieht vor allem durch den Schuldenanstieg und die Niedrigzinspolitik der nationalen Notenbanken die Weltwirtschaft akut gefährdet.

Mit anderen Worten: Egal ob sie nun in Europa, Asien oder in Trumps Amerika ihren Ausgang nimmt, die nächste Krise kommt wie das Amen in der Kirche. Und sie wird mit Sicherheit auch wieder wirtschaftlich starke Staaten wie Deutschland in Mitleidenschaft ziehen. Es ist nur eine Frage der Zeit.

In diesem Sinne hoffe ich auf ein gutes Jahr 2017 für uns alle.

Mario Ohoven

Foto: Thomas Imo

Deutschland-News

Plan B für TTIP

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V. li.: Matthias Pippert (EVG Verkehrsgewerkschaft), Dr. Hans-Jürgen Völz (BVMW Leiter Volkswirtschaft), Dr. Wolfgang Storz (Moderator), Karsten Köhler (Fachanwalt für Vergaberecht), Gabi Zimmer (MdEU, Fraktionsvorsitzende GUE/NGL).

Auf der Fachkonferenz zur Novellierung des Thüringer Vertragsgesetzes im thüringischen Landtag sprach BVMW Chefvolkswirt Dr. Hans-Jürgen Völz über das neue Vergaberecht. Bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen wird nicht mehr das günstigste mit dem wirtschaftlichsten Angebot gleichgesetzt, sondern es werden zukünftig weitere Kriterien bei der Entscheidung miteinbezogen. Neben der Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen sowie regionalen Wirtschaftskreisläufen soll gute Arbeit geschätzt werden. Wichtig sei dabei aber, dass keine neuen bürokratischen Hürden aufgebaut werden.

 


Großbritannien größter Gläubiger Deutschlands

Großbritannien hat die Niederlande überholt und hält etwa 13 Prozent aller Auslandsverbindlichkeiten Deutschlands. Besondere Brisanz erhält diese Zahl, da Großbritannien nach dem Brexit Referendum voraussichtlich im Jahr 2021 aus der EU austreten wird. Damit würde ein Nicht-EU-Staat zum größten ausländischen Gläubiger Deutschlands werden. EU-Staaten halten derzeit gut 72 Prozent der deutschen Auslandsverbindlichkeiten.

Die Schuldenentwicklung außerhalb der EU zeigt für 2015 eine sinkende Tendenz: Die Verschuldung Deutschlands sowohl gegenüber Japan als auch China ist teilweise deutlich zurückgegangen, während sie gegenüber den USA konstant geblieben ist. Insgesamt gab es einen leichten Rückgang der deutschen Auslandsverschuldung von 4.497 Milliarden Euro im Dezember 2014 auf 4.494 Milliarden Euro im Dezember 2015.

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Big Brother neues Verpackungsgesetz

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V. li.: Dr. Hans-Jürgen Völz (BVMW Chefvolkswirt), George McGregor (Interel Group) und Enno Bernzen (Generalsekretär BVMW Bundeswirtschaftssenat).

Über die Folgen des Brexit diskutierte der BVMW in der Bundeszentrale Berlin mit Mitgliedsunternehmen bei einem Informationsfrühstück mit George McGregor, Standortleiter London und Managing Partner der Interel Group. Nach Ansicht von McGregor wird die englische Ministerpräsidentin Theresa May am Brexit festhalten. Die Umsetzung wird aber in der vorgegebenen Zeit schwierig werden, da Großbritannien schlicht das Personal dafür fehlt. McGregor sieht keine Chancen für einen Austritt Schottlands aus dem Vereinigten Königreich, um dann der EU beizutreten. Dies wäre nur mit einer neuen Unabhängigkeitsabstimmung möglich. EU-Staaten wie Spanien werden einem Sonderstatus Schottlands in der EU nicht zustimmen, da dies die Unabhängigkeitsbewegungen im eigenen Land unterstützen kann. Die Brexit Verhandlungen werden die EU und Großbritannien noch die nächsten Jahre beschäftigen. McGregor appellierte an die EU, faire Verhandlungen zu führen. Vor allem aus deutscher Sicht sollten die wirtschaftlichen Risiken minimiert werden. Großbritannien ist mit seinen 60 Millionen Konsumenten einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands innerhalb der EU. Allein 2015 exportierten deutsche Unternehmen Waren in Wert von knapp 90 Milliarden Euro in das Vereinigte Königreich.

Luxemburg – Vorreiter der Digitalisierung

Die zunehmende Globalisierung und Digitalisierung ist dabei, unsere Welt und die Art und Weise, wie wir leben, vollkommen zu verändern. Wir brauchen deshalb neue und mutige Lösungen, um die enormen Herausforderungen, die auf allen Gebieten vor uns liegen, zu bewältigen.

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Diese Entwicklungen bieten unwahrscheinliches Potenzial für unsere Wirtschaft; sie werden aber auch zu einigen tiefen Einschnitten in unseren gewohnten wirtschaftlichen und sozialen Strukturen führen. Deshalb müssen wir jetzt mutige Entscheidungen treffen und die Weichen für die Zukunft stellen.

Als Politiker haben wir die Aufgabe, die richtigen Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen und somit die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe und den Wohlstand unserer Gesellschaft zu sichern. Wir müssen für zukunftsorientierte Ausbildung sorgen und junge Leute anspornen, sich an neue innovative Berufe heranzuwagen. Nur durch massive Investitionen in Forschung, Entwicklung und Ausbildung werden unsere Länder auch zukünftig der weltweiten Konkurrenz die Stirn bieten können.

Luxemburg hat in den letzten 15 Jahren erhebliche Ressourcen in den Ausbau neuer Wirtschaftszweige gesteckt, insbesondere wurde in Infrastruktur, Forschung und Ausbildung investiert. Zukunftsbereiche wie Biotech, Materialforschung und Fintech wurden aufgebaut. Und, was noch wichtiger ist, wir haben sehr stark in digitale Infrastrukturen investiert, denn sie sind wesentlich für die Umsetzung zukunftsorientierter Wirtschaftszweige.

Heute sind die Informations- und Kommunikationstechnologien unser wichtigster Wachstumssektor. Wir sind bemüht, unsere Unternehmen in ihrem Digitalisierungsprozess zu unterstützen, indem wir ihnen Zugang zu einer qualitativ hochwertigen IT-Infrastruktur bieten und die Gesetzgebung modernisiert haben. Um gute Gesetze zu formulieren, das heißt sowohl wirtschaftsfreundlich als auch dem Konsumenten und Datenschutz zugewandt, müssen Politiker verantwortlich und vorausschauend agieren.

Auch die Forschung wurde in diesem Bereich in Luxemburg unermüdlich vorangetrieben, und wir können heute auf international anerkannte Forschungszentren, wie das „Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust“ stolz sein. Dieses Umfeld ließ viele internationale Unternehmen aus dem IKT-Bereich auf Luxemburg aufmerksam werden und sie haben sich bei uns niedergelassen.

IKT betrifft jedoch nicht nur die Unternehmen, die in dieser Branche tätig sind, sondern ist im Zeitalter der Digitalisierung für alle Unternehmen ein wichtiges Thema. Deshalb hat Luxemburg kürzlich die Initiative „Digital Lëtzebuerg“ ins Leben gerufen. Das Großherzogtum hat sich hiermit eine globale digitale Strategie gegeben, welche Themen umfasst wie die Digitalisierung der staatlichen Dienstleistungen; den Aufbau fachlicher Kompetenzen; Innovation im Servicebereich des Finanzsektors oder den Ausbau progressiver Kompetenznischen für neue Märkte.

„Digital Lëtzebuerg“ steht für ein konsequentes und entschlossenes Umsetzen einer nationalen Strategie, um aus Luxemburg ein Synonym für ein modernes, offenes und hoch vernetztes Land zu machen, welches für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft der Zukunft bereit ist.

Luxemburg verfügt über ein ausgezeichnetes Glasfasernetz und erfreut sich besonders niedrigerLatenzzeiten. Nicht zuletzt ist das Großherzogtum bekannt für seine außerordentlich hohe Dichte an Hochsicherheits-Datenzentren, den sogenannten Tier IV Datenzentren.

Aber es geht nicht nur um neue Branchen und Sparten: Die klassische Industrie wird sich insbesondere auch der Digitalisierung stellen müssen und damit das Zeitalter der 4. industriellen Revolution betreten. Wir begleiten die Unternehmen im Prozess der Digitalisierung und bereiten Arbeitnehmer durch Aus- und Weiterbildung auf die Veränderungen in der Arbeitswelt vor, denn Wissen ist Trumpf.

Deutschland ist nicht nur unser Nachbarland und unser wichtigster Handelspartner, sondern in einigen Gebieten auch ein Vorbild für Luxemburg. Besonders bei der Ausbildung der Fachkräfte, aber auch bei der Innovationsstärke der mittelständischen Betriebe ist Deutschland nicht ohne Grund eine Klasse für sich.

Genau wie Deutschland hat auch Luxemburg einige wenige „Hidden Champions“, die in ihrem Bereich weltweit marktführend sind. Dennoch gibt es Unterschiede zwischen den Wirtschaftsstrukturen unserer Länder.

Luxemburg hat sein Wachstum neben den einheimischen Spitzenunternehmen wie SES, Eurocomposite, Rotarex oder IEE, vor allem der Zuwanderung ausländischer Unternehmen zu verdanken. Große Namen wie Goodyear, Dupont und Delphi oder auch Fanuc sind seit einigen Jahrzehnten in Luxemburg ansässig und tragen mit ihrer Wirtschaftsleistung und Technologie zum nationalen Wohlstand bei.

Die schnelle Anpassungsfähigkeit und die Internationalität machen uns für Investoren und Arbeitnehmer gleichermaßen interessant. Die Anzahl der Erwerbstätigen hat sich in den letzten 20 Jahren nahezu verdoppelt, während sie im EU-Durchschnitt nur um knapp 20 Prozent stieg. Das gleiche gilt für das Bruttoinlandsprodukt, das sich in Luxemburg mehr als verdreifacht hat, während es sich im Euroraum verdoppelte.

Wir Politiker müssen Mut haben und uns der Verantwortung stellen. Ich bin mir sicher, dass wir es weiterhin schaffen werden, der Wirtschaft ein innovatives und dynamisches Umfeld zu bieten, und dass wir so dazu beitragen, dass Europa und seine Wirtschaft auch in Zukunft für den globalen Wettbewerb gut aufgestellt sein werden. Luxemburg, genau wie Deutschland, hat die Herausforderungen erkannt und die Weichen für die Zukunft gestellt.

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Kultur- und Kreativwirtschaft als Impulsgeber für den Mittelstand

Mit der „Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft“ will die Bundesregierung die Kreativwirtschaft und den Mittelstand miteinander vernetzen. Koordiniert wird die Initiative vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und der Beauftragten für Kultur und Medien.

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Die Kultur- und Kreativwirtschaft wirkt in alle Branchen. Sie ist Innovationsmotor und Impulsgeber. Mit Hilfe von Produkten und Dienstleistungen aus der Kreativwirtschaft können heute wichtige gesellschaftliche Prozesse und Entwicklungen begleitet und gesteuert werden, beispielsweise in der Flüchtlingshilfe, im Gesundheitswesen und in der Bildung.

Auch der Mittelstand profitiert. Nicht nur von Designern oder Architekten, sondern weit darüber hinaus. Die Bandbreite reicht von Anwendungen aus der Games-Industrie, die im Automotive-Bereich oder der in Medizintechnik genutzt werden, bis hin zu Unternehmen, die ihre Vertriebsstrategien mithilfe von Künstlern und Theaterschaffenden erfolgreich neujustieren konnten. Im Zeitalter der Digitalisierung sind die Kreativbranchen häufig genug Vorreiter für Anwendungen und Konzepte, die vorher undenkbar erschienen. International wird dies zunehmend erkannt, erstmals hat auch die US-Regierung in diesem Jahr die Kreativindustrie als wertschöpfungsrelevante Branche anerkannt, die anderen Branchen Wettbewerbsvorteile verschaffen kann und selbst zur Wertschöpfung beiträgt.

Deutschland schläft nicht. Schon 2007 hat die Bundesregierung die „Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft“ gestartet. Zentrales Ziel der „Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft“ ist es, die Bedeutung der Branche stärker in die Öffentlichkeit zu tragen, Vernetzung mit anderen Branchen zu ermöglichen und zur Wettbewerbsfähigkeit beizutragen. Kaum jemand weiß: Mehr als 250.000 Unternehmen in elf Teilmärkten und über eine Million Erwerbstätige erwirtschaften einen Jahresumsatz von knapp 150 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Private Unternehmen wohlgemerkt – ganz ohne Betrachtung von staatlich subventionierten Museen oder Opernhäusern, die die Kultur als solches bereichern.

Daher ist es gut und richtig, dass es ein Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes jetzt mitten in Berlin gibt. Seit Beginn des Jahres arbeitet das Kompetenzzentrum daran, die Marktchancen für kreative Unternehmen zu verbessern und die Vernetzung auch mit dem Mittelstand voranzutreiben. Das Kompetenzzentrum wird dazu beitragen, die Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft als eigenständige Wirtschaftsbranche und Innovationsmotor noch stärker sichtbar zu machen. Im Mittelpunkt der Arbeit steht dabei auch die Initiierung und Begleitung von Kooperationen zwischen der Kreativwirtschaft und anderen Branchen.

Das Kompetenzzentrum hilft dabei, internationale Kooperationspartner für die Tätigkeit auf Auslandsmärkten zu gewinnen. Und es begleitet Entwicklungen aus kulturellen und gesellschaftlichen Prozessen. Die im Kompetenzzentrum tätigen Transfer-Agenten bereiten die Themen zielgruppenspezifisch auf und sorgen für eine breite Vermittlung. Ergänzend werden Fakten und Analysen aus der internationalen Wissenschaft und Forschung für Akteure in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aufbereitet.

Seit Beginn des Jahres arbeitet das Kompetenzzentrum daran, die Marktchancen für kreative Unternehmen zu verbessern und die Vernetzung auch mit dem Mittelstand voranzutreiben.

Ein Schwerpunkt der Arbeit des Kompetenzzentrums ist das Angebot von Veranstaltungen. Bundesweit geben rund 100 Veranstaltungen pro Jahr Impulse und machen Best-Practice-Beispiele direkt erfahrbar. Im Vordergrund steht dabei die Vernetzung: Wir wollen die Kreativwirtschaft mit anderen Wirtschaftsbranchen zusammenbringen.

Mit diesen unterschiedlichen Bausteinen wollen wir die Kultur- und Kreativwirtschaft aus der Nische in die Mitte der Gesellschaft holen. Wir wollen die Kompetenzen und Potenziale der Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft für bisher branchenfremde Unternehmen und Akteure erlebbar machen. Gerade im digitalen Zeitalter brauchen wir die Kreativität und Innovationskraft der Kultur- und Kreativwirtschaft, von Künstlern und Kreativschaffenden. Damit schaffen wir einen Mehrwert für alle Zielgruppen: Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.

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Globalisierung im Gegenwind

Freihandelsgegner gewinnen an Einfluss. Deutschland muss als Europas Exportnation Nummer Eins endlich gegensteuern.

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Lange Zeit galten die Heilsversprechen der Globalisierung universell als gesetzt: Mehr Handel war gleichbedeutend mit mehr Wachstum, Arbeitsplätzen und mit Zuwachs an Wohlstand. Doch die Zahl derer nimmt weltweit zu, die diesen Zusammenhang nicht mehr vorbehaltlos akzeptieren. Auch in Deutschland, das besonders stark vom internationalen Handel profitiert, zieht die Skepsis gegenüber der Globalisierung immer weitere Kreise.

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Noch vor zehn Jahren hätte die Öffentlichkeit von TTIP, TPP und Ceta kaum Notiz genommen, heute demonstrieren Hunderttausende auf den Straßen und verfassen ablehnende Online- Petitionen. Der Grund: Neben vielen Gewinnern produziert die zunehmende Integration der Weltwirtschaft auch Verlierer. Das spiegelt sich in der rapide sinkenden Zustimmung zur Globalisierung wider. Einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung zufolge sank der Anteil der Deutschen, die Freihandel befürworten, von 88 Prozent im Jahr 2014 auf zuletzt 56 Prozent. Dabei steht die Weltwirtschaft am Anfang einer Entwicklung, die erst vor einem Vierteljahrhundert wieder so richtig Fahrt aufnahm.

Die Integration der Welt durch große Ströme von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Menschen, kurz Globalisierung genannt, ist kein Prozess, der erst in den letzten 25 Jahren einsetzte. Die erste Globalisierungswelle begann vor mehr als 100 Jahren, und sie war deutlich stärker als heute. Vor allem die finanzielle Integration der damaligen Schwellen- und Entwicklungsländer verlief intensiver. Privates Kapital der reichen Länder des Nordens wurde im großen Stil für Investitionen in weniger entwickelte Regionen der südlichen Hemisphäre gelenkt. So erreichte knapp die Hälfte der gesamten Auslandsinvestitionen vor Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 weniger entwickelte Regionen der Welt; nach 1990 waren es nur rund zehn Prozent. Gemessen an der Wirtschaftskraft der Industrieländer gibt es heute wesentlich weniger Direktinvestitionen in den Schwellenländern. Mangelnde Verlässlichkeit, nicht funktionierende Rechtssysteme, die Eigentumsrechte schützen, und Vertragsfreiheit sowie die Durchsetzung von Verträgen garantieren, erschweren heutzutage den Kapitalexport und die Entstehung neuer Märkte für deutsche Produkte.

Dass die Globalisierungsskepsis gerade in Deutschland so stark um sich greift überrascht, schließlich profitiert doch gerade die größte Volkswirtschaft Europas mit ihrer ausgeprägten Exportorientierung besonders von den internationalen Absatzmärkten. Als Ausrüster der sich in immer stärkerem Maße industrialisierenden Schwellenländer hat die deutsche Wirtschaft vom Aufstieg der Emerging Markets profitiert. Vorteile hatten aber nicht nur die Unternehmen. Auch die Verbraucher verzeichneten niedrigere Preise und eine größere Produktauswahl. Konkret lässt sich der Preisvorteil für Deutschland anschaulich belegen: Die Importpreise stiegen seit der Wiedervereinigung um insgesamt knapp fünf Prozent, während die Preise für private Konsumgüter zwischen 1991 und 2015 um über 41 Prozent deutlich stärker anzogen. Die preisdämpfende Wirkung der Globalisierung ließ die Realeinkommen und damit die Kaufkraft steigen.

Klare gesamtwirtschaftliche Vorteile der Globalisierung dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass nicht alle gleichermaßen Profiteure sind. Vor allem bei jungen und geringqualifizierten Beschäftigten in der Industrie machte sich der Globalisierungsdruck bemerkbar. Stark steigende Importe aus Ländern mit niedrigeren Arbeitskosten führten dort zu Einkommenseinbußen und Arbeitsplatzverlusten. Bei ihnen fällt die Kritik an der Globalisierung auf fruchtbaren Boden.

Gegner der Globalisierung formieren sich aber nicht nur in Deutschland. Während TTIP 2016 faktisch gescheitert zu sein scheint, hat Ceta die Hürden in Deutschland gerade noch so mit Mühe und Not genommen. In vielen Ländern gewinnen indes Freihandelsgegner und Globalisierungs- skeptiker zusehends mehr Einfluss auf die Politik. Dies bleibt nicht ohne negative Rückwirkungen. Beschränkungen des Welthandels greifen schleichend, aber beständig um sich. Russland und Indien schützen gezielt Wirtschaftszweige. In den USA sorgen Kampagnen gegen China und Mexiko dafür, dass internationale Wettbewerber zu Feindbildern eigener Unternehmen stilisiert werden, denen man sich mit Protektionismus entgegenstemmen muss. Die Transpazifische Partnerschaft TPP zwischen zwölf Pazifik-Anrainern hat in diesem Klima kaum noch eine Chance, ratifiziert zu werden.

Was wir jetzt brauchen sind Politiker, die protektionistischen Forderungen widerstehen, Märkte öffnen, für Wachstum und Wettbewerb und für die Verbesserung unternehmerischer Rahmenbedingungen eintreten.

Kaum verwunderlich, dass sich die veränderte politische Stimmung inzwischen auch in Zahlen niederschlägt. Der Welthandel nimmt kaum noch zu, wie jüngst der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank feststellten. Das Erlahmen der Globalisierung belegen IWF-Analysen sehr anschaulich: Der Austausch von Waren und Dienstleistungen ist von 2012 bis 2015 nur halb so schnell gewachsen wie im Durchschnitt der Jahrzehnte seit 1960. Brach der internationale Handel früher in Rezessionsphasen ein, erholte er sich dann rasch; im Schnitt der vergangenen fünf Jahrzehnte wuchs der Welthandel etwa doppelt so schnell wie die Wirtschaft insgesamt. Das ist vorbei. Seit 2012 hält er kaum noch mit der Wirtschaftsentwicklung Schritt. Für Deutschland ist dieser Trend bedrohlich, denn das auf Export ausgerichtete Wirtschaftsmodell funktioniert nicht mehr. Insbesondere die Ausfuhr von Investitionsgütern, eine deutsche Spezialität, leidet darunter. Wohlstandszuwächse wie in den Jahren zuvor erscheinen kaum noch möglich. Hoffnungen, durch Errichten von Handelsschranken Jobs zu erhalten und Lebensstandards zu steigern, sind aber vergebens.

Was wir jetzt brauchen sind Politiker, die protektionistischen Forderungen widerstehen, Märkte öffnen, für Wachstum und Wettbewerb und für die Verbesserung unternehmerischer Rahmenbedingungen eintreten. Zugleich müssen Globalisierungsverlierer mitgenommen werden. Eine funktionierende soziale Marktwirtschaft mit Fördern und Fordern bildet dafür das richtige Fundament. Insbesondere sollte Wert auf die frühkindliche Bildung und die berufliche Ausbildung gelegt werden, denn sie stehen am Anfang der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Es bedarf keiner Neubewertung der Globalisierung. Vielmehr sollte die Politik durch kluge Richtungsentscheidungen dafür Sorge tragen, viele Menschen besser und möglichst wenige schlechter zu stellen.

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Erbschaftsteuerreform: Neue Belastungen für den Mittelstand

Das Vermittlungsergebnis zur Neuregelung von Erbschaft- und Schenkungssteuer bringt eine Vielzahl von Verschärfungen für den Mittelstand. Das letzte Wort dürfte erneut Karlsruhe haben.

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Das Vermittlungsergebnis zur Neuregelung des Erbschaftsteuer- und Schenkungssteuergesetzes hat Bundestag und Bundesrat passiert. Es beinhaltet für kleine- und mittelständische Unternehmen eine Vielzahl von Verschärfungen gegenüber den bislang gültigen Regelungen. Zudem tritt die Neufassung der Steuerprivilegien für Betriebserben mit den verschärften Verschonungsregeln für große Unternehmensvermögen rückwirkend zum 1. Juli in Kraft. Die Folge: Auf Firmenerben kommen spürbare Mehrbelastungen zu. Nachfolgend werden die zentralen Änderungen vorgestellt:

Der steuerfreie Übergang von Betrieben an die nächste Generation bleibt im Grundsatz möglich. Der Gesetzgeber hat jedoch auf Grund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts die Hürden dafür höhergelegt. Dazu muss der Erbe oder Beschenkte nachweisen, dass der Betrieb und die Arbeitsplätze erhalten bleiben. Konkret gilt: für einen Steuererlass von 85 Prozent muss der Betrieb mindestens fünf Jahre erhalten bleiben, und die Lohnsumme am Ende des Zeitraums darf nicht unter 400 Prozent der Ausgangslohnsumme liegen. Um die Erbschaftsteuer komplett erlassen zu bekommen, muss der Betrieb sieben Jahre fortbestehen und die Lohnsumme am Ende bei 700 Prozent der Ausgangslohnsumme liegen. Für kleine Betriebe bis zu 20 Beschäftigten galt bislang keine Lohnsummenklausel. Diese Grenze liegt bei fünf Angestellten.

Bislang spielte die Frage nach der Größe des begünstigten Betriebsvermögens keine Rolle. Künftig gibt es eine Schwelle in Höhe von 26 Millionen Euro. Liegt der Betriebserbe oder Beschenkte darüber, hat er zwei Möglichkeiten:

  1. Offenlegung des Privatvermögens. Davon wird bis zu 50 Prozent zur Begleichung der Steuerschuld herangezogen.
  2. Abschlagszahlung. In Schritten von 750.000 Euro verringert sich die Verschonung um je einen Prozentpunkt. Bleiben Betrieb und Lohnsumme sieben Jahre stabil, beträgt die Verschonung 100 Prozent. Ab 26,75 Millionen Euro Betriebsvermögen sind es nur noch 99 Prozent, ab 27,5 Millionen Euro 98 Prozent usw. Die Grenze, ab der kein Steuerrabatt mehr gewährt wird, liegt bei 90 Millionen Euro.

Sieht sich ein Erbe nicht in der Lage, seine Steuerschuld zu begleichen, kann er die Stundung beantragen. Dieser Aufschub kann maximal für sieben Jahre gewährt werden, wobei ab dem zweiten Jahr Zinsen fällig werden.

Für Familienunternehmen gilt eine komplizierte Sonderregelung. Als Familienunternehmen werden dabei zukünftig nur noch solche Betriebe angesehen, die im Gesellschaftervertrag oder in der Satzung festgelegt haben, dass die Gesellschafter nicht mehr als 37,5 Prozent des Nachsteuergewinns für sich entnehmen dürfen. Hinzu kommt, dass Firmenanteile nur mit Abschlag an Familienmitglieder, Mitgesellschafter oder eine Familienstiftung verkauft werden dürfen. Dabei mindert der Abschlag den Wert des geerbten Betriebsvermögens. Der Vorab-Abschlag darf aber nicht über 30 Prozent liegen. Regelungen im Gesellschaftervertrag müssen zwei Jahre vor und 20 Jahre nach dem Tod des Erblassers beziehungsweise dem Zeitpunkt der Schenkung vorliegen.

Bislang spielte die Frage nach der Größe des begünstigten Betriebsvermögens keine Rolle. Künftig gibt es eine Schwelle in Höhe von 26 Millionen Euro.

 

Bürokratisch gestaltet sich auch die Abgrenzung des Betriebsvermögens. Wichtig: Steuerfreiheit wird nicht für den gesamten Betrieb gewährt, sondern nur für das Betriebsvermögen, sofern die Voraussetzungen dafür vorliegen. Das Verwaltungsvermögen wird dagegen nicht von der Steuer befreit. Weil die Aufteilung zwischen Betriebs- und Verwaltungsvermögen oft strittig ist, bleibt es bei einem Zuschlag in Höhe von zehn Prozent des Verwaltungsvermögens, dass auch wie begünstigtes Betriebsvermögen behandelt wird. Hierbei gilt: Wer nicht nur zu 85 Prozent, sondern zu 100 Prozent von der Steuer befreit werden will, darf nicht mehr als 20 Prozent Verwaltungsvermögen im Betrieb haben. Überschreitet das Verwaltungsvermögen 90 Prozent des gesamten Betriebsvermögens, gibt es keine Steuerverschonung. Sonderregelungen mit Begünstigungen gibt es für folgende Fälle:

  1. Mittel zur Altersversorgung
  2. Verpachtete Firmengrundstücke können unter bestimmten Umständen begünstigt werden.
  3. Es wird eine Investitionsklausel eingeführt: Gelder, die der Erblasser nachweislich investieren wollte, werden begünstigt, wenn sie innerhalb von zwei Jahren für Investitionen verwendet werden.
  4. Geld und Finanzmittel können zu 15 Prozent dem steuerrechtlich begünstigten Vermögen zugerechnet werden (bisher waren es 20 Prozent).

Bewertung:
Die Reform der Erbschaftsteuer ist aus Sicht des Mittelstands misslungen. Schon jetzt ist absehbar, dass sich das Bundesverfassungsgericht erneut mit ihr beschäftigen wird. Am einfachsten und unbürokratischsten wäre die Abschaffung der Erbschaftsteuer. Alternativ könnte sie auch in die Hände der 16 Bundesländer übergehen, die den Steuersatz autonom festlegen. Die dritte denkbare Variante ist die Einführung einer nachgelagerten Erbschaftsteuer, die erst beim Verkauf des Betriebs oder von Unternehmensanteilen durch den Erben greift.

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Mittelstandspräsident im Dialog

Als Keynote-Speaker oder Laudator, mit der Teilnahme an zahlreichen Veranstaltungen und in Gesprächen mit hochkarätigen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft öffnet Mario Ohoven Türen für den unternehmerischen Mittelstand.

Neue Geschäftschancen in Tunesien

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Mario Ohoven mit dem tunesischen Botschafter Elyes Kasri…

In Berlin trafen sich Mario Ohoven und der tunesische Botschafter Elyes Kasri zu einem vertraulichen Gespräch über die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen in Tunesien. Mit Reformvorhaben und der Investorenkonferenz „Tunisia 2020“ versucht die tunesische Regierung, der Wirtschaft neuen Schub zu verleihen. Auf der Konferenz wurden einem internationalen Publikum geplante Infrastrukturprojekte, Geschäftschancen und die Reformpläne der tunesischen Regierung vorgestellt. Hierzu zählt auch das im September 2016 vom Parlament erlassene Investitionsgesetz. Auf Einladung von Karsi war der BVMW mit der Abteilung Außenwirtschaft auf der Konferenz vertreten.

Deutsch-estnische Zusammenarbeit

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… mit dem neuen estnischen Botschafter Dr. Mart Laanemäe und…

Mit dem kleinen, aber hoch innovativen EU-Mitgliedsstaat Estland, das sich innerhalb Europas als Digitalisierungs-Hub versteht, verbindet den BVMW eine sehr enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die mit einem Deutsch-Estnischen Wirtschaftsforum im vergangenen Jahr seinen Anfang nahm, mit zwei Unternehmerreisen nach Tallinn fortgesetzt wurde und der Rede des estnischen Premierministers Taavi Roivas beim BVMW-Jahresempfang seinen vorläufigen Höhepunkt fand. Hinzu kommen Kooperationen auf Länderebene mit Sachsen-Anhalt und in jüngster Vergangenheit eine Digitalisierungskonferenz in Berlin. In einer vertraulichen Begegnung zwischen BVMW-Präsident Mario Ohoven und dem neuen estnischen Botschafter Dr. Mart Laanemäe wurden weitere gemeinsame Aktivitäten ausgelotet.

n-tv Mittelstandspreis: viele ausgezeichnete BVMW-Mitgliedsunternehmen

„Innovative Mittelständler sichern die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Damit der Mittelstand auch in Zukunft seine Aufgabe erfüllen kann, brauchen wir eine steuerliche Forschungsförderung wie in 28 von 34 OECD-Staaten.“ Das sagte Mario Ohoven bei der Verleihung des n-tv Mittelstandspreises „Hidden Champion 2016“. Der Nachrichtensender verlieh in Frankfurt am Main zum sechsten Mal seinen Mittelstandspreis. Er würdigt mittelständische Unternehmen, die als Hidden Champions in der Öffentlichkeit meist wenig bekannt sind, aber in herausragender Weise zum Erfolg der deutschen Wirtschaft beitragen. „Wir sind als BVMW stolz, dass ein Drittel der ausgezeichneten Preisträger Mitglieder unseres Verbandes sind“, so Mittelstandspräsident Ohoven.

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… als Laudator bei der Verleihung des n-tv Mittelstandspreises „Hidden Champion 2016“.

Ausriss aus Mario Ohovens Terminkalender

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Foto unten: © n-tv

Europa-News

EU-Investitionsoffensive ausweiten

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Kommissionspräsident Jean Claude Juncker will die Laufzeit des nach ihm benannten Plans für mehr Wachstum und Arbeitsplätze verdoppeln und sein Volumen ausweiten. Er schlug vor, den Investitionspakt nach 2018 um drei Jahre zu verlängern und das Volumen auf 630 Milliarden Euro zu erhöhen, sofern sich die Mitgliedsstaaten finanziell beteiligen. Außerdem soll eine ähnliche Investitionsoffensive zugunsten von Entwicklungsländern gestartet werden, um die Fluchtursachen zu bekämpfen. „Die neue Offensive für Afrika wird Menschen Alternativen bieten, die sich andernfalls gezwungen sähen, auf der Suche nach einem besseren Leben den Tod zu riskieren“, sagte Juncker in einer Rede vor dem Europaparlament.

www.consilium.europa.eu/de/policies/investment-plan/

Foto: © photobuay - fotolia.com

 


Hohe Fehlzuteilung von EU-Geldern

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Die EU hat im vergangenen Jahr Fehlinvestitionen von 5,5 Milliarden Euro getätigt. Die Gelder sind in Projekte geflossen, die keinen Anspruch auf EU-Hilfe gehabt hätten, teilte der neue Präsident des Europäischen Rechnungshofes (EuRH) Klaus-Heiner Lehne mit. Als Beispiele für Fehlzuteilungen nennt der Rechnungshof zu hoch angesetzte Personalkosten bei EDV-Projekten oder die Auszahlung von Geldern an mittelständische Unternehmen in Tschechien, Italien und Polen, die diese Gelder nicht hätten bekommen dürfen. Bei den 5,5 Milliarden Euro handelt es sich nicht um Verschwendung oder Betrug, sondern um administrative Fehler, betonte der Rechnungshof. Lehne rief die EU dazu auf, künftig vorsichtiger bei der Zuteilung von Geldern zu sein. Ein akzeptables Niveau ist für den EuRH eine Fehlerquote von zwei Prozent.

www.eca.europa.eu/de

Foto: © zest_marina - fotolia.com

 


Russische Business Plattform

Die Region Novosibirsk hat in Russland den höchsten Grad der Wettbewerbsintensität und den vierten Platz für die Entwicklung von öffentlich-privaten Unternehmen. 2017 findet dort zum fünften Mal die internationale Business Plattform „Technoprom“ statt; Hauptthema ist die industrielle Revolution in den Bereichen Digitalisierung der Produktion, Robotik, Additiv-Technologie, „intelligente“ Materialien, neue Energielösungen, Management-Lösungen und Realisierungsprozesse.

Interessenten wenden sich bitte an das BVMW Auslandsbüro Russland: Elena Harrer, E-Mail: russland.moskau@bvmwonline.com, info-expont@gmx.de

 


Ethik-Problem: Lukrativer Seitenwechsel

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Mit ihrem schnellen Seitenwechsel in die Wirtschaft beflügelt die ehemalige EU-Kommissarin Neelie Kroes europakritische Stimmen. Nach ihrem Abschied schnappte sie sich gleich drei Lobby-Jobs: Bei einer amerikanischen Bank, einem US-Softwarekonzern und beim Onlinefahrdienst Uber. Ähnlich verhielten sich Ex-Kommissionspräsident Barroso und Ex-Justizkommissarin Reding. Dabei erhalten ausgeschiedene EU-Kommissare bis zu drei Jahre lang ein Übergangsgeld von 40 bis 65 Prozent ihres Grundgehalts. Bei Kroes ist von 12.700 Euro im Monat die Rede. Im Gegenzug müssen sie sich in den ersten achtzehn Monaten nach Dienstende neue Jobs von einem Ethik-Komitee genehmigen lassen. Dessen Zusammensetzung wird aber von der EU-Kommission selbst bestimmt. Deshalb fordert die Europa-Abgeordnete Ingeborg Gräßle (EVP), das Gremium mit unabhängigen Experten zu besetzen. Die EU-Mitgliedsstaaten haben nun beschlossen, künftigen Kommissaren nur noch zwei Jahre lang Übergangsgelder zu gewähren.

www.inge-graessle.eu

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EU-Regel macht Ärger auf Baustellen

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Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut gemacht. Das gilt auch für die EU-Verordnung zur Entsorgung von Styroporabfällen. Seit dem 1. Oktober gibt es auf Baustellen Ärger, wenn Dämmstoffe, die das Flammschutzmittel HBCD enthalten, entsorgt werden müssen. Die Verordnung stuft das Material als giftigen Sondermüll ein. Es gibt zu wenige spezialisierte Entsorger, das lässt die Kosten für die Entsorgung einer Tonne Styropor von 200 auf mehrere tausend Euro steigen. Die fatalen Folgen: Abbrucharbeiten können nicht stattfinden; Dachdeckerbetriebe nehmen Sanierungsaufträge, bei denen Styroporplatten eine Rolle spielen, gar nicht erst an; Auftraggeber wollen die Kostenexplosion nicht akzeptieren. Die Gefahr, dass wild entsorgt wird, dürfte erheblich zunehmen. In den Umweltministerien mehrerer Länder wird nun überlegt, wie man die Situation entschärfen kann.

www.enbausa.de

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Nord-Süd-Gefälle bei Arbeitslosen

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2015 war von den 22 Millionen Arbeitslosen in den 28 EU-Staaten fast jeder Zweite länger als zwölf Monate erwerbslos. In den südlichen EU-Ländern ist die Langzeitarbeitslosigkeit besonders hoch: Achtzehn Prozent in Griechenland, elf in Spanien, zehn in Kroatien. Die wenigsten Langzeitarbeitslosen gibt es in Großbritannien mit 1,5 und Luxemburg mit 1,6 Prozent. Nach einer Vergleichsstudie ist die Langzeitarbeitslosenquote in der EU fast doppelt so hoch wie vor Ausbruch der Wirtschaftskrise 2008, als sie nur 2,5 Prozent betrug.

www.bertelsmann-stiftung.de/langzeitarbeitslosigkeit

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Verbindliches Lobbyregister

In Europäischem Parlament, Ministerrat und der EU-Kommission sollen künftig die gleichen transparenten Regeln für den Umgang mit Lobbyisten gelten. „Wir schlagen eine einfache Regel vor: keine Treffen mit Entscheidungsträgern ohne vorherige Registrierung“, sagte der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans. Über das Register soll die Öffentlichkeit sehen, wer Lobbyarbeit betreibt, wen Lobbyisten vertreten, und wie viel dafür ausgegeben wird. Nach den seit Dezember 2014 praktizierten Regeln dürfen EU-Kommissare, Kabinettsmitglieder und Generaldirektoren nur noch Personen treffen, die im Transparenzregister verzeichnet sind. Die Daten dieser Treffen werden veröffentlicht. Besonders der grüne EP-Abgeordnete Sven Giegold hat sich für transparentere Lobbyregeln stark gemacht.

www.lobbycontrol.de www.sven-giegold.de


Fehler in der Bankenunion

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Die europäische Bankenunion soll künftig auf drei Säulen ruhen:
Einer gemeinsamen Bankenaufsicht, einer harmonisierten Einlagensicherung und dem gemeinsamen Abwicklungsmechanismus. Namhafte Ökonomen sehen in dessen Finanzierung ein großes Problem. Sie soll durch fast alle Kreditinstitute der Mitgliedsstaaten getragen werden. Dabei gehen die systemischen Risiken auf Finanzmärkten überproportional von den großen international tätigen Banken aus. Sie müssen im Notfall durch den gemeinsamen Abwicklungsfonds gerettet werden. Kleinere Institute, Genossenschaftsbanken oder Sparkassen, verursachen keine oder sehr geringe systemische Risiken. Sie nehmen im Krisenfall keine öffentlichen Mittel in Anspruch. Zentrale Kritik der Ökonomen: Das für die Marktwirtschaft wichtige Verursacherprinzip und das in der EU gültige Solidaritätsprinzip werden außer Kraft gesetzt.

www.dice.hhu.de

Foto: © Gina Sanders - fotolia.com;

25 Jahre europäischer Mittelstandsverband – eine Erfolgsgeschichte feiert Geburtstag

CEA-PME European Entrepreneurs wurde vor 25 Jahren auf Initiative des BVMW mit dem Ziel gegründet, dem europäischen Mittelstand eine starke Stimme zu verleihen. In Brüssel wurde das Jubiläum mit zahlreichen hochkarätigen Gästen gefeiert.

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V. li.: Valérie Guimard (Vizepräsidentin CEA-PME), Patrick Meinhardt (BVMW), Mario Ohoven (BVMW-Präsident), Didier Reynders(Außenminister und Vize-Premier Belgien), Prof. Dr. Maurizio Casasco (Vizepräsident CEA-PME und Vorsitzender von CONFAPI Italien), Walter Grupp (Generalsekretär CEA-PME).

Hochrangige Ehrengäste wie der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Jyrki Katainen, der belgische Außenminister und Vize-Premier, Didier Reynders, oder auch die griechische Europaabgeordnete Eva Kaili ließen es sich nicht nehmen, im Rahmen des Festaktes im Spiegelsaal des ehrwürdigen Palais d’Egmont, das für gewöhnlich nur Staatsgästen zur Verfügung gestellt wird, persönlich ihre Geburtstagswünsche zu überbringen. Eröffnet wurde der Abend vom europäischen und deutschen Mittelstandspräsidenten Mario Ohoven, der die Anwesenheit eines der höchsten Vertreter der europäischen Institutionen nutzte, um die Bedeutung des Mittelstandes für die Europäische Union zu unterstreichen.

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Festakt im Spiegelsaal des Palais d’Egmont in Brüssel: Graf Jacques De Lalaing, Vorsitzender derBelgisch-Deutschen Gesellschaft.

Grußworte sprachen Walter Grupp, Generalsekretär von European Entrepreneurs, Prof. Dr. Maurizio Casasco, Vizepräsident des Verbandes und Vorsitzender von CONFAPI in Italien, Valérie Guimard, die französische Vizepräsidentin von CEA-PME, sowie Graf Jacques De Lalaing, Vorsitzender der Belgisch-Deutschen Gesellschaft. Ein weiteres Highlight des Abends war der Auftritt des italienischen Startenors Fabio Andreotti, dessen Stimmgewalt und Musikalität die anwesenden Gäste total begeistert hat.

  • Mario Ohoven mit Jyrki Katainen, dem Vizepräsidenten der Europäischen Kommission.

  • Eva Kaili (Griechenland), Mitglied des Europäischen Parlaments.

  • Startenor Fabio Andreotti.

  • Stefan Moritz, Generalrepräsentant BVMW und Leiter des BVMW Europa Büros.

We are Mittelstand: Der Europäische Dachverband European Entrepreneurs CEA-PME

Erster Präsident war Albert Besançon, damaliger Präsident der französischen Mittelstandsvereinigung. Die Länder Österreich, Polen und Liechtenstein waren von Beginn an vertreten. Im Jahr 2003, mit der Wahl von Mario Ohoven zum Präsidenten des Verbandes, begann ein neuer Zeitabschnitt. Walter Grupp wurde zum Generalsekretär des Verbandes ernannt, und der „Club des europäischen Mittelstands“ erweiterte sich.

Heute bietet European Entrepreneurs CEA-PME ein Netzwerk an zahlreichen Unternehmerverbänden u.a. aus Italien, Polen, Spanien, Portugal, Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Mitgliedsverbände aus der Türkei und Weißrussland belegen das Selbstverständnis des Verbandes als europäische Mittelstandsvereinigung über EU-Grenzen hinweg. Der Verband vertritt heute 14 europäische Mitgliedsverbände mit rund einer Million Unternehmen mit mehr als 20 Millionen Beschäftigten. Kooperationen bestehen mit Verbänden in Afrika, Amerika, Asien, Australien und Neuseeland.

Stärkung des europäischen Binnenmarktes

Die Vereinigung der europäischen Mittelstandsverbände vertritt als Dachverband den freiwillig organisierten Mittelstand erfolgreich gegenüber den Europäischen Institutionen. Thematisch setzt sich der Verband seit Beginn für den Europäischen Binnenmarkt ein. Eine der ersten Forderungen des neu gegründeten Verbandes war die Einführung einer einheitlichen Währung und die Durchsetzung der Dienstleistungsfreiheit im Europäischen Binnenmarkt.

Aber auch Beschäftigungspolitik oder der Zugang zu Finanzierung waren damals so aktuell wie heute. Mit Erfolg: Der Verband war maßgeblich beteiligt bei der Entwicklung von innovativen Instrumenten wie Risikokapitalfonds. Mit seinen Forderungen zur Mittelstandsfinanzierung konnte der Verband im Sommer 2014 kurz nach der Europawahl mit einer Fachtagung zum Thema „Access to Finance“ Akzente setzen. An zahlreichen EU-Projekten war und ist CEA-PME maßgeblich beteiligt, beispielsweise InCaS (Wissensbilanz im Unternehmen) oder CADIC (Innovationsförderung). Bei dem ERASMUS+-Projekt European Dual System (EU-DualS) und bei MobiliseSME (Arbeitnehmermobilität) gehört der Verband zu den Projektführern.

CEA-PME setzt immer wieder Impulse in der Europapolitik: Sei es bei TTIP oder auch beim „Europäischen Jugendgipfel“ zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit und Fachkräftemangel, mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz als Ehrengast. Zugleich tritt der Verband als kompetenter Berater und Dienstleister für Geschäftserweiterung innerhalb der EU auf. Er unterstützt zahlreiche Unternehmen bei der Expansion ins Ausland und hilft beim Aufbau eines Vertriebsnetzes.

Zukunft und Visionen

Ein wichtiges Zukunftsthema der European Entrepreneurs CEA-PME ist die Digitalisierung der kleinen und mittleren Unternehmen. In Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern und bei Veranstaltungen für Unternehmen wird die Bedeutung der Digitalisierung für den Mittelstand sowie der Erfahrungsaustausch im Vordergrund stehen. Besonders setzt sich der Verband für neue EU-Förderprojekte zur Unterstützung des Mittelstands bei der Fachkräftesicherung und Digitalisierung ein.

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Fotos: Juha Roininen

Die wahren Machthaber der EU

Mehr als 80 Prozent der Gesetze kommen aus Brüssel, sagt man. Leider kann man weder von den Entscheidungen des Europäischen Parlaments, noch von denen des Ministerrats vorbehaltlos behaupten, dass sie demokratisch getroffen werden. Auch der Europäische Gerichtshof dreht an der Gesetzesschraube mit. Diesen haben die Unionsbürger sicher nicht gewählt.

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Europa hinkt von Krise zu Krise. Als eine Ursache gilt das Demokratiedefizit, das seit jeher beklagt wird. Anders wäre es kaum zum Brexit und zu aufgeregten Volksbefragungen wie in Ungarn gekommen. Hätte man rechtzeitig dem Volk aufs Maul geschaut, hätte Europa womöglich die Finger von besonders heiklen Themen gelassen.

Demokratie und Parlament

Im Europäischen Parlament üben die Fraktionen die wahre Macht aus. Der Wähler kann seine Stimme aber nur den Parteien im jeweiligen Mitgliedsland geben. Ob in den europäischen Fraktionen nun ein griechischer Ziegenhirte das Sagen hat oder einer, der das Lied eines bulgarischen Oligarchen singt, oder ein dem Papst nahe stehender italienischer Lehrer, bleibt den Bürgern verborgen. An dieser Distanz kann auch ein Parlament mit mehr Kompetenzen, wie es Parlamentspräsident Martin Schulz gerne hätte, nichts ändern.

Der Ministerrat

Weit wesentlichere Bedeutung für die Gesetzgebung hat der Ministerrat. Geht es bei einer Entscheidung um Wirtschaft und Finanzen, schickt die Bundeskanzlerin Herrn Schäuble, bei Verkehrsfragen Herrn Dobrindt. Entschieden wird in den meisten Fällen mit qualifizierter Mehrheit, die fairerweise der Bevölkerungszahl eines Mitgliedslandes Rechnung trägt. Einstimmigkeit gilt bei Steuern oder Sozialpolitik. Aber auch im Ministerrat leiden die Entscheidungen unter einem Demokratiedefizit. Zu den Verkehrsministern anderer Mitgliedsstaaten beispielsweise besteht für den einfachen Wähler überhaupt keine Verbindung.

Der Europäische Gerichtshof

Er entscheidet etwa über die Freiheit, sich in Europa überall niederlassen zu dürfen, Waren oder Dienstleistungen umzusetzen, Kapital über die Grenzen zu bewegen oder als Arbeitnehmer überall eine Arbeit aufnehmen zu dürfen.

Dabei entscheidet der Gerichtshof ganz häufig sogar im Interesse der Unternehmer. So hat er schon vor Jahren die Briefkastengesellschaft legitimiert. Der Gerichtshof hat auch nie ein Problem darin gesehen, wenn jemand nur aus steuerlichen Gründen in ein anderes Land übersiedelt.

Neuerdings hat er bei einer europäischen Ausschreibung die Gültigkeit deutschen Tarifrechts ausgesetzt. Derzeit scheint er sogar das deutsche Mitbestimmungsrecht für im Ausland eingesetzte Mitarbeiter anzuzweifeln – alles im Namen eines freien und ungehinderten Wettbewerbs in Europa.

Je mehr Menschen aber erkennen, dass der Unionsbürger dabei überhaupt nicht gefragt wird, desto mehr muss auch der Gerichtshof damit rechnen, den Zorn des Volkes auf sich zu ziehen. Vor allem Gewerkschaften werden sich soziale Errungenschaften kaum kampflos streitig machen lassen.

Hinzu kommt, dass der Gerichtshof sich selber diese Macht verordnet hat. Die Sympathie für Unternehmen in Ehren; Mitte der Sechzigerjahre hat er den Römischen Verträgen, welche die obigen Freiheiten verbriefen, Verfassungsrang zugestanden, obwohl sie Wichtiges wie Unwichtiges enthalten. Verfassungsrang hat normalerweise nur, was wirklich wichtig ist. Alles andere kann mit parlamentarischer Mehrheit geändert werden.

Keiner der Väter Europas hat damals bei der Unterschrift unter diese Verträge so weit gehen wollen. Es galt, Frieden und Wohlstand für die Zukunft zu sichern.

Daher gibt es kaum einen anderen Weg als die Änderung dieser Verträge. Es gilt klarzustellen, was wirklich Verfassungsrang verdient. Alles andere muss in die Zuständigkeit der Parlamente und damit der demokratischen Kontrolle zurückfallen.

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Foto: © helmutvogler - fotolia.com

Für klare Regeln und mehr Transparenz

Die europäische Haushaltsführung ist besser geworden. Nach Prüfung des Europäischen Rechnungshofes (EuRH) waren 96 Prozent der von der EU ausgegebenen Gelder nicht zu beanstanden. Aber es gibt ein Transparenzproblem. „Der Mittelstand.“ sprach darüber mit Klaus-Heiner Lehne, dem neugewählten Präsidenten des Rechnungshofes.

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Der Mittelstand.: Im aktuellen Jahresbericht des EuRH bemängeln Sie Fehlinvestitionen der EU in Höhe von 5,5 Milliarden Euro, das sind 3,8 Prozent des Haushaltes für 2015. Wie muss man die Mängel einordnen und wie prüfen Sie?

Klaus-Heiner Lehne: Wir nehmen Stichproben aus allen Bereichen des europäischen Haushaltes und überprüfen etwa 1.200 Transaktionen. Beanstandet werden dabei alle Transaktionen, in denen irgendein Fehler passiert ist, der finanzielle Auswirkungen haben kann. Der klassische Fall sind zum Beispiel Fehler bei öffentlichen Ausschreibungen. Wenn hier gegen Vorschriften verstoßen wurde, heißt das nicht, dass das Geld automatisch verschwendet wurde. Es kann trotzdem in Bezug auf das verfolgte Ziel sinnvoll ausgegeben worden sein, genauso wie es im Falle einer rechtlich korrekt durchgeführten Ausschreibung unsinnig ausgegeben worden sein kann. Wir prüfen im Wesentlichen die Rechtmäßigkeit und rechnerische Richtigkeit, so wie uns der EU-Vertrag verpflichtet. Fragen der Sinnhaftigkeit einer Geldausgabe spielen im Jahresbericht eine untergeordnete Rolle. Diese Fragen werden in Sonderberichten behandelt, davon gibt es 30 bis 40 pro Jahr. Betrugsverdachtsfälle, die wir bei den Prüfungen entdecken – im letzten Jahr waren dies zwölf – geben wir unverzüglich an das Europäische Betrugsbekämpfungsamt OLAF weiter, das dann ermittelt.

Übrigens sind die Fehlerquoten dort besonders hoch, wo der Gesetzgeber komplizierte Vorschriften erlassen hat. Deshalb empfehlen wir, diese Regeln klar und einfach zu gestalten.

Welche Fehlerquote wäre aus Ihrer Sicht akzeptabel, und welche Maßnahmen empfehlen Sie für eine weitere Reduzierung?

Der Rechnungshof hat vor Jahren entschieden, dass immer dann, wenn die nach statistischen Methoden errechnete Fehlerquote über zwei Prozent liegt, er keinen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Das heißt nicht, dass wir zwei Prozent akzeptieren. Aber wenn sich bei komplexen Verfahren lediglich in jedem 50. Fall ein Fehler einschleicht, ist dies nach unserer Meinung kein Grund, den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk zu verweigern. Übrigens sind die Fehlerquoten dort besonders hoch, wo der Gesetzgeber komplizierte Vorschriften erlassen hat. Deshalb empfehlen wir, diese Regeln klar und einfach zu gestalten.

Wo liegen die Hauptursachen für Fehlinvestitionen?

Früher war das Shared Management, also der Bereich, in dem die Mitgliedstaaten EU-Mittel verwalten und verausgaben, erheblich fehleranfälliger als die Bereiche, in denen die Europäische Kommission die unmittelbare Verantwortung für Ausgaben hatte. Das hat sich inzwischen auch durch die Aktivitäten des Rechnungshofes geändert. Heute ist die geschätzte Fehlerquote im Bereich der Zuständigkeiten der Mitgliedstaaten nur geringfügig höher, als bei den unmittelbar von der Kommission getätigten Ausgaben.

Gibt es Länder, die hier besonders auffällig sind?

Nein. Die Stichprobe von 1.200 Transaktionen, die wir im Schnitt in 16 Ländern pro Jahr erheben, genügt nach mathematisch statistischen Methoden nicht, um länderspezifische Aussagen treffen zu können. Dies ist auch nicht unsere Aufgabe, und unsere Kapazitäten würden dafür nicht ausreichen.

Der EU-Haushalt ist nicht nur mit Wunschvorstellungen überfrachtet, er ist auch zunehmend fragmentiert. Besteht die Gefahr, dass wir angesichts der Zunahme neuer Finanzinstrumente die demokratische Kontrolle über den europäischen Haushalt verlieren?

Das Transparenzproblem haben wir im Jahresbericht deutlich angesprochen. Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses des Europäischen Parlaments spricht angesichts der unterschiedlichen Finanzierungsinstrumente schon von einer Galaxie der Haushalte. Ich habe Verständnis dafür, dass Mitgliedstaaten und EU-Institutionen für Aufgaben, die aufgrund aktueller Entwicklung während einer laufenden Finanzierungsperiode entstehen, kreativ neue Finanzierungsmethoden entwickeln müssen. Dabei muss man aber die Übersicht behalten und die Risiken abwägen. Auch die Prüfungsrechte des Rechnungshofes müssen uneingeschränkt gelten. Am Ende muss das Ziel stehen, alle Finanzierungsinstrumente unter einem Dach zu vereinen. Und wir sollten spätestens in der nächsten Finanzierungsperiode nach 2020 den europäischen Haushalt flexibler gestalten.

Im Großen und Ganzen wurden die Mittel aus dem EU-Haushalt sinnvoll ausgegeben. Von 100 Euro waren über 96 Euro nicht zu beanstanden. Gibt es Punkte, die einen lobenden Prüfvermerk verdienen?

Betrachtet man die Entwicklung, haben sich die Verhältnisse im europäischen Haushalt eindeutig verbessert. In den Neunzigerjahren gab es keine funktionierenden internen Kontrollsysteme der Kommission. Die Fehlerquoten in manchen Bereichen des EU-Haushaltes waren zweistellig. Durch die Aktivitäten des Rechnungshofes, der Kommission, aber auch der Mitgliedstaaten und durch Druck aus dem Europäischen Parlament ist es gelungen, die Qualität der Haushaltsführung deutlich zu steigern.

Der Druck europakritischer Populisten nimmt zu, das Vertrauen in die EU-Institutionen sinkt. Kann der EuRH einen eigenständigen Beitrag leisten, um Misstrauen abzubauen?

Davon bin ich überzeugt. Wir sind zwar von den sieben EU-Institutionen die kleinste. Die großen Spieler sind andere, insbesondere Kommission, Parlament und Rat. Aber wir sind schon wichtig. Unsere Aufgabe ist es, frühzeitig Probleme aufzudecken und Vorschläge für Abhilfe zu machen. Das tun wir immer erfolgreicher und können so Vertrauen aufbauen.

Welche weiteren Ziele erfolgen Sie als neuer Präsident des EuRH?

Wir arbeiten intensiv daran, unsere Produkte zu optimieren. Wir planen, die Inhalte der Sonderberichte mehr an den Bedürfnissen von Parlament und Ministerrat auszurichten. Wir wollen auch im Jahresbericht stärker Qualitätsgesichtspunkte berücksichtigen, statt uns einseitig auf Rechtmäßigkeitsprüfungen zu konzentrieren. Mein persönliches Ziel ist vor allem, die Wahrnehmung des Hofes nach außen zu verbessern.

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Klaus-Heiner Lehne

Der gebürtige Düsseldorfer Klaus-Heiner Lehne ist seit dem 1. Oktober 2016 Präsident des Europäischen Rechnungshofes. 2014 wurde der ehemalige Europaabgeordnete (1994 – 2014, EVP) deutsches Mitglied dieser Institution. Im EP war er Vorsitzender des Rechtsausschusses sowie Vorsitzender der Konferenz der Ausschussvorsitze. 1992-1994 saß er für die CDU im Bundestag.
Der Europäische Rechnungshof wurde 1977 errichtet, Sitz in Luxemburg, seit 1993 gleichgestellt mit anderen EU-Institutionen, heute „Hüter der EU-Finanzen“, Kollegialorgan mit 28 Mitgliedern, ein Vertreter aus jedem EU-Staat, Amtszeit sechs Jahre, Präsident drei Jahre. Die Gesamtausgaben im EU-Haushalt 2015 betrugen 141,2 Milliarden Euro

Das Interview führte Rotger Kindermann.

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Wachstumschancen in neuen Märkten! „Mittelstand Global“

In einer zunehmend vernetzten Welt liegen Wachstumschancen vor allem im Exportgeschäft. Damit deutsche Unternehmen diese Chancen künftig noch besser nutzen können, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sein Unterstützungsangebot gebündelt und noch besser auf die Bedürfnisse der Unternehmen zugeschnitten.

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Bis zum Jahr 2030 wird sich das Welthandelsvolumen fast vervierfachen. Für Mittelständler bieten sich damit enorme Möglichkeiten, ihr Exportgeschäft auszubauen und neue Märkte zu erschließen. Für den Schritt ins Ausland steht die Außenwirtschaftsförderung des BMWi bereit. Unter der Dachmarke „Mittelstand Global“ finden sich vielfältige Angebote, die in allen Phasen des Exportgeschäfts, egal ob in Übersee oder Europa, Unterstützung anbieten. Dabei stehen kleine und mittlere Unternehmen im Fokus.

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Unter dem Dach „Mittelstand Global“ sind folgende Programme zusammengefasst: Das branchenübergreifende Markterschließungsprogramm (MEP) und die vier themenspezifischen Exportinitiativen: Energie, Umwelttechnologie, zivile Sicherheitstechnologien und Gesundheitswirtschaft. Die Angebote sind modular aufgebaut. Je nach Interesse und Markteintrittsphase können die Unternehmen frei wählen, welches Modul das jeweils passende für sie ist. Angefangen bei Informationen zu Zielmärkten und -Branchen bis hin zu konkreten Geschäftsanbahnungen im Ausland werden alle Phasen der Markterschließung durchlaufen. Unternehmen, die an bisherigen Veranstaltungen und Reisen teilnahmen, äußerten sich in Feedbackrunden sehr zufrieden über Inhalte und Nutzen der Angebote.

Informationsveranstaltungen sind eintägige Veranstaltungen in Deutschland. Sie geben Unternehmen einen Überblick über wirtschaftspolitische Entwicklungen, Möglichkeiten der Finanzierung, praktische Fragen der Einfuhr, wie zum Beispiel Zölle, Steuern, Logistik sowie kulturelle Besonderheiten des Ziellandes. Erfahrungsberichte von Unternehmen runden den Informationstag ab.

Markterkundungsreisen sind mehrtägige Reisen deutscher Unternehmen in das Zielland, wobei die Sondierung schwieriger Märkte im Vordergrund steht. Vor Ort werden Informationen für den Marktzugang und Kontakte zu lokalen Multiplikatoren, Behörden sowie öffentlichen Einrichtungen bereitgestellt.

Geschäftsanbahnungsreisen sind mehrtägige Reisen deutscher Unternehmen in das Zielland, wobei Gespräche mit potenziellen Kunden im Vordergrund stehen.

Informations- und Einkäuferreisen für ausländische Multiplikatoren und Unternehmen nach Deutschland geben deutschen Unternehmen die Möglichkeit, ihre Produkte und Dienstleistungen vorzustellen und Kontakte zu knüpfen.

Auch Leistungspräsentationen im Zielland geben deutschen Unternehmen die Möglichkeit, sich einem Branchenpublikum vorzustellen und Netzwerke aufzubauen.

Weitere Informationen unter: http://bit.ly/bmwi_auslandsmarkterschließung www.bvmw.de/leistungen/aussenwirtschaft

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Mehr Umsatz in Entwicklungs- und Schwellenländern

Mittelständische deutsche Unternehmen können sich Wachstumschancen in Entwicklungs- und Schwellenmärkten sichern. Hilfreich sind dabei Partner, die langjährige Erfahrung mit privatwirtschaftlichen Investitionen in diesen Märkten mitbringen.

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In den aufstrebenden Entwicklungs- und Schwellenmärkten gibt es nach wie vor eine Vielzahl von Ländern, die mit Wachstumsraten von mehr als fünf Prozent aufwarten und dabei vergleichsweise positive Investitionsrahmenbedingungen, relative politische Stabilität und eine attraktive Marktgröße vorweisen können. Beispiele für Branchen mit Potenzial sind umweltfreundliche Transportlösungen, Trink- und Abwasseraufbereitung, Abfallwirtschaft, Erneuerbare Energien und eine Vielzahl von Dienstleistungsbranchen. Hier ist die Innovationskraft des Mittelstandes gefragt, um Wachstum nachhaltig zu sichern und zu fördern, ob als Pionier mit einem frühen Markteintritt, als Neuinvestor in einem Emerging Market in der „zweiten Welle“ oder aber als Zulieferer, der den großen Konzernen in neue Märkte folgt.

Die DEG - Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH, ein Unternehmen der KfW Bankengruppe, bietet Mittelständlern, die in diesen Märkten investieren, langfristige Finanzierungen und Förderprogramme mit dem Ziel, den Erfolg der Auslandsinvestition nachhaltig zu sichern. Hierfür begleitet sie ihre Kunden bereits bei der Investitionsvorbereitung durch den ganzen Prozess. So können etwa für Fragen der Standortwahl oder Personalsuche Fördermittel für Markt- und Machbarkeitsstudien bereitgestellt werden.

Unternehmen, die eine Pilotanlage testen, Ausbildungszentren für zukünftige Mitarbeiter errichten oder Zulieferbetriebe qualifizieren möchten, können für diese Vorhaben eine Kofinanzierung aus Fördermitteln des Bundes erhalten. Zusätzlich unterstützt die DEG begleitende Ressourcen- und Energieeffizienzmaßnahmen, Risikomanagementsysteme und vieles mehr.

Für ein neues Werk des Getriebeteileherstellers Schlote in China stellte die DEG kürzlich ein langfristiges Darlehen in Höhe von 20 Millionen Euro bereit. An seinem ersten außereuropäischen Standort bearbeitet der mittelständische Automobilzulieferer Getriebe- und Kupplungsgehäuse, die in Fahrzeugen für den asiatischen Markt verbaut werden. Die DEG unterstützt Schlote außerdem im Rahmen ihres Beratungsangebots „Business Support Services“ dabei, vor Ort ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden und auszubilden.

Als deutscher Entwicklungsfinanzierer mit mehr als 50 Jahren Erfahrung vor Ort verfügt die DEG über ein großes internationales Netzwerk und Zugang zu lokalen Regierungsstellen und Behörden. In einer Reihe von Schwerpunktregionen ist die DEG mit eigenen Außenbüros präsent, so dass sie die Interessen ihrer Kunden auch vor Ort vertreten kann.

Mehr Informationen: https://www.deginvest.de/Internationale-Finanzierung/DEG/Unsere-Lösungen/Deutsche-Unternehmen/

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Warum Kolumbus Amerika entdeckte und nicht umgekehrt

Guido Augustin macht sich Gedanken über unsere Welt und ihre Bewohner

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Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass die amerikanischen Kontinente und Afrika von Norden nach Süden ausgerichtet sind, während sich der europäisch-asiatische Kontinent von Osten nach Westen streckt – oder umgekehrt? Deswegen, so eine spannende These, konnten sich Europa und Asien schneller entwickeln. Auf gleichen Breitengraden herrschen ähnliche Voraussetzungen für die Landwirtschaft, sodass sich eine agrokulturell geprägte Zivilisation schneller ausbreiten kann. In Nord-Süd-Richtung ist so etwas ungleich schwerer, da sehr unterschiedliche Klimazonen durchschritten werden müssen.

Nahe liegende Schussfolgerung: Deswegen haben die Europäer Amerika entdeckt und erobert, und nicht umgekehrt die Indianer Europa. Eine vorteilhafte Entwicklung benötigt also die richtigen Voraussetzungen. Dies gilt auch in anderen Bereichen.

In meinem Garten muss ich günstige Bedingungen schaffen: Der Boden muss fruchtbar sein, er braucht ab und an Dünger, dazu Wasser und Licht in der richtigen Dosierung. Die Pflanzen müssen sich untereinander verstehen und im rechten Maß beschnitten werden.

Auch meine Kinder brauchen Anleitung. Mitunter lebe ich in dem Glauben, eine kurze, knappe Weisung helfe ihnen am besten weiter. Doch viel wichtiger ist es, ihnen Werte zu vermitteln, Sprache beizubringen, Herzensbildung vorzuleben – in der Erwartung, dass sie sich daran orientieren und so fein werden wie ihre Mutter.

Ebenso kann ich meinen Mitarbeitern nicht einfach anordnen, sich wunschgerecht weiterzuentwickeln und „besser“ zu arbeiten. Aber ich kann die Rahmenbedingungen dafür schaffen: Logistisch, in der Arbeitsorganisation, dem individuellen Umgang, der Fehlerkultur und der individuellen oder kollektiven Förderung.

Diese Prozesse in Garten, Familie oder Unternehmen stehen in einem spannenden Gegensatz zu planwirtschaftlicher Monokultur: Wenn wir Pflanzen, Kindern oder Mitarbeitern Freiraum lassen und nicht im Detail vorgeben, wie und auf welchem Weg sie welches Ziel zu erreichen haben, ist der Ausgang offen. Doch wenn es uns gelingt, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, werden uns die Ergebnisse überraschen und unsere Erwartungen bei weitem übertreffen. Niemand hat Kolumbus den Weg gewiesen.

Foto: Heike Rost

Social Media: Was wann wie oft posten?

Texten mit dieser Überschrift sollten Sie grundsätzlich nie trauen, sondern nur Ihrer eigenen Erfahrung. Denn der Umgang mit Social Media ist vor allem eins: Trial und Error. Aus meiner Erfahrung mit unseren BVMW-Auftritten bei Facebook und Twitter lassen sich jedoch einige Grundregeln ableiten, die Ihnen als Hinweise dienen können.

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Videos sind vor allem dann erfolgreich, wenn man sie nicht als YouTube-Link einbindet, sondern direkt auf Facebook hochlädt. Sie erzielen dann mindestens zehnmal mehr Aufrufe. Denn dank des „Autoplays“ fangen Videos sofort an zu spielen, wenn sie im Newsfeed angezeigt werden. Klicken muss nur der, der auch den Ton dazu hören möchte. Um hier die Zuschauer nicht gleich wieder zu verlieren, empfehle ich, gesprochene Texte mit Untertiteln zu versehen. Denn bei einem lautlos sprechenden Kopf klicken Nutzer dann eher rein.

Bilder funktionieren auf Facebook etwa zwei bis dreimal so gut wie reiner Text. Am besten sind Bilder, die direkt von Abendveranstaltungen gepostet werden. Die Nutzer haben dann das Gefühl, live dabei zu sein. Twitter hat den Vorteil, dass andere Gäste sehr leicht eigene Videos, Bilder und Kommentare beisteuern können, ohne das Profil des Veranstalters ausfindig machen zu müssen. Wichtig hier: Sinnvolle Hashtags verwenden (ausführliche Tipps siehe „Der Mittelstand.“ 04/2016, S. 31).

Live Streams werden auf Twitter und seit kurzem auch bei Facebook angeboten. Von der Möglichkeit der Liveübertragung eines Bewegtbildes machen immer mehr Nutzer Gebrauch. Follower beziehungsweise Fans werden in der Regel sofort informiert, wenn ein Livestream startet und können sich bei Bedarf direkt dazu schalten. Weiterer Vorteil: Es ist kinderleicht. Jeder mit einem aktuellen Smartphone kann von überall Videos streamen. Bei Twitter bleiben die Videos 24 Stunden erhalten, bei Facebook dauerhaft.

Texte sollten kurz und knackig sein, möglichst nicht länger als eine SMS (160 Zeichen) und nur EINE Botschaft enthalten. Das wichtigste Wort steht idealerweise am Anfang. Wer mehr zu sagen hat, dem seien mehrere Posts empfohlen. Bei Twitter gerne direkt hintereinander, nicht aber bei Facebook: Dort mindestens einen halben, besser einen ganzen Tag Pause lassen. Denn schon die zweite Meldung am selben Tag hat häufig deutlich weniger Erfolg („Impressionen“ und „Interaktionen“) als die erste.

Themen sollten ausschließlich danach ausgewählt werden, was die Zielgruppe interessiert. Daher sollten regelmäßig die Bereiche „Statistiken“ bei Facebook bzw „Analyitcs“ bei Twitter aufgerufen werden. Gut sind Geschichten aus dem Unternehmeralltag, lustige Begebenheiten und Experten-Tipps aus dem eigenen Erfahrungsschatz. Eine Social-Media-Veröffentlichung sollte immer entweder emotionalisieren oder Nutzwert enthalten – am besten beides. Und folgende Regel gilt dann doch unumstößlich: Keine Marketing-Botschaften!

Uhrzeiten sind dagegen individuell, hier sollten Sie sich ausschließlich auf eigene Erfahrungen verlassen. Bei Facebook-Statistiken lässt sich leicht einsehen, wann die meisten Fans auf der Plattform sind. Der Wert liegt bei der BVMW-Seite übrigens seit Jahren konstant bei 21 Uhr. Deswegen posten wir fast ausschließlich am späten Nachmittag oder abends – entgegen allen Tipps, die man sonst so liest.

 

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Der Preis macht den Gewinn

Erzielte Verkaufspreise haben viel größeren Einfluss auf den Ertrag als die meisten Kostensenkungsmaßnahmen. Eine strukturierte Anhebung der Verkaufspreise ist dabei weitaus effektiver.

fotolia_124492907_subscription_monthly_xxl Im Investitionsgüterbereich hebelt der Preis den Ertrag mit dem Faktor 11. Das bedeutet, dass ein zusätzlich eingeräumter Rabatt von nur 5 Prozent zum Beispiel den Ertrag halbiert. Im Vergleich zu einer Preisanpassung wirken Kostensenkungen um das drei- bis fünffache weniger effektiv. Eine Befragung von 4.000 Entscheidern vor wenigen Jahren ergab, dass 70 Prozent aller Unternehmen ihr Preispotenzial nicht ausnutzen. Obwohl die Anhebung der Verkaufspreise einen so durchschlagenden Einfluss auf den Gewinn hat, verfahren nur wenige Firmen danach: Die Scheu vor Preisgesprächen und Irrtümer in der Preisgestaltung sind in vielen Unternehmen der Grund dafür. ibwf_grafik_nicopohlmann

Irrtümer der Preisgestaltung

Fragt man Management oder Vertrieb, kommen oft folgende Antworten: „Der Markt bestimmt unsere Preise.“ – oder: „Durch Preiserhöhungen gefährden wir unseren Umsatz und verlieren Kunden.“ Ist das wirklich so, oder sind dies Killerargumente, um die eigene Unkenntnis zu verbergen? Natürlich können nicht einfach alle Preise gleichzeitig um den gleichen Betrag erhöht werden, aber die strukturierte Preisdifferenzierung hilft bei einer effizienten Preisbildung jedes einzelnen Produkts. Untersuchungen zeigen, dass der Preis in 80 Prozent der Kaufentscheidungen nicht die höchste Priorität hat. Der Preis steht immer für den kundenindividuellen Nutzen oder Mehrwert. Er hat nichts mit dem objektiven Wert der Ware oder Dienstleistung zu tun. Dies spiegelt sich aktuell in vielen neuen digitalen Geschäftsmodellen wider. Das Wichtigste für die erfolgreiche Durchsetzung einer Preiserhöhung besteht in guter Vorbereitung. Für jedes Preisgespräch müssen im Vorfeld Ziele definiert werden. Nachlassforderungen zum Beispiel sollten möglichst über Naturalrabatte oder Mehrwerte vereinbart werden. Auch wenn die Verhandlungen zunehmend härter werden, gilt es, den Tricks der Preisbrecher mit einer Strategie erfolgreich entgegenzuwirken.

Aufwandsneutrale Preispotenziale heben

Durch geschickte Preisdifferenzierungen und zum Beispiel das Bepreisen von Serviceleistungen, die bisher nicht berechnet wurden, lässt sich in der Regel mit wenig Aufwand die Ertragslage um bis zu zwei Prozent verbessern. Um diese Potenziale zu heben, hilft eine Markt- und Preisanalyse: Wie ist die Wettbewerbssituation in den verschiedenen Marktsegmenten? Wo sind die eigenen Stärken- und Schwächen (SWOT), und was macht meine Produkte aus Sicht der Kunden attraktiv?

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Die Entfremdung von der Bank

Das eheähnliche Verhältnis – in guten wie in schlechten Zeiten – zwischen Banken und Mittelstand haben die Banken spätestens mit der Finanzkrise gekündigt.

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Banken agieren aus der Perspektive des Mittelstands zunehmend erratisch. Heute zugesagte Kredite werden morgen wieder infrage gestellt oder schlicht kassiert. Der Firmenkundenberater ist längst zum Spielball sich überschlagender, zentral gesteuerter Strategiewechsel mutiert. Hierin manifestiert sich der steigende Druck, der auf den Banken lastet und der die Beziehung zum Mittelstand nachhaltig verändern wird. Wenn sich das Pfund einer verlässlichen Partnerschaft, mit dem die Banken lange Zeit gewuchert haben, verflüchtigt, geht ein zentrales Alleinstellungsmerkmal vis-à-vis neuer, alternativer Financiers verloren. Verstärkt wird die resultierende Bereitschaft des Mittelstands, sich versuchsweise auf neue Finanzierungsanbieter einzulassen, auch dadurch, dass sich knapp 40 Prozent der Unternehmen überwiegend oder überhaupt nicht fair und objektiv von ihrer Bank beraten fühlen (laut KMU-Banken-Barometer 2016).

Angesichts niedriger Zinsen, steigender Kapitalanforderungen und eines eingetrübten makroökonomischen Ausblicks ist gemäß der jüngsten EZB-Umfrage im vierten Quartal 2016 mit weiter anziehenden Kreditstandards zu rechnen. Dies wird der Bedeutung bankergänzender Finanzierungsbausteine weiteren Auftrieb verleihen.

Und so verwundert es nicht, dass neben den klassischen, bankergänzenden Finanzierungsbausteinen wie Factoring und Leasing, auch eine Vielzahl neuer Finanzierungsanbieter auf den Plan treten. Die Angebote reichen von der Finanzierung des Umlaufvermögens durch FinTechs wie zum Beispiel Creditshelf, über FineTrading, einer Form der Handelsfinanzierung, durch Anbieter wie zum Beispiel der DFT Deutsche Finetrading AG, bis hin zu langfristigen Finanzierungsbausteinen mit freier Mittelverwendung, wie zum Beispiel die KMU-Anleihe der WIR Finanzierer Gruppe. Dass über diese Plattformen vielfach Gelder internationaler institutioneller Investoren investiert werden, die die Finanzierung des Mittelstands zu Recht als attraktive Assetklasse für sich entdeckt haben, ist dabei mehr als eine Randnotiz wert. Diese neuen Finanzierungsangebote stärken Unternehmen auch für ihre Bankverhandlungen den Rücken, denn: Eine diversifizierte Finanzierung macht unabhängig und verschiebt die Verhandlungsgewichte zu Gunsten des Unternehmens.

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Unternehmenskauf mit Köpfchen

Jeder zweite Unternehmer, der neu in eine Firma einsteigen möchte, begegnet Finanzierungsschwierigkeiten.

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Über Jahre hinweg haben sich immer mehr Finanzierungsarten und Kreditprogramme etabliert. Diese Vielfalt führt regelmäßig zu erhöhtem Beratungsbedarf.

Finanzierungsformen

Klassischerweise geben die finanzierenden Banken Darlehen für den Unternehmenskauf mit einer fest vereinbarten Zins- und Kreditlaufzeit, die in der Regel mit Sicherheiten aus dem Unternehmen und auch auf Ebene der Gesellschafter unterlegt werden. Oft stundet der Verkäufer dem Käufer per Darlehen zudem einen Teil des Kaufpreises. Diese Zusage durch den Altgesellschafter erzeugt sowohl beim Käufer als auch der Hausbank eine zusätzliche Sicherheit.

Eine weitere Möglichkeit ist die Mezzanine-Finanzierung, eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital. Sie ist gegenüber Fremdfinanzierungsmitteln nachrangig besichert und stellt somit eine dem Eigenkapital ähnliche Finanzierungsform dar. Als dritter Baustein fungiert das Eigenkapital sowohl in seiner Reinform durch Einbringung über die Gesellschafter als auch durch Beteiligungsgesellschaften. Darüber hinaus existieren Fördermittel mit dem Zweck der Sicherung von Unternehmen und zur Begründung unternehmerischer Existenzen. Hierzu gibt es eine Vielzahl von europäischen und regional-kommunalen Möglichkeiten. Diese reichen von echten Zuschüssen über vergünstigte Darlehen bis hin zu Bürgschaften. Bei einer solchen Finanzierungsform ist die Einbindung eines Spezialisten nötig.

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Sorgfältiges Vorgehen im Prozess

Zentrale Handlungsempfehlung ist die Entwicklung eines validen Businessplans, um die zukünftige Kapitaldienstfähigkeit des Zielunternehmens darzustellen. Kern davon ist eine ausgewogene Eigenkapitalquote, die nach Branchen variieren kann. Die Aufnahme von externen Kapitalgebern kann auch eine sinnvolle Möglichkeit sein. Es sollten die Fördermöglichkeiten auf Bundes- und Landesebene geprüft werden. Hierbei geht es nicht nur um die günstigere Kondition, sondern vor allem auch um die Haftungsentlastung und zum Beispiel tilgungsfreie Anlaufjahre. Das derzeitig niedrige Zinsniveau lässt den notwendigen strategischen Spielraum zu. Auch ein Gespräch mit der Hausbank des Zielunternehmens kann hilfreich sein. Unabdingbar jedoch ist die Prüfung des Zielunternehmens mit Hilfe einer Due Diligence. Auch die Zeit nach dem Anteilskauf sollte akribisch geplant sein. Denn die Praxis zeigt: Das meiste Geld geht in der Regel nicht in den Verhandlungen um den Kauf der Anteile verloren, sondern in der Integration oder Weiterführung.

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News

Online die optimale Finanzierung finden

Nicht alle Banken geben die historisch günstigen Zinskonditionen in vollem Umfang an ihre Firmenkunden weiter. Die Konditionen zahlreicher Universalbanken und Spezialinstitute zu vergleichen, ist jedoch zeitaufwändig und kompliziert.

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Das Onlineportal COMPEON schafft Transparenz und hilft Mittelständlern, die beste Finanzierung zu finden. Das Portal arbeitet mit über 200 renommierten Finanzierungspartnern zusammen und ermöglicht Unternehmen mit einer Ausschreibung auf der Plattform, Angebote unterschiedlicher Banken einzuholen und zu vergleichen. Neben Kontokorrentkrediten und Darlehen vermittelt COMPEON auch Leasing, Factoring und individuell strukturierte alternative Finanzierungen wie Mezzanine oder Einkaufsfinanzierung.

www.compeon.de

Foto: COMPEON GmbH

 


Bildungskosten sind kein Arbeitslohn

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Unternehmen, die für ihre Mitarbeiter Weiterbildungskosten übernehmen, müssen dafür keine Lohnsteuer zahlen. Allerdings muss die Weiterbildung im vorwiegenden Interesse des Betriebes liegen. Dies entschied das Finanzgericht Münster. Im entschiedenen Fall war die regelmäßige Weiterbildung in einem Speditionsunternehmen sogar tarifvertraglich vorgeschrieben. Das Finanzamt hatte dennoch in den Weiterbildungskosten steuerpflichtigen Arbeitslohn gesehen. Es forderte deshalb die Abführung der Lohnsteuer durch den Betrieb. Dagegen setzte sich das Unternehmen erfolgreich zur Wehr. Ausschlaggebend ist das überwiegende betriebliche Interesse an der Weiterbildung. Sonst muss der Arbeitnehmer die Fortbildungskosten wie Arbeitslohn versteuern.

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Wegweiser im Berater-Dschungel

Firmen haben immer wieder Bedarf an Expertise von außen, die eigenen Kapazitäten sind ausgeschöpft, oder der richtige Fachmann für ein bestimmtes Projekt fehlt, vor allem für Digitalisierungs- oder Innovationsmanagementhemen. Comatch vermittelt freiberufliche Berater und Industrieexperten, auch Teams, schnell und zu attraktiven Preisen. Der Markt wird so übersichtlicher, denn aktuell gibt es 15.000 freie Berater allein in Deutschland. Comatch sichert die Qualität der Expertise durch hohe Anforderungen an die Berater, übernimmt Matching, Vertrags- und Finanzabwicklung und bietet ein Feedbacksystem.

www.comatch.com


Mobiles Datenmanagement

Wer sich mit Excel beschäftigt, kennt das Problem: Die Tabellen sind auf Smartphones nicht zu benutzten. Nun steht unter dem Namen OPEN-AS-APP eine neue Softwarelösung zur Verfügung. Die vom BVMW-Mitglied ProTeam entwickelte Software erlaubt es Nutzern von Excel, in wenigen Minuten ansprechende APPs für Smartphones oder Tablets zu generieren ohne jegliche Programmierkenntnisse. Die ausgewählten Informationen aus Excel werden optisch ansprechend angeordnet, daraus eine APP generiert und können so einem großen Nutzerkreis in- oder außerhalb des Unternehmens zur Verfügung gestellt werden, ganz ohne Zertifizierung durch Apple. Damit eröffnen sich vielfältige Anwendungen wie Produktkalkulationen im Vertrieb, Service-Informationen für Kunden, Statistiken und Visualisierung von Geschäftsdaten.

www.proteam.de


Kluge Mitarbeiterbindung

Um Mitarbeiter zu binden, gewähren viele Unternehmen betriebliche Zusatzleistungen. Benefits wie Weiterbildung, Essensgutscheine, Einkaufsrabatte sind jedoch out. Neu im BVMW ist Pension-Capital als unabhängig geführtes Beratungshaus in privatem Besitz, spezialisiert auf betriebliche Sozialleistungen. Viele Mittelständler scheuen die vermeintliche Komplexität und den damit verbundenen Aufwand und zahlen lieber höhere Gehälter. Pension-Capital unterstützt seine mittelständischen Kunden bei einem dosierten und effizienten Einsatz von Vergütungen. Nach dem Motto „weniger ist oft mehr“ wird mit dem Unternehmen die passgenaue Lösung erarbeitet und umgesetzt.

www.pensioncapital.de


Optimaler Service für den Mittelstand

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Volle Auftragsbücher bedeuten Umsatz, aber auch Papierkram. Es ist nicht immer einfach, den Überblick zu behalten, vor allem, wenn Kunden verspätet oder gar nicht zahlen. Viele Inhaber kleiner und mittlerer Betriebe wünschen sich, all das abgeben, um sich auf das Kerngeschäft konzentrieren zu können. Die Deutsche Verrechnungsstelle versendet die Rechnungen und überwacht die Zahlungseingänge, Bonitätsprüfung kann jeder Kunde selbst machen. Zahlungsausfälle gibt es dann praktisch nicht mehr, denn als Factorer bezahlt die Deutsche Verrechnungsstelle bei entsprechender Bonität alle Forderungen. Dabei können Unternehmer jederzeit in einem übersichtlichen Portal den aktuellen Stand der Dinge mitverfolgen.

www.dvag.de/matthias.doersam

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Win-Win-Situationen für Unternehmen und Mitarbeiter

Trennungsmanagement ist für viele KMU ein Tabu-Thema, obwohl die Beendigung von Arbeitsverhältnissen für Organisationen im ständigen Wandel eine Notwendigkeit ist. Ein Erfolgsfaktor hierbei: Outplacement, die Unterstützung der Mitarbeiter bei ihrer beruflichen Neuorientierung. Wer in Outplacement investiert, investiert in das Betriebsklima. Die Beschäftigten erkennen, dass sie dem Arbeitgeber wichtig sind, respektvoll und fair behandelt werden. So werden negative Meinungsäußerungen, Unruhe in der Belegschaft und Produktivitätsverluste verhindert. Unternehmen stärken dadurch nicht nur ihr positives Image gegenüber Kunden, Lieferanten und im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte, sondern reduzieren auch Kosten. Restlaufzeiten von Arbeitsverträgen können verkürzt und teure Rechtsstreitigkeiten vermieden werden.

www.outplacement50plus.com


Die eigene Bank im Unternehmen

Die pauschaldotierte Unterstützungskasse ist der älteste Durchführungsweg in der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Derzeit erfährt sie aus verschiedenen Gründen einen besonderen Aufwind. Mit ihr lässt sich nicht nur die bAV sicher und rentierlich gestalten, sondern sie ist vor allem auch ein wirksames Instrument der Innenfinanzierung. Denn die bAV-Beiträge verbleiben in der Regel im Unternehmen.

Daher wird dafür auch der Begriff Unternehmensbank verwendet, diese ist über den Pensionssicherungsverein der Deutschen Wirtschaft abgesichert. Im Ergebnis kann das mittelständische Unternehmen manche Vorteile für sich erzielen: Bei der Bilanzbewertung, bei der Vorhaltung von Liquidität und gleichzeitigen Steuervorteilen, zur Verringerung der Bankenabhängigkeit und nicht zuletzt zur Verbesserung der Mitarbeiterbindung und -Motivation.

www.fe-ls.de/de/kompetenzen/betriebliche-altersversorgung
http://fels-bav.de/index.php
www.bv-pduk.de


Schneller überweisen mit dem GiroCode

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Reprion Media, Herausgeber der Magazine Wirtschafts-News und Et Cetera, offeriert den Mitgliedern des BVMW exklusiv eine Software für den Geschäftsalltag zum Nulltarif. Die Eigenentwicklung generiert GiroCodes und bietet die Möglichkeit, diese auf die Ausgangsrechnungen zu übertragen. Der Empfänger der Rechnung scannt den Code mittels Smartphone, autorisiert die Transaktion durch Eingabe einer TAN, blitzschnell und zuverlässig. Die fehlerträchtige manuelle Eingabe von IBAN und übrigen Daten ist Vergangenheit. Das Verfahren wird inzwischen von allen gängigen Banking-Apps unterstützt.

E-Mail: software@reprion.de
www.wirtschafts-news.org

Foto: © eyetronic - fotolia.com

 


Digitalisierung – Herausforderung und Chance für den Mittelstand

Online-Verkauf über Plattformen, Kunden-Bindung über Social Media, das Internet als Teilhabeformat für Mitarbeiter und Geschäftspartner, mobile Arbeitsorganisation mit dem Smartphone – für viele mittelständische Unternehmen sind innovative Methoden, mit denen heute Menschen zusammen arbeiten, miteinander kommunizieren, gemeinsam denken und voneinander lernen, noch Zukunftsmusik.

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Je nach Studie nutzen erst 20 Prozent bis 40 Prozent der KMU überhaupt Technologien für ihre Produktions-, Arbeits- und Kommunikationsprozesse. Das Fazit: Der Mittelstand nutzt noch zu wenig die Potenziale der Digitalisierung für neue Geschäftsmodelle beziehungsweise eine transparente und effiziente wie auch partizipative und verantwortungsvolle Arbeitskultur 4.0. Dabei sind in Zeiten der Digitalisierung Tugenden des Mittelstandes aktueller denn je: zum Beispiel Fleiß, Tüftlermentalität, Unternehmertum und Nähe zum Kunden wie zum Mitarbeiter.

Ohne Frage: Die Megatrends Globalisierung und Digitalisierung verändern die Arbeitswelt, das Geschäftsmodell, den Führungsstil und die Organisationsstruktur. Vielschichtige Herausforderungen kommen auf Eigentümer und Führungskräfte im Mittelstand zu. Einerseits sind sie für den Erfolg des Unternehmens in zunehmend wettbewerbsintensiven globalen Märkten verantwortlich. Andererseits müssen sie ihrer Verantwortung durch einen respektvollen Umgang gegenüber ihren Mitarbeitern gerecht werden.

Der Mittelstand lebt die Grundsätze der Führung der Zukunft schon seit Jahrzehnten als Erfolgsmodell vor:

  • Die Definition von Entscheidungsspielräumen bei der Delegation von Verantwortung, um Motivation und Kreativität freizusetzen.
  • Die Festlegung des Grades an Dezentralität in den Führungs- und Organisationsstrukturen, um unternehmerisches Handeln zu ermöglichen.
  • Die Verständigung auf gemeinsame Ziele, um die Basis für die Identifikation mit der Organisation und den Aufgaben zu legen.
  • Die Diskussion um das Maß der Konsequenzen der Partizipation, um Freiheitsgrade auch mit Verantwortung zu verknüpfen.
  • Die Förderung von Gemeinschaft und Sinnstiftung, die individuellen Lebens- und Karriereplanungen gerecht werden.

Eigentümer und Führungskräfte im Mittelstand müssen ihren Führungsstil kontinuierlich reflektieren. Dies wird umso wichtiger, da unsere Arbeitswelt zunehmend heterogener wird: durch verschiedene Beschäftigungsoptionen, Vertragsverhältnisse und Arbeitseinstellungen. Diese Heterogenität verlangt innovative Formen der Kooperation und ggf. auch des Konfliktmanagements. Es erfordert, auch mal wieder NEIN zu sagen. Denn auch die Erwartungshaltung der Mitarbeiter an die Führung hat sich verändert und muss mit der Unternehmensrealität im Einklang stehen.

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Erfolgreiche Vorzeigeunternehmerinnen: Liz Mohn (li.) und Regine Sixt mit Mario Ohoven.

Alles dies verlangt am Ende ein MEHR an Führung! Kurzum: Es geht um wirksame Führung! Dem Mittelstand ist diese Form der Führung durch die Nähe zu Kunden und Mitarbeitern nicht fremd. Allerdings muss der Mittelstand lernen, sein oft noch patriarchalisch ausgerichtetes Führungsmodell gegenüber den mit der Digitalisierung einhergehenden Anforderungen an Transparenz und Partizipation zu öffnen.

Dies gelingt, wenn die neuen Technologien der Digitalisierung sinnvoll eingesetzt werden. Dank Digitalisierung leben und arbeiten wir heute mobiler, flexibler, vielfältiger, schneller und produktiver. Unternehmen, die diese Entwicklung nicht erkennen und nicht die entsprechenden Maßnahmen ergreifen, werden am Markt scheitern.

Da wundert es nicht, dass dieser Wandel manchen Mitarbeitern Angst macht und sie überfordert. In Zeiten des Umbruches, sehnen sich die Menschen nach Sicherheit, Orientierung und Zuwendung. Auch im Unternehmen, auch am Arbeitsplatz. Sie fragen sich: Gibt es meinen Job in ein paar Jahren noch? Prognosen sagen bereits vorher: 50 Prozent der „alten“ Berufe werden in den nächsten zehn Jahren verschwinden.

Unternehmen, die neue Technologien sinnvoll einsetzen, können ihre Umsätze deutlich schneller steigern als ihre Wettbewerber. So entstehen neue Arbeitsplätze und Berufe. Wandel ist auch Chance. Eine Chance, Arbeitswelten, Geschäftsmodelle, Führungsstile und Organisationsstrukturen neu zu gestalten. Bei diesem Prozess muss die Führung möglichst viele Mitarbeiter auf dem Weg der Veränderung mitnehmen. Denn ohne eine motivierte, kreative Belegschaft, die sich mit den Zielen des Unternehmens und ihren Aufgaben identifiziert, gibt es keinen nachhaltigen Erfolg. Das in mittelständischen Unternehmen durch flachere Hierarchien und die Nähe von Führung und Belegschaft aufgebaute Vertrauen bildet hierfür die ideale Voraussetzung.

Für den Erfolg von morgen mit den Mitarbeitern von morgen sollten Unternehmen die Digitalisierung für sich nutzen. Die nachfolgende Generation von Mitarbeitern, zum Beispiel die „Generation Y“, hinterfragt alles – sich selbst, aber auch das Unternehmen, für das sie arbeiten. Sie fordert Partizipation ein. Die „Generation Y“ bringt aber auch Fähigkeiten mit, die den Erfolg des Unternehmens im digitalen Zeitalter sichern. Denn diese Generation lebt digital, denkt digital. Mit dieser Generation wird die Arbeitswelt eine andere. Diese Generation braucht flexible und verantwortungsvolle Führungsstile. Der Mittelstand muss diese Generation verstehen lernen, um als Arbeitgeber auch zukünftig attraktiv zu bleiben.

Die Herausforderungen des digitalen Zeitalters werden wir nur flexibel und gemeinsam bewältigen. Wir müssen mit- und voneinander lernen und viele Köpfe gemeinsam ans Denken bringen. Werte wie Freiraum und Verantwortung, Neugier und Menschlichkeit bleiben immer die Basis für Sinnerfüllung, Motivation, Erfolg aber auch Lebensfreude. Dabei gilt: die Delegation von Verantwortung ist nicht die einfachste Form der Führung – aber die erfolgreichste! Das gilt erst recht in einer digitalen Arbeits- und Führungswelt. Und erst recht für den Mittelstand!

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Fotos oben © Sergey Nivens - fotolia.com; Foto mitte: © Christian Kruppa; Foto unten: © Bertelsmann Stiftung

Zwischen Eigenkapital und Börsengang

Wer Geld braucht, geht zur Bank oder schlägt ganz andere Wege ein. Ein Überblick über Finanzierungsstrategien des Mittelstandes.

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Der deutsche Mittelstand hält im Großen und Ganzen wacker zu seiner Hausbank. Das berichtet das Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) in einer Studie zu Finanzierungsstrukturen von KMU. Räumliche Nähe, persönlicher Kontakt, ein besseres Verständnis für das Geschäftsmodell und vor allem die im Vergleich zu Großunternehmen geringere Pflicht zur Offenlegung des Geschäftsverlaufes machen die Bank attraktiv. Und doch verliert der klassische Kredit durch die Restriktionen der Basel-Regulierungen an Bedeutung. Immer mehr Mittelständler behalten Unternehmensgewinne ein und erhöhen ihre Eigenkapitalquote. Doch neben Banken und Innenfinanzierung finden innovative Unternehmer auch andere Finanzierungsquellen.

Der klassische Kredit verliert durch die Restriktionen der Basel-Regulierungen an Bedeutung.

Schwarmgeld – Crowdinvestment als Strategie für Gründer

Innovative Geschäftsideen junger Gründer sind oft risikobehaftet und entsprechend schwer zu finanzieren. Jungunternehmer auf der Suche nach Geld jenseits von Banken und Eigenkapital sollten sich folgende Fragen stellen: Stehe ich kurz vor der Produkteinführung? Wieviel eigenes Geld kann ich in meine Geschäftsidee stecken? Habe ich ein Gespür für die nicht-monetären Effekte wie Werbung und Netzwerkbildung meiner Finanzierungsstrategie? Dann könnte Crowdinvestment eine geeignete Geldquelle sein. Das ist das Ergebnis einer weiteren Studie des IfM. Über einen Zeitraum von 2011 bis 2014 wurden 145 Unternehmen beobachtet, die diese neue Finanzierungsquelle anzapften. Dabei waren neun von zehn Investments erfolgreich. Seit Juni 2015 ist überdies der rechtliche Rahmen durch eine Novellierung des Kleinanlegerschutzes gesichert. Die Langzeitbeobachtung ergab, dass 17 Prozent der Unternehmen bis Mai 2015 nicht mehr am Markt waren. Das ist im Vergleich zu anderweitig finanzierten Gründungen ein guter Wert, auch wenn die meisten der schwarmfinanzierten Unternehmen ihre Prognose verfehlt haben. Gleichwohl erfreut sich das Crowdinvestment bei Gründern wie bei Anlegern großer Beliebtheit; wurden im ersten Quartal 2011 laut Statistica lediglich 80.000 Euro investiert, waren es im zweiten Quartal 2014 schon stolze 2,84 Millionen.

Teilen ist das neue Haben – Sharing Economy für Kleinunternehmen

Der eine hat etwas, was der andere sucht. Sharing Economy, jenes Wirtschaftsmodell, das Eigentum und Kompetenzen von Einzelnen potenziell allen zur Verfügung stellt, ist als solches keine neue Idee und kann vor allem kleinen Unternehmen und Gründern finanzielle Vorteile verschaffen, wenn nicht gar als Geschäftsmodell dienen. Denn jene, die teilen statt kaufen, sind nicht notwendig die natürlichen Feinde profitorientierter Unternehmen. Darauf weist ein Denkpapier des IfM hin, in dem die Autoren mögliche Vorteile der Sharing Economy für den Mittelstand nennen. Zuallererst können Unternehmen Infrastruktur teilen statt kaufen. Plötzlich ist geringe Unternehmensgröße kein Nachteil mehr, jeder findet nun einen Platz am Ressourcenpool: Das repräsentative Vorzimmer samt Sekretärin ist in die digitale Welt delegiert, teure Software liegt in der Cloud und wird geteilt oder bedarfsgerecht angemietet, CoWorkingSpaces, also Bürogemeinschaften, die über Online-Portale vermittelt werden, reduzieren die Miete und senken die Betriebskosten.

Auf an die Börse? Das Drama der Mittelstandsanleihen

Eigentlich war es eine gute Idee, dass die Stuttgarter Börse 2010 eine neue Nische im Finanzmarkt vorstellte: den Bond-M, den Markt für Mittelstandsanleihen. Kleine Unternehmen sollten so unabhängiger von ihrer Hausbank werden. Die Anleihe als Schuldverschreibung würde Unternehmen im Unterschied zur Aktie auch nicht an die Kette schlechtgelaunter Miteigentümer legen, Firmenchefs mussten keine Stimmrechtsanteile abgeben und um ihre unternehmerische Autonomie bangen. Zugleich war die Anleihe für Kleinanleger eine attraktive Alternative zur Aktie. Sie vertrauten bekannten Namen wie Schneekoppe oder Valensina. Seither wurden etwa acht Milliarden Euro, die Anleger in 150 verschiedene Anleihen investiert haben, eingesammelt. Gleichwohl sorgte die Mittelstandsanleihe dieses Jahr für erhebliche Verwerfungen in der deutschen Finanzierungslandschaft. Mit der Insolvenz von German Pellets im Februar begann der rasante Abstieg eines einstmals innovativen Finanzierungmarktes. Im Herbst meldeten traditionsreiche Mittelständler wie KTG Agrar und die Gebrüder Sanders Insolvenz an, René Lezard und Laurél beantragten Schuldenschnitte, der Bond-M-Index fiel ins Bodenlose. 1,4 Milliarden Euro sind weg, eine Ausfallquote von fast 20 Prozent. Der Markt rechnet bei Hochrisikoanleihen mit einer fünfprozentigen Ausfallquote.

Keine gute Idee der Finanzierung also, weder für Unternehmen auf Liquiditätssuche noch für Anleger auf Renditejagd. Profitiert haben letztlich nur die Vermittler: Banken, die Börse und Ratingagenturen. Kleinere Banken konnten Finanztitel verkaufen, die sie sonst nicht im Portfolio gehabt hätten und wälzten die Risiken auf die Kunden ab, Agenturen verkauften gute Noten, Berater strichen Provisionen ein.

Im Reigen der zahlreichen Finanzierungsmöglichkeiten für KMU ist die Mittelstandsanleihe sicherlich die unattraktivste. Dass der deutsche Mittelstand aber wegen einer einstmals als innovativ gelobten Finanzstrategie in schlechtes Licht rückt, hat er indes nicht verdient.

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Fördertöpfe für die intelligente Fabrik

Mit dem Zukunftsprojekt Industrie 4.0 will die Bundesregierung die vierte industrielle Revolution vorantreiben – und ist dabei vor allem auf mittelständische Fertigungsunternehmen angewiesen. Die werden mit diversen Förderprogrammen gelockt, damit sie ihre Produktion mit modernsten High-Tech-Systemen verzahnen.

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Die Zukunft hat im hessischen Herborn schon längst begonnen. Dort, bei der Herborner Pumpentechnik GmbH & Co KG, läuft eine Schiffspumpe aus Bronze vom Band. Kein Massenprodukt, sondern individuell für einen Kunden gefertigt. Für ihn wird sie stündlich 100 Kubikmeter Wasser fördern – bei minimalem Druckaufbau und optimalem Saugverhalten. Gleich darauf wird ein Eilauftrag produziert: eine Pumpe für Kühlemulsionen. Auftraggeber ist ein Industrieunternehmen. Was früher undenkbar war, ist nun Routine in Herborn. Die Pumpenfabrik kann flexibel auf Sonderwünsche reagieren, ohne den regulären Work-flow zu unterbrechen. Die Produktion einzelner Sonderanfertigungen in beliebiger Reihenfolge wäre vor 20 Jahren noch aufwendig und teuer gewesen, heute behauptet sich die Herborner Pumpentechnik mit maßgeschneiderten Produkten und kurzen Lieferzeiten erfolgreich auf dem internationalen Markt.

Denn das Unternehmen gehört zu den Pionieren eines Zukunftsprojekts der High-Tech-Strategie der Bundesregierung: Industrie 4.0 ist Synonym für die vierte industrielle Revolution. Nach Mechanisierung, Elektrifizierung und Informatisierung soll jetzt die industrielle Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik verzahnt werden. Dabei sorgen intelligente und digital vernetzte Systeme für eine weitestgehend selbstorganisierte Produktionskette, in der Menschen, Anlagen, Logistik und Produkte direkt miteinander kommunizieren und kooperieren. In der Smart Factory, der intelligenten Fabrik, nehmen tausende Sensoren und Chips Messwerte für tausende unterschiedliche Teile auf, damit Kleinserien oder Einzelstücke entstehen können wie Massenware.

Im digitalen Zeitalter können Schichten ohne Personal gefahren werden

So hat auch die Herborner Pumpentechnik den Schritt ins digitale Zeitalter gemacht: Montage-Linien wurden komplett umorganisiert und auf „one-piece-flow“ umgestellt, damit Werkstücke jetzt in vermeintlich chaotischer Reihenfolge abgearbeitet werden können. Zudem entwickelten die Ingenieure des hessischen Mittelständlers ein neues Enterprise Resource Planning-System, um mit diesem ERP-System Ressourcen wie Kapital, Personal, Betriebsmittel, Material, Informations- und Kommunikationstechnik und IT-Syteme im Sinne des Unternehmenszwecks kurzfristig und bedarfsgerecht zu planen und zu steuern. „Dadurch sind wir sehr flexibel geworden“, sagt Sascha Korupp, der Technische Leiter der Firma. Lieferfristen zum Beispiel seien im Schnitt von acht auf drei Wochen verkürzt worden, der Lagerbedarf habe sich enorm verringert. Und die neue Struktur erlaube sogar die Fertigung in Schichten ohne Personal.

Über eine Million innovative Mittelständler – Klein- und Kleinstbetriebe für Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) eingeschlossen – zählt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Weil davon rund 690 000 kleine und mittlere Unternehmen dem Produzierenden Gewerbe angehören, kann das Konzept von Industrie 4.0 erfolgreich nur mit dem produzierenden Mittelstand umgesetzt werden. Derzeit haben jedoch erst fünf Prozent der mittelständischen Fertigungsunternehmen ihre Maschinen, Anlagen und Systeme umfassend vernetzt. Obwohl die Großunternehmen in den vergangenen Jahren ihre Innovationsausgaben erheblich gesteigert haben, stagnieren sie im Mittelstand oder gehen sogar eher zurück.

Investitionszuschüsse für Business Angels

Weil die Entwicklung und Einführung von Industrie 4.0-Technologien teilweise hohe Investionen erfordern, stellt sich die Frage nach den Finanzierungsbedingungen für mittelständische Unternehmen. Hier muss unterschieden werden zwischen Entwicklern und Anwendern. Entwickler sind meist kleine IKT-Start-ups, die im Gegensatz zu den Betrieben aus dem kapitalintensiven und technologieorientierten Produzierenden Gewerbe in der Regel über keine langjährigen Geschäftsbeziehungen zu Hausbanken verfügen. Diese Start-ups werden nicht selten von Business Angels unterstützt, Privatinvestoren, die sich mit Risikokapital beteiligen. Damit deren Risiko überschaubar bleibt, hat die Bundesregierung das Programm „Investitionszuschuss Wagniskapital“ aufgelegt. Private Venture-Capital-Geber bekommen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) pro Start-up 20 Prozent ihrer Investitionssumme bis zu einer Maximalsumme von 250. 000 Euro erstattet. Verkauft der Investor nach einer Haltedauer von mindestens drei Jahren seine Anteile, oder scheitert das Start-up, muss er den Zuschuss nicht zurückzahlen.

Lotsen durch die Forschungs- und Innovationsförderung

Während große Produktionsunternehmen die Finanzierung der Industrie 4.0-Technologien häufig aus eigenen Mitteln stemmen, sind mittelständische Betriebe stärker auf Außenfinanzierungsinstrumente wie Bankkredite oder öffentliche Förderprogramme angewiesen. Um das Projekt Industrie 4.0 zu forcieren, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) deshalb die Rahmenbedingungen für ihre Förderprogramme verbessert und die Verfahren vereinfacht. In diesem und im nächsten Jahr stehen jeweils 320 Millionen Euro an Fördermitteln für kleine und mittlere Unternehmen zur Verfügung – zum Beispiel in der Förderinitiative „KMU-innovativ“, in der Spitzenforschung im Mittelstand finanziell unterstützt wird. Damit sich Firmen in der Forschungs- und Innovationsförderung leichter orientieren können, hat die Bundesregierung einen speziellen Service eingerichtet: Beim kostenfreien Lotsendienst für Unternehmen erhalten Interessenten gebündelte Informationen, welche Fördermöglichkeit ihrem Forschungsvorhaben am ehesten entspricht – über die Telefonnummer 0800 2623 009 oder die Mailadresse beratung@foerderinfo.bund.de.

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Crowd auf dem Vormarsch

Mitglied der Mittelstandsallianz

Kapital und Personal sind der Treibstoff des Mittelstands. Beides bringt die Crowd. Das neue Mitglied der Mittelstandsallianz öffnet den Weg.

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Mit dem Deutschen Crowdsourcing Verband e. V. (DCV) ist die Mittelstandsallianz des BVMW seit September 2016 um ein weiteres Mitglied reicher. Der DCV ist, mit Gründungsjahr 2011, der älteste Verband in Europa, der sich ausschließlich mit crowdbasierten Geschäftsmodellen befasst. Die Crowd, das sind unsere vernetzten Mitmenschen. Die einzelnen Mitglieder der Crowd schließen sich zusammen, um Projekte zu finanzieren (Crowdfunding) oder in Einzelaufgaben aufgeteilte Gesamtarbeiten zu erbringen (Crowdworking). Für den DCV war der Beitritt zur Mittelstandsallianz ein logischer Schritt, um dem Mittelstand crowd-basierte Modelle erschließen zu können.

Die Story zählt

Crowdfunding eröffnet Unternehmensfinanzierung aus der Crowd. Eine Vielzahl von Einzelpersonen trägt dabei mit ihrem Anlagebetrag zur Finanzierung eines Unternehmens bei. Dieser „Schwarm“ von bis zu mehreren tausend Einzelnen ist in der Lage, pro Unternehmen bis zu 2,5 Millionen Euro aufzubringen. Als Entgelt für die Überlassung des Kapitals erhält der einzelne Crowdfunder vom Unternehmen feste oder erfolgsbezogene Zinsen. Bei Start-ups ist aufgrund des höheren Risikoprofils auch eine Beteiligung am Unternehmenswert üblich. Der Gesetzgeber hat durch die letztjährige Novellierung des Vermögensanlagengesetzes die „Schwarmfinanzierung“ zu einem gesetzlich geregelten Weißmarktprodukt gemacht. Dies gewährt sowohl für das kapitalsuchende Unternehmen als auch die Kapitalgeber aus der Crowd ein Maximum an Rechtssicherheit.

Grundsätzlich kann ein Unternehmen bis zu 2,5 Millionen Euro über ein Crowdfunding einwerben. Der Weg dorthin ist kein Verwaltungsvorgang, der mit dem Einreichen eines Antrags erledigt wäre. Das Unternehmen ist vielmehr gefordert, eine schlüssige Investmentstory crowdgerecht zu formulieren, Zahlungen sachgerecht durchzuführen und eine dauerhafte Kommunikation zu den potenziellen und bestehenden Anlegern des Crowdfundings aufzubauen.

Erfahrene Experten

Crowdworking wird oft als „Arbeitsmodell 4.0“ bezeichnet. Aufgaben, die bisher im Unternehmen abgewickelt wurden, werden in extern ausführbare Arbeitsschritte aufgeteilt und durch Crowdworker abgearbeitet. Diese werden auf spezialisierten elektronischen Plattformen zusammengeführt, die sowohl die Administration, die Arbeitsüberwachung und die Qualitätskontrolle als auch die Bezahlung für den Auftraggeber übernehmen. Crowdworker werden dabei als freie Mitarbeiter der Plattform, also selbstständige Unternehmer tätig. Es entsteht dem Auftraggeber kein Beschäftigungsverhältnis. Unabhängige Studien weisen den Crowdworkern einen überdurchschnittlich hohen Bildungsgrad nach; in den anspruchsvolleren Disziplinen überwiegen Akademiker mit Berufserfahrung. Crowdworker arbeiten selbstbestimmt, ungerne in Unternehmensstrukturen und bevorzugen es, sich ständig mit neuen Herausforderungen unterschiedlichster Unternehmen und Branchen zu beschäftigen. Bei erfahrenen Crowdworkern darf daher von Expertenstatus und großem Erfahrungshorizont in unterschiedlichsten Branchen ausgegangen werden.

Crowdworker arbeiten selbstbestimmt und bevorzugen es, sich ständig mit neuen Herausforderungen unterschiedlichster Unternehmen und Branchen zu beschäftigen.

Für den Mittelstand bieten sich durch Crowdworking sowohl Möglichkeiten, Fertigung und Entwicklung auf internationalem Niveau zu betreiben oder auch nur Spitzenbelastungen flexibel und zuverlässig durch Crowdworker abzufedern. Der Deutsche Crowdsourcing Verband wird Anfang 2017 mit universitären Partnern eine Plattform entwickeln, die mittelständischen Unternehmern den Zugang zu den personellen Ressourcen im Crowdworking öffnet.

DCV-Vorstand Christoph Sieciechowicz ist per eE-mail unter cs@crowdfundingnetwork.de sowie telefonisch unter 0178 2013777 exklusiv für Mitglieder des BVMW für Fragestellungen zum Crowdfunding und Crowdworking erreichbar. www.crowdsourcingverband.de

 

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Finanzierungssicherheit in riskanten Märkten

Die öffentliche Debatte wird in immer kürzeren Intervallen durch herausfordernde politische Entwicklungen geprägt. Ukraine, der Syrienkonflikt, das Brexitvotum oder die US-Wahlen – die Unsicherheitsfaktoren im Spannungsfeld des internationalen Handels nehmen zu. Zugleich schreiten Digitalisierung und Globalisierung unaufhaltsam voran – viele deutsche Unternehmen sind in der Folge verunsichert.

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Internationale Märkte und aufstrebende Volkswirtschaften, vor allem in Asien, haben dennoch wenig von ihrer Anziehungskraft verloren. Gerade viele kleinere und mittlere deutsche Unternehmen – in ihrem Geschäftszweig oft hochspezialisierte Weltmarktführer – stehen dabei vor der Frage, wie diese Märkte am besten zu erschließen sind, und welche Instrumente sie beim Schritt auf bisher unbekanntes Terrain nutzen können.

Nachhaltige unternehmerische Entscheidungen gehören zum Markenkern des deutschen Mittelstandes. Vor dem Sprung ins Ungewisse in Form von direkten Investitionen in ausländische Märkte ist daher der Export oft das Mittel der Wahl. In neuen Märkten kennen sich die Vertragspartner in den meisten Fällen jedoch nicht aus und können im Vorfeld weder Leistungsbereitschaft noch Vertrauenswürdigkeit des zukünftigen Partners beurteilen. In diesen Fällen kann ein Akkreditiv Abhilfe schaffen und Exporteuren die Zahlung des vereinbarten Betrags sicherstellen. Hier bieten Banken einen Full Service an und nehmen Unternehmen einen Großteil des administrativen Aufwands ab.

Exportfinanzierungen eignen sich vor allem in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld als zusätzlicher Vorteil im Wettbewerb – und sie können verschlossen geglaubte Türen im Ausland öffnen. Das Risiko der Finanzierung von Unternehmen mit Sitz im Ausland, etwa in den Emerging Markets, hat natürlich seinen Preis – und genau hier kommt eine Exportkreditversicherung (ECA) ins Spiel, um wirtschaftliche und politische Risiken abzusichern. Ein ECA-gedeckter Bestellerkredit sorgt im Ergebnis für unmittelbare Liquidität beim Exporteur und geht Hand in Hand mit einer sicheren Absatzplanung.

Doch nicht nur eigene Waren und Dienstleistungen können Grenzen überwinden. Ob im Rahmen der Expansion in neue Märkte, der Begleitung von Abnehmern ins Ausland, oder wenn politische Rahmenbedingungen einen Teil der Wertschöpfung im Zielland erfordern, die Gründung von Niederlassungen oder Tochtergesellschaften im Ausland ist oft der konsequente nächste Schritt. Eine Übertragung der Bonität der Muttergesellschaft auf die internationale Tochtergesellschaft in Form eines Cross Border Sublimits kann dabei neue Chancen und bewährte Stärken in Einklang bringen. Durch eine Haftungserklärung zugunsten der Tochtergesellschaft ermöglichen Unternehmen ihren Tochtergesellschaften im Ausland ausreichend Liquidität für das Wachstum vor Ort.

Die fortschreitende Globalisierung verändert sukzessive auch das Wettbewerbsumfeld deutscher Unternehmen, die sich immer mehr internationalen Konkurrenten stellen müssen.

Die fortschreitende Globalisierung verändert sukzessive auch das Wettbewerbsumfeld deutscher Unternehmen, die sich immer mehr internationalen Konkurrenten stellen müssen. Mit dem Blick auf schwankende Wechselkurse hat Globalisierung ergo auch immer eine strategische Komponente. Verändern sich die Wechselkurse, verändert sich auch die eigene Wettbewerbsposition. Die Bedeutung eines aktiven Währungsmanagements wird nicht zuletzt dadurch unterstrichen, dass viele ausländische Abnehmer die Zahlung in der eigenen Währung bevorzugen – und so das Währungsrisiko auf den deutschen Handelspartner verlagern. Rohstoffmärkte sind darüber hinaus klassisch US-Dollarmärkte. Unternehmen aus rohstoffintensiven Branchen haben folglich – selbst bei einem Bezug in Euro – ein indirektes Wechselkursrisiko zu steuern. Sowohl das Rohstoffpreisrisiko, als auch das Wechselkursänderungsrisiko beeinflussen die Einkaufskonditionen der Unternehmen.

Wechselkursveränderungen können das Ergebnis eines Unternehmens also elementar beeinflussen. Ein klassischer Baustein für die Absicherung von Währungsrisiken sind Devisentermingeschäfte, die dem Unternehmen einen festen Wechselkurs an einem frei zu bestimmenden Termin in der Zukunft garantieren. Für Unternehmen, die Absicherung mit Flexibilität verbinden wollen, bieten sich Devisenoptionen als Mittel der Wahl an.

Die asiatischen Tigerstaaten, die BRICS-Staaten, aber auch die „Next Eleven“, sie alle vereint neben zugkräftigen Titeln auch ein dynamisches Wirtschaftswachstum. Trotz derzeit kriselnder Weltwirtschaft gewinnen daher auch deren Währungen sukzessive an Bedeutung. Im Zuge dieser Entwicklung kommt vor allem am Wachstumsmarkt China kaum ein Unternehmen vorbei. Dessen Wachstumskurs wird von einer schrittweisen Liberalisierung der chinesischen Währung begleitet. Ob Eröffnung und Führung von Renminbi-Konten, die Finanzierung an den Renminbi-Anleihenmärkten oder Absicherungsstrategien für Im- und Exporteure: International aufgestellte Banken bieten eine umfassende Leistungspalette. Besonders mit Blick auf die Verlagerung des Währungsrisikos auf den Handelsspartner kann eine Finanzierung in lokaler Währung ein wertvoller Beitrag sein. Das steigende Interesse von Mittelständlern am Renminbi wird durch eine aktuelle Kundenumfrage der Commerzbank untermauert. Die Unternehmen attestierten einer Fakturierung in Renminbi dabei vier entscheidende Stärken: Vorteile bei Preisverhandlungen, Präferenzen des chinesischen Handelspartners, Möglichkeit der Absicherung von Devisenkursrisiken und Vorteile bei der lokalen Markterschließung.

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Foto: oben © create jobs 51 - shutterstock.com; Foto unten: © Commerzbank AG

Starker Partner für den Mittelstand

Damit in Nordrhein-Westfalen kleine und mittlere Unternehmen in Innovationen investieren können, bietet die NRW.BANK eine breite Palette an Unterstützung an – von Krediten über Eigenkapital bis Beratung.

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Die Anforderungen an den deutschen Mittelstand sind vielfältig. Er muss seine Chancen in Trends wie dem Klimawandel, dem demografischen Wandel und der Globalisierung erkennen und mit Wachstum, innovativen Produkten und Dienstleistungen reagieren, um am Markt erfolgreich zu bestehen. Die aktuell größte Herausforderung aber ist die Digitalisierung, denn sie verändert Industrie und Gesellschaft.

Für den Mittelstand, der sich durch hohe Flexibilität und Innovationskraft auszeichnet, ist die Digitalisierung eine Chance, bestehende Geschäftsmodelle nicht nur anzupassen, sondern auch neue zu entwickeln. Einige Unternehmen arbeiten bereits an E-Commerce, Smart Services oder Automatisierungstechniken. Doch nur die Hälfte der deutschen Unternehmen hat laut einer Studie von PricewaterhouseCoopers eine digitale Strategie.

Um international nicht den Anschluss zu verlieren, ist es für den Mittelstand entscheidend, die Digitalisierung aktiv mitzugestalten. Doch die notwendigen Investitionen müssen finanziert werden. Insbesondere die Vernetzung von Beschaffung, Produktion und Vertrieb über digitale Technologien geht oft mit hohen Kosten einher. Das heißt, es muss in Forschung und Entwicklung, neue Fertigungstechniken, Internetanwendungen und Hardware investiert werden, aber auch in IT-Sicherheit und Weiterbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter.

Zahlreiche Förderprogramme für die digitale Zukunft

Auch für Förderbanken ist es aktuell eine der großen Herausforderungen, die digitale Wende aktiv mitzugestalten. Sie sind gefragt, den Weg in eine digitale Zukunft mit vielfältigen Förderprogrammen zu ebnen. Schließlich müssen die erforderlichen Investitionen finanziert werden. Als Förderbank für das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die NRW.BANK Unternehmen mit Angeboten, die über klassische Förderdarlehen bis hin zu Eigenkapitalfinanzierungen und Beratungsangeboten reichen. Die Vorteile für kleine und mittlere Unternehmen sind vielfältig: Sie können sich die historisch niedrigen Zinsen langfristig sichern, von günstigen Tilgungs- und Haftungsvarianten profitieren und die Eigenkapitalbasis stärken.

Gefördert werden Investitionsmaßnahmen und Betriebsmittel, mit denen innovative Produkte und Dienstleistungen entwickelt oder eingeführt werden.

Zu den Flaggschiffen der Mittelstandsförderung gehören der NRW.BANK.Mittelstandskredit und der NRW.BANK.Universalkredit. Da die Finanzierung der digitalen Wende einen hohen Anteil an weichen Kosten hat, wie zum Beispiel für Beratungsleistungen, Forschung und Entwicklung oder Personalkosten, sind die Amortisationszeiten und Sicherheiten für die Finanzierung schwer kalkulierbar. Deshalb eignet sich das neue Programm NRW.BANK.Innovative Unternehmen besonders. Das Darlehen richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen sowie Small- und Midcaps aus NRW, die bereits drei Jahre am Markt aktiv sind. Gefördert werden Investitionsmaßnahmen und Betriebsmittel, mit denen innovative Produkte und Dienstleistungen entwickelt oder eingeführt werden. Der Clou an diesem Förderprogramm: Die Risikoabsicherung durch den Europäischen Investitionsfonds führt zu günstigen Konditionen für die Darlehensnehmer und erleichtert so den Hausbanken die Entscheidung zur Kreditvergabe. Immerhin nimmt ihnen die 70-prozentige Haftungsfreistellung einen Großteil des Kreditausfallrisikos ab.

Neben der Bereitstellung klassischer kreditwirtschaftlicher Förderprodukte bietet die NRW.BANK dem Mittelstand auch Beteiligungskapital an. Unternehmen können so in Wachstum und Innovationen investieren und damit ihre Handlungsfähigkeit sicherstellen. Die Verbesserung der Eigenkapitalbasis erleichtert zudem den Zugang zu weiteren Finanzierungen und zu besseren Konditionen. Gerade im Bereich Digitalisierung bietet sich Eigenkapital an, da hier neue, innovative Märkte erschlossen und noch nicht etablierte Technologien entwickelt werden.

Von Beratung und Netzwerken profitieren

Die Arbeit von Förderbanken geht über das bloße Bereitstellen von Kapital hinaus. Auch die Beratung gehört dazu. Bei der NRW.BANK werden Unternehmen zum Beispiel auf Gespräche mit Finanzierungspartnern vorbereitet, es werden relevante Kontakt- und Beratungsstellen vermittelt oder die Finanzierungsstruktur auf Optimierungspotenziale geprüft. So vielfältig wie die Bedürfnisse der Unternehmer sind, so vielfältig sind die Möglichkeiten der Förderung und Finanzierung. Die NRW.BANK ist dabei starker und zuverlässiger Partner des Mittelstands.

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Foto oben: © dragonstock - fotolia.com; Foto unten: NRW.Bank/Kolja Matzke

Brückenfinanzierung durch Wandeldarlehen

Wandeldarlehen sind eine attraktive Form der Brückenfinanzierung für Unternehmen, die kurzfristig Kapital benötigen. Der Investor gewährt das Kapital zunächst als Darlehensgeber, erhält aber das Recht oder sogar die Pflicht, seine Darlehensforderungen später in Eigenkapital zu wandeln. So werden Vorteile von Fremd- und Eigenkapital genutzt.

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Unternehmen kennen traditionell zwei Wege, um sich frisches Kapital zu beschaffen: Die Aufnahme von Fremdkapital durch Abschluss eines Darlehensvertrages oder die Aufnahme von Eigenkapital im Wege einer Kapitalerhöhung. Der Darlehensgeber erhält üblicherweise eine feste oder variable Verzinsung, ist aber in der Regel nicht an einer Steigerung des Unternehmenswerts beteiligt. Dies zeigt sich besonders bei einem Verkauf des Unternehmens: Dann erhält der Eigenkapitalgeber als mitverkaufender Gesellschafter einen Teil des Kaufpreises und partizipiert somit voll an der Wertsteigerung des Unternehmens seit dem Zeitpunkt seiner Beteiligung, während der Darlehensgeber weiterhin auf die Verzinsung seiner Darlehensforderung beschränkt bleibt.

Eine Kapitalerhöhung ist also besonders für Investoren in Wachstumsunternehmen attraktiv, die vor allem darauf setzen, dass der Unternehmenswert steigt. Sie erfordert aber in der Praxis immer eine gewisse Zeit. Denn die bisherigen Gesellschafter und der Investor müssen sich vorab über den Ausgabepreis für die neuen Anteile und damit über die Bewertung des Unternehmens einigen. Das setzt meist langwierige wirtschaftliche Verhandlungen der Beteiligten voraus – und deshalb ist die Kapitalerhöhung zur kurzfristigen Brückenfinanzierung, zum Beispiel in Krisenfällen, häufig nicht geeignet. Im Gegensatz dazu kann bei einem Darlehen das benötigte Kapital in der Regel unmittelbar nach Abschluss des Darlehensvertrages ausgezahlt werden.

Die Vorteile beider Finanzierungsformen lassen sich mit einem Wandeldarlehen kombinieren, das sich als Gestaltungsmöglichkeit in den letzten Jahren steigender Beliebtheit erfreut. Es verbindet ein herkömmliches Darlehen mit dem Recht oder der Pflicht des Darlehensgebers, zu einem späteren Zeitpunkt seine Darlehensforderungen in neue Anteile an der Gesellschaft umzuwandeln. Der Investor kann also von der Rolle als Darlehensgeber in die eines Gesellschafters wechseln. Die Auszahlung des Kapitals ist sofort möglich. Die Einigung über die Unternehmensbewertung kann auf den Zeitpunkt der Wandlung verschoben werden.

Ein solcher Wandeldarlehensvertrag hat zwei Teile.

Der erste Teil entspricht einem üblichen Darlehensvertrag mit Regelungen über die Darlehenssumme, die Auszahlungsvoraussetzungen, die Verzinsung, die Laufzeit und die Kündigungsrechte von Darlehensgeber und Darlehensnehmer. Häufig wird auch eine Rangrücktrittsklausel erforderlich sein um zu vermeiden, dass das Darlehen zur insolvenzrechtlichen Überschuldung führt.

Im zweiten Teil verpflichten sich sämtliche Gesellschafter, zu einem späteren Zeitpunkt eine Kapitalerhöhung der Gesellschaft zu beschließen und an den Darlehensgeber neue Anteile auszugeben. Im Gegenzug muss der Darlehensgeber seine Darlehensforderungen als Einlage in die Gesellschaft einbringen. Für die Gesellschaft hat diese Wandlung der Darlehensforderungen zur Folge, dass sie von den Verbindlichkeiten gegenüber dem Darlehensgeber frei wird.

Wirtschaftlicher Kern des Wandeldarlehensvertrages ist die Regelung, zu welchen Konditionen die Darlehensforderungen in neue Anteile gewandelt werden.

Wirtschaftlicher Kern des Wandeldarlehensvertrages ist die Regelung, zu welchen Konditionen die Darlehensforderungen in neue Anteile gewandelt werden. Regelmäßig ist es sinnvoll, das Darlehen im Rahmen der nächsten Kapitalerhöhung zu wandeln, bei der ein fremder Dritter neue Anteile der Gesellschaft übernimmt. Denn dann liegt eine objektive, mit dem fremden Dritten verhandelte Bewertung des Unternehmens vor, an der sich auch die Konditionen der Darlehenswandlung orientieren können. Häufig lassen sich Wandeldarlehensgeber dabei schon vorab einen Rabatt auf die Konditionen der nächsten Kapitalerhöhung zusichern, als Gegenleistung dafür, dass sie der Gesellschaft zu einem früheren Zeitpunkt, zu dem sie wahrscheinlich noch weniger wert war, Kapital zur Verfügung gestellt haben. Abschläge von 10 bis 20 Prozent sind hierbei durchaus üblich.

Im Ergebnis ist das Wandeldarlehen eine attraktive Form der Brückenfinanzierung für Unternehmen, die kurzfristig Kapital benötigen. Die Gesellschaft erhält schnell die benötigten finanziellen Mittel, ohne vor der Auszahlung das zeitaufwendige Prozedere einer Kapitalerhöhung durchlaufen zu müssen. Im Vergleich zu einem einfachen Darlehensvertrag ist ein solches Wandeldarlehen allerdings ein relativ komplexes Finanzierungsinstrument. Deswegen ist eine sorgfältige rechtliche und steuerliche Gestaltung erforderlich, um späteren Streit zwischen den Beteiligten zu vermeiden und die Risiken von Gesellschaft, Gesellschaftern und Investor soweit wie möglich zu minimieren.

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Veränderungen in der Finanzierungslandschaft

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Immer wieder machen FinTechs, also Start-ups aus dem Finanzbereich, Schlagzeilen. Doch wie sinnvoll sind sie wirklich für die Unternehmensfinanzierung? „Der Mittelstand.“ sprach mit Mario Springer, dem Gründer der in München ansässigen Tradico GmbH, über die Veränderungen in der Finanzierungslandschaft.

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Mario Springer, Vorstand & Co-Founder, Tradico GmbH

Der Mittelstand.: Herr Springer, die Eigenkapitalquote bei deutschen Mittelständlern ist seit Jahren hoch. Warum sehen Sie einen Bedarf an weiteren Finanzierungen abseits des klassischen Bankkredits?

Mario Springer: Diesen Bedarf sehen nicht nur wir, sondern auch zehntausende Unternehmer in ganz Deutschland. Erst vor wenigen Wochen kam der „Finanzierungsmonitor 2016 – Kurzfristige Kredite im deutschen Mittelstand“ der TU Darmstadt zu dem Ergebnis, dass mittlerweile drei von vier Mittelständlern erwägen, kurzfristige Kredite für das laufende Geschäft künftig über FinTechs wie Tradico abzuwickeln.

Woraus resultiert dieser Bedarf?

Der Hauptgrund ist, dass sich die Firmeninhaber zur Finanzierung ihres laufenden Geschäfts Kredite ohne eine Besicherung wünschen. Laut dem Finanzierungsmonitor muss aber mehr als jedes zweite mittelständische Unternehmen mehr als ein Drittel seiner Betriebsmittelkredite derzeit mit Sicherheiten unterlegen. Jedes zehnte Unternehmen muss aktuell sogar für mehr als zwei Drittel seiner kurzfristigen Finanzierungen Sicherheiten stellen. Seit der Verschärfung der Kreditvergaberichtlinien bei Banken durch Basel III ist die Liquidität bei vielen Firmen zu einem großen Thema geworden.

FinTechs wie Ihr Unternehmen stehen also in direkter Konkurrenz zur klassischen Hausbank?

Nein, das sehe ich nicht so. FinTechs sind nicht zwangsläufig Wettbewerber. Zumindest Tradico sieht sich in erster Linie als Partner der Banken, als Ergänzung zu deren Portfolio. Unternehmen, die bereits Kreditlinien bei Banken bedienen, können unsere Finanzierungen bei ungeplanten Auftragsspitzen oder für ihr zusätzliches Wachstum nutzen. Dabei fallen dann keine Zinsen an, sondern ein Aufschlag auf die Waren in Form von Stundungsgebühren – in der Regel liegen diese bei etwa einem Prozent pro Monat, die wiederum in die Gewinn- und Verlustrechnung einfließen. Weitere Vertragskosten gibt es nicht.

Wie funktioniert das?

Wir arbeiten mit Finetrading, wir finanzieren also bei Wareneinkäufen die verhandelte Bestellung vor. Im Gegensatz zur Bank bewerten wir vor allem das Risiko, das sich aus dem Wareneinkauf und dem Absatzrisiko der durchgehandelten Waren ergibt. Dafür muss der Händler nur seine Daten auf unserer Website www.tradi.co eingeben und einen Liefervertrag vorweisen – natürlich online. Innerhalb von drei Werktagen erhält der Händler dann das Wareneinkaufslimit. Neben der Wareneinkaufsfinanzierung bieten wir zudem eine Absatzfinanzierung an, so dass Lieferanten den bei ihnen angeschlossenen Händlern ein verlängertes Zahlungsziel einräumen können. Der Lieferant kann also kostenneutral das eigene Händlernetz zur Gewinnung von zusätzlicher Liquidität nutzen. All dies passiert online und geht sehr schnell. Trotzdem legen wir bei größeren Kunden durchaus Wert auf den persönlichen Kontakt. Wir haben einen großen Vertrieb aufgebaut und sind trotz des Onlinefokus’ sehr nah bei unseren Kunden.

Inwiefern unterscheidet sich dieses Modell von anderen FinTechs zur Unternehmensfinanzierung?

Außer uns gibt es nur Peer-to-Peer-Plattformen, die ausschließlich vermitteln, die also Unternehmen mit Kreditgebern zusammenbringen. Tradico jedoch ist der einzige Online-Finetrader, der nicht vermittelt, sondern mit eigenem Geld arbeitet. Dafür kooperieren wir mit verschiedenen Banken.

Wie wird sich Ihrer Auffassung nach das Zusammenspiel zwischen Banken und FinTechs bei der Unternehmensfinanzierung mittelfristig entwickeln?

Ich denke, es wird einige Veränderungen in der Finanzierungslandschaft geben. SAP ermittelte kürzlich in seiner Studie „The Future-Proof Digital Bank“, dass sechs von zehn global agierenden Banken einer Partnerschaft mit FinTechs aufgeschlossen gegenüberstehen. Jede dritte der befragten Banken würde mit einem FinTech-Unternehmen zusammenarbeiten, während jede vierte auch eine Übernahme in Betracht ziehen würde. Schließlich senken die Banken dadurch ihre Risikokosten. Gut möglich, dass mittelfristig völlig neue Banken entstehen, die sich mit einem derartig erweiterten Angebot ausschließlich an Mittelständler richten – und dass die bereits bestehenden Banken den Mittelstand wiederentdecken.

Das Interview führte Achim von Michel.

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Strafrechtliche Risiken bei Finanzierungen

Auch wenn die allermeisten Finanzierungsverhältnisse problemfrei ablaufen, kann es im Konfliktfall in vielfältiger Hinsicht zu strafrechtlichen Vorwürfen kommen. Erfahrungsgemäß ist dies insbesondere dann der Fall, wenn Gläubiger im Nachgang zur Finanzierungsgewährung mit ihren Ansprüchen krisen- oder gar insolvenzbedingt ausfallen.

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Der Verdacht, die Finanzierungsmittel seien aufgrund wahrheitswidriger Angaben des Finanzierungsnehmers gewährt worden, ist schnell – manchmal auch vorschnell – formuliert. Eine besondere Bedeutung erlangt ein solcher Vorwurf auch deshalb, weil mit einer etwaigen Strafbarkeit eine persönliche Haftung der handelnden Personen einhergehen kann (§§ 823 Abs. 2, 826 BGB). Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die im Finanzierungskontext praxisrelevantesten Strafvorschriften.

1. Betrug (§ 263 StGB)

Wer zur Erlangung von Mitteln über die tatsächlichen Verhältnisse des Finanzierungsnehmers täuscht (zum Beispiel Vermögenswerte, Sicherheiten, Verbindlichkeiten oder die Auftragslage), kann sich dem Vorwurf eines Betrugs aussetzen, wenn der Finanzierungsgeber hierdurch zu einer ihn schädigenden irrtumsbedingten Finanzierungsgewährung gebracht wird. In der Praxis ergeben sich jenseits eindeutiger Fälle freilich viele Zweifelsfragen, zum Beispiel inwieweit bestimmte Informationen offengelegt oder für die Finanzierung überhaupt erheblich waren, oder ob ein Schaden deshalb ausscheidet, weil ausreichende Sicherheiten bestehen.

2. Kreditbetrug (§ 265b StGB)

Aufgrund der vorstehend skizzierten Schwierigkeiten bei der Anwendung des „klassischen“ Betrugstatbestands sind für den Bereich der Unternehmensfinanzierung in § 264b StGB bereits bestimmte Täuschungshandlungen für sich gesehen unter Strafe gestellt, also unabhängig von dem Abschluss eines Finanzierungsvertrags und einem Schadenseintritt. Erfasst ist etwa die Vorlage von unrichtigen oder unvollständigen Bilanzen, Vermögensaufstellungen oder Gutachten mit entscheidungserheblichen Informationen.

3. Kapitalanlagebetrug (§ 264a StGB)

Eine weitere Strafvorschrift schützt Anleger und den Kapitalmarkt insbesondere vor unrichtigen Angaben in Prospekten zum Vertrieb von Wertpapieren oder Bezugsrechten. Auch insoweit findet im Vergleich zum „klassischen“ Betrug eine Vorverlagerung der Strafbarkeit statt, da bereits das Verbreiten der unrichtigen Prospekte an einen größeren Kreis von Personen eine Straftat darstellen kann, ohne dass Gerichte eine irrtumsbedingte Schädigung von Anlegern feststellen müssen.

4. Subventionsbetrug (§ 264 StGB)

Einem spezialgesetzlichen und im Vergleich zum Betrug ebenfalls vorverlagerten Schutz unterliegen auch staatliche Subventionen. Eine wesentliche Tatvariante kann bereits dann erfüllt sein, wenn gegenüber einem potentiellen Subventionsgeber unrichtige Angaben über subventionserhebliche Tatsachen gemacht werden.

5. Unrichtige Darstellung (§ 331 HGB)

Wer die Verhältnisse bestimmter Gesellschaftsformen in Bilanzen unrichtig darstellt, kann eine Bilanzstraftat gemäß § 331 StGB begehen. Da Täuschungen zur Erlangung einer Unternehmensfinanzierung in vielen Fällen auf der Vorlage unrichtiger Bilanzen basieren, geht mit den vorstehend skizzierten Delikten mitunter auch eine Bilanzstraftat einher. Das ist auch insofern von Bedeutung, als eine wegen § 331 HGB verurteilte Person unabhängig vom ausgesprochenen Strafmaß nicht mehr Geschäftsführer sein kann (vgl. § 6 Abs. 2 Nr. 3 GmbHG), während es wegen der unter 1. bis 4. genannten Delikte nur im Fall einer Verurteilung zu mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe zu einem solchen Verbot kommt.

6. Untreue (§ 266 StGB)

Der Untreuetatbestand ist eine strafrechtliche Generalklausel, die greift, wenn eine vermögensbetreuungspflichtige Person das Vermögen ihres Geschäftsherren vorsätzlich pflichtwidrig schädigt. Im Finanzierungskontext kann etwa auf Seiten des Finanzierungsgebers die Vergabe von Mitteln zu unvertretbaren Risiken, zum Beispiel ohne ausreichende werthaltige Sicherheiten, untreuerelevant sein.

Bei allen Straftatbeständen gilt freilich, dass die einem Vorwurf zugrunde liegenden Sachverhalte oft komplex sind und Raum für eine differenzierende Betrachtung bieten.

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Vereinfachter Zugang zu Krediten

Trotz Niedrigzinsphase können kleine und mittlere Betriebe bisher keinen leichteren Zugang zu Krediten verzeichnen. Im Gegenteil: Vier von zehn deutschen Unternehmen klagen darüber, dass Banken und Sparkassen sie nicht mehr wie früher mit Krediten versorgen. Dies sind Ergebnisse des erstmals erhobenen „Finanzierungsmonitors 2016“.

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Für die Studie hat creditshelf zusammen mit der TU Darmstadt mehr als 100 Finanzentscheider aus mittelständischen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen befragt. „Die Kreditinstitute kümmern sich lieber um Firmenkunden mit bester Bonität. Das liegt an den strengeren Eigenkapitalanforderungen der Basel-III-Regeln, welche die Institute seit 2013 schrittweise umsetzen. Danach müssen Banken die Kredite entsprechend ihrem Ausfallrisiko mit Eigenkapital unterlegen. Deshalb halten sie sich bei der Kreditvergabe viel stärker zurück als früher, worunter vor allem kleine und mittlere Betriebe leiden“, so Prof. Dr. Schiereck von der TU Darmstadt, der zusammen mit creditshelf die Studie durchführte. Als Konsequenz greifen zwei von drei mittelständischen Unternehmen auf ihren Kontokorrentkredit zurück und überschreiten dabei gelegentlich ihre Kreditlinien – Zinsaufschlag inklusive.

Viele Firmen, die ihre Betriebsmittel nicht über die Banken finanzieren, haben der Studie zufolge schlechte Erfahrungen mit den Kreditinstituten gemacht. So empfindet jeder zweite Befragte die dortigen Kredite als zu teuer und die Banken als wenig kooperativ. Jeder Dritte kritisiert den hohen Aufwand bei der Kreditaufnahme und nimmt seine Hausbank als unflexibel und zu langsam wahr.

Um dieser unternehmerunfreundlichen Situation zu begegnen, wurde 2014 creditshelf gegründet. Die Kreditvergabe soll für den deutschen Mittelstand erleichtert werden, indem den Unternehmen unbesicherte Betriebs- und Hilfsmittelkredite zu tragfähigen Konditionen angeboten werden.

Insbesondere bei Handels- und Industrieunternehmen trifft das creditshelf-Angebot auf eine hohe Nachfrage. „Wir konnten auf diesem Wege unsere Lieferanten im Weihnachtsgeschäft schnell bezahlen und damit den Skonto ausnutzen. Das hat uns bei der Finanzierung Kostenvorteile in Höhe von 60 Prozent beschert“, so Jakob Keller, Geschäftsführer von Keller Sports. Der zu Europas führenden Online-Shops für Sportbedarf zählende Händler wurde von seiner Hausbank auf creditshelf hingewiesen. Die Kreditvergabe erfolgt hier schnell und unkompliziert. Nach Einreichen aller Dokumente wird innerhalb von 24 Stunden über eine Projektfreigabe entschieden.

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Factoring: schnelles Geld

Das Zinsniveau in Deutschland ist auf einem historischen Tiefstand. Dies wirkt sich auch auf das Factoring aus. Im Vergleich zum Kontokorrentkredit gibt es hier jedoch viele Zusatznutzen.

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Benötigt ein Unternehmen heute ein Investitionsdarlehen, erhält es dies zu Konditionen, an die vor zehn Jahren keiner gedacht hätte. Dennoch sprechen im direkten Vergleich zwischen Kontokorrentkredit und Full-Service-Factoring viele Aspekte für den Factoring-Ansatz:

Zunächst ist ein Kontokorrentkredit starr. Wächst der Finanzierungsbedarf, muss eine Erhöhung beantragt werden, die häufig an die Stellung von neuen Sicherheiten gebunden ist. Factoring wächst hingegen mit den Umsätzen. Neue Sicherheiten werden nicht benötigt. Auch sind keine komplexen Kreditanträge zu stellen.

Durch die unmittelbare Auszahlung nach Rechnungsstellung erhält der Anschlusskunde sofort liquide Mittel.

Der Hauptaspekt ist jedoch der Liquiditätsgewinn. Durch die unmittelbare Auszahlung nach Rechnungsstellung erhält der Anschlusskunde sofort liquide Mittel. Diese können dazu genutzt werden, Rechnungen unter Abzug von Skonto zu regulieren. Darüber hinausgehende freie Liquidität kann zur Senkung der Kontokorrentlinie verwendet werden.

Ein weiterer Vorteil des Full-Service-Factoring ist die Übernahme des Debitoren- und Mahnmanagements. Auch der Forderungsausfallschutz wird von Factoringanbietern wie der BFS finance übernommen. Eine gesonderte Warenkreditversicherung ist nicht mehr erforderlich.

Durch den Einsatz von Factoring kann der Anschlusskunde seinen Debitoren Zahlungsziele von bis zu 120 Tagen einräumen. Dies ist insbesondere in der Automobilzulieferindustrie ein wichtiger Aspekt.

Darüber hinaus wirkt sich die Einführung von Factoring nachweislich positiv auf die Bilanzstruktur aus. Durch den Verkauf von Forderungen reduziert sich die Bilanzposition auf der Aktivseite. Die gewonnene Liquidität reduziert die Verbindlichkeiten im gleichen Maße, was zu einer Bilanzverkürzung führt. Das Eigenkapital wächst prozentual durch die niedrigere Bilanzsumme. Dies führt in der Regel zu einem besseren Bilanzrating.

Mit diesen Vorteilen stellt Factoring definitiv eine Alternative zur klassischen Hausbankfinanzierung dar.

Die BFS finance GmbH, ein Unternehmen von Arvato Financial Solutions, ist der mittelstandsorientierte und bankenunabhängige Finanzdienstleister aus dem Hause Bertelsmann. Beim Factoring kauft sie fällige Forderungen mit bis zu 90 % des Rechnungsbetrages an. Der Kaufpreis wird am Folgetag an den Factoring-Anschlusskunden überwiesen. Die einbehaltenen 10 % werden nach Ausgleich der Rechnung durch den Debitor ausbezahlt.

 

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Erfolgsfaktor Familie

Woran denkt ein Unternehmer, wenn er von Renditesteigerungen von bis zu 25 Prozent hört? Sicher nicht sofort an die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Doch Maßnahmen für eine familienfreundliche Unternehmenskultur bringen nicht nur ein positives Image. Es lohnt sich aus betriebswirtschaftlicher Sicht.

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Eine Studie der Roland Berger GmbH, veröffentlicht vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), untersuchte die Renditepotenziale einer neuen Vereinbarkeit von Arbeit und Familie. Dieses weiterentwickelte Gleichgewicht soll die Wünsche der Arbeitnehmer und Anforderungen der Unternehmen noch stärker in Einklang bringen. Durch eine verbesserte Qualität, Flexibilität sowie Mobilität soll das Konzept mit Hilfe der Digitalisierung fest in der Unternehmenskultur verankert werden. Unter Anwendung der neuen Vereinbarkeit kann die bisher errechnete Rendite für familienbewusste Investitionen von 25 auf bis zu 40 Prozent gesteigert werden. Gründe dafür sind die Verringerung von Fehlzeiten, eine schnellere Rückkehr in den Beruf sowie die Steigerung der Mitarbeitermotivation und Leistungsbereitschaft.

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Beispielhaftes Konzept der Havel-Kids Kinderbetreuung gGmbH.

Daneben tragen moderne Konzepte von Kindertagesstätten dazu bei, dass die Bedürfnisse von Unternehmen und ihren Mitarbeitern optimal abgestimmt werden können. Die Havel-Kids Kinderbetreuung gGmbH betreibt beispielsweise die Kindertagesstätte „Schatztruhe“ in Kooperation mit örtlichen Unternehmen. Die Kita arbeitet mit dem Wirtschaftshof Spandau e. V. zusammen und bietet verschiedene Konzepte an, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Unternehmen können zum Beispiel eine Kooperationsvereinbarung über betrieblich geförderte Kitaplätze mit ihr abschließen. Dadurch werden die familiengebundenen Mitarbeiter entlastet und Vorteile durch flexiblere Arbeits- und kürzere Ausfallzeiten von Eltern ermöglicht. Mit drei unüblichen Leistungen hebt sich die Kita von der Konkurrenz ab. Sie übernimmt die Kinderbetreuung auch an Samstagen, stellt kurzfristig und kostenpflichtig Belegplätze bereit oder organisiert ein Taxi-Shuttle für das Kind, sollten Abgabetermine die Abholung erschweren.

Auch die LESA Maschinen GmbH mit Geschäftsführerin Gelia Lerche ist im Wirtschaftshof Spandau e.V. aktiv. Im Familienunternehmen, das sich auf die Entwicklung kleiner Kraftwerke zur Stromerzeugung spezialisiert hat, liegt ihr die langfristige Beschäftigung der Mitarbeiter besonders am Herzen. „Der Mittelstand steht heute immer öfter vor dem Problem, dass für offene Stellen keine geeigneten Bewerber gefunden werden. Bedingungen zu schaffen, die eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen, ist heute eine Notwendigkeit geworden, um erfolgreich am Markt zu agieren“, so Gelia Lerche.

Mit unseren Angeboten und Maßnahmen wollen wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Vertrauensvorschuss geben.

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Um den Trend zur neuen Vereinbarkeit zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend den Unternehmenswettbewerb „Erfolgsfaktor Familie“ ins Leben gerufen. Dieser zeichnet innovative Konzepte in Betrieben aus, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern. Es bei 400 Teilnehmern bis unter die 39 familienfreundlichsten Unternehmen zu schaffen, ist eine Leistung, die nur durch ein ganzheitliches Unterstützungskonzept erbracht werden kann. Eines der Unternehmen der Endrunde ist die Günzburger Steigtechnik GmbH. Der Mittelständler in vierter Generation kann auf die Loyalität seiner Belegschaft zählen. „Mit unseren Angeboten und Maßnahmen wollen wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Vertrauensvorschuss geben, der unserer Erfahrung nach dankend angenommen und gewürdigt wird“, sagt Geschäftsführer Ferdinand Munk. Eine angemessene Vereinbarkeit von Beruf und Familie bietet das Unternehmen auf dreierlei Weise. Zum einen wird Wert auf ein gutes Betriebsklima gelegt. Hierfür bietet der eigens errichtete Campus als interner Bildungsort die Möglichkeit der Weiterbildungs-, Kommunikations- und Begegnungsstätte auch für Familienangehörige. Der Betrieb setzt sich für Chancengleichheit ein und hat ein internes Vorschlagsmanagement etabliert, bei dem 80 Prozent der eingereichten Vorschläge in die Tat umgesetzt werden. Die zweite Säule bildet die betriebliche Kindertagesstätte inklusive Ferienbetreuung.Zusätzlich ist die Verbesserung der Work-Life-Balance zentral und wird durch Teilzeitmodelle, Home-Office und flexible Arbeitszeiten erreicht.

Die Erhaltung der Gesundheit der Mitarbeiter, die dritte Säule der Unternehmensphilosophie, wird durch einen Wellnessbereich, einen firmeneigenen Garten mit Grillplatz und Sportgruppen gestärkt. Ein eigener Betriebsarzt mit Seelsorge beugt physischen sowie psychischen Erkrankungen vor.

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Die betriebliche Kindertagesstätte „Schatztruhe“.

Die Attraktivität des Arbeitgebers in Zeiten des Fachkräftemangels zu steigern, lohnt sich. Die Günzburger Steigtechnik setzt dafür auch schon in Schulen und Familien an, um die Motivation der Jugend zu stärken und Mitarbeiter von morgen zu gewinnen. Vor kurzem wurde das Unternehmen beim n-tv Mittelstandspreis „Hidden Champions 2016“ in der Kategorie „Verantwortung“ prämiert. Der Ansporn der Geschäftsführung, zufriedene Mitarbeiter zu beschäftigen und qualitativ hochwertige Ergebnisse zu produzieren, wird somit nicht nur intern gewürdigt.

Unternehmer, die in ihrem Betrieb Maßnahmen zur Familienfreundlichkeit einführen möchten, sollten den Bedarf zunächst abfragen, um unnötige Kosten zu vermeiden. Auch die Kommunikation nach außen ist wichtig, um mit positiven Rückmeldungen Aufmerksamkeit für das Thema und die Angebote zu gewinnen.

Erfolgsfaktor Familie: Informationen sind auf der Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend abrufbar:
http://bit.ly/Erfolgsfaktor_Familie

 

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Foto oben: © VadimGuzhva - fotolia.com; Foto Kindertagesstätte Mitte: © Havel-Kids

Bestechende Weihnachtsgeschenke – Wie ist die Rechtslage?

Weihnachten steht vor der Tür, und in vielen Unternehmen stellt sich die Frage, was dürfen wir wem schenken und was nicht?

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Das Thema ist nicht leicht zu fassen, weil Geschenke dazu dienen können und manchmal auch sollen, jemanden in unangemessener Weise für eigene Zwecke zu instrumentalisieren. Dies ist unzulässig. Vor allem kommt es darauf an, wer beschenkt wird. Während Geschenke an Amtsträger fast immer verboten sind, kommt es bei Geschenken im geschäftlichen Verkehr auf die Einzelheiten des Falles an.

Geschenke im geschäftlichen Verkehr

Die einschlägige Norm im Strafgesetzbuch ist schwer verständlich formuliert und daher oft wenig hilfreich für die Beantwortung der Frage, was erlaubt ist und was nicht. Grundsätzlich gilt im geschäftlichen Verkehr: Wer im Auftrag eines Unternehmens handelt, darf mit dem Mitarbeiter eines anderen Unternehmens keine Vereinbarung darüber treffen, dass er diesen bevorzugt und dafür eine Gegenleistung erhält (Bestechlichkeit). Das wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Einkaufsleiter von einem Lieferanten Fußballtickets erhält und im Gegenzug dafür der Lieferant den Auftrag. Das Gleiche gilt für den umgekehrten Fall: Der Mitarbeiter darf auch keine Gegenleistung dafür geben, selbst bevorzugt zu werden (Bestechung). Juristisch spricht man in diesen Fällen von einer Unrechtsvereinbarung zwischen Einkäufer und Lieferant oder Verkäufer und Kunde. Wahrscheinlich finden die meisten Einladungen ohne eine Unrechtsvereinbarung statt. Aber je spektakulärer die Einladung oder eine andere Zuwendung ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass die beiden Seiten ohne Hintergedanken handeln. Außerdem ist es wichtig, bereits den Verdacht einer unrechtmäßigen Handlung zu vermeiden.

Amtsträger

Wesentlich strenger sind die gesetzlichen Vorschriften bei Amtsträgern. Amtsträger sind Personen, die in einem bestimmten Dienst- oder Auftragsverhältnis zu einer öffentlichen Stelle stehen oder sonst Aufgaben der öffentlichen Verwaltung wahrnehmen. Somit handelt es sich bei Mitarbeitern der öffentlichen Daseinsvorsorge, also zum Beispiel eines kommunalen Krankenhauses, der örtlichen Stadtwerke oder des kommunalen Theaters um Amtsträger im Sinne des Gesetzes. Bei diesem Personenkreis können selbst kleine Geschenke bereits strafrechtlich relevant sein, daher sollten Amtsträger generell nicht beschenkt werden – auch nicht zu Weihnachten.

Typische Fallkonstellationen

Folgende Fallkonstellationen sind abstrakte Beispiele, die Anhaltspunkte für die Zulässigkeit von Geschenken geben sollen.

Fall 1

Ein Vertriebsleiter möchte seinen Kunden zu Weihnachten eine Flasche Wein im Wert von 15 Euro zusammen mit einer Weihnachtskarte schicken.

Dies ist grundsätzlich erlaubt. Es handelt sich um eine Geste zu Weihnachten, und der Wert der Flasche Wein liegt in einer Größenordnung, in der üblicherweise auch Geschenke im Privaten gemacht werden. Deshalb ist der Wert angemessen.Anders ist es aber dann zum Beispiel, wenn interne Richtlinien dem Adressaten die Annahme des Geschenkes verbieten und der Schenkende das weiß.

Fall 2

Sie möchten Ihre Weihnachtsgeschenke dazu nutzen, den eigenen Umsatz ankurbeln. Dafür wird bereits Mitte Oktober dem Mitarbeiter eines Kunden eine Flasche Wein im Wert von 15 Euro zu Weihnachten in Aussicht gestellt, der den größten Umsatz mit Ihrem Produkt hat.

Dies ist nicht zulässig, weil durch die beabsichtigte Beeinflussung eine Koppelung entsteht, die das Gesetz als Unrechtsvereinbarung bewertet.

Fall 3

Ein Unternehmer vertreibt seine Produkte über Baumärkte im Einzelhandel. Damit seine Produkte zur Weihnachtszeit besonders gut präsentiert werden, sponsert er die Weihnachtsfeier der Abteilung, die für die Gestaltung der Ladenfläche verantwortlich ist.

Dies ist ebenfalls nicht zulässig. Wie im Fall 2 wird hier das Ziel verfolgt, die Mitarbeiter zu beeinflussen.

Fall 4

Als Dankeschön für die besonders gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern eines Kunden soll die Weihnachtsfeier der Mitarbeiter mit 20 Euro pro Mitarbeiter gesponsert werden. Das Geld geht nicht an den Mitarbeiter persönlich, sondern an das Unternehmen, das die Weihnachtsfeier ausrichtet.

Dies ist solange zulässig, wie der angemessene Rahmen von 20 Euro nicht überschritten wird und das Geld nicht an die Mitarbeiter persönlich ausgezahlt wird.

Fall 5

Ebenfalls zulässig ist es, wenn aus demselben Grund den Mitarbeitern eine Kaffeemaschine für den Betrieb geschenkt wird.

Nicht zulässig wären fünf Kaffeemaschinen für fünf Mitarbeiter, die intern weitergegeben werden.

Fall 6

Eine Weihnachtstombola mit wertvollen Geschenken auf den ersten Plätzen. Lose hierfür erhalten die Mitarbeiter eines Kunden, die besonders erfolgreich waren, die Produkte des Veranstalters zu verkaufen.

Das ist nicht zulässig. Auch wenn am Ende nicht alle Teilnehmer die teuren Geschenke der ersten Plätze erhalten werden, so können alle durch die Veranstaltung der Weihnachtstombola beeinflusst werden.

Fall 7

Ein Unternehmen lädt zu Weihnachten alle Kunden mit deren Mitarbeitern ein, dass jeder für sich einen Weihnachtsbaum schlagen und diesen mitnehmen kann.

Eine solche Veranstaltung ist dann unzulässig, sofern sie ohne jeden betrieblichen Zusammenhang stattfindet, weil ein Weihnachtsbaum nicht mehr als angemessenes Geschenk unter Bekannten angesehen werden kann.

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Marketingchancen für den Mittelstand

Eine großangelegte Marketingstudie von Saxoprint zeigt Trends im Marketing deutscher Mittelständler. Kleine Unternehmen investieren mehr in Onlinemarketing als Große, doch damit nicht genug.

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Digital ist nicht alles, aber ohne Digital ist alles nichts? Dass wir uns am Anfang der Umwälzung unserer Arbeits- und Lebenswelt durch die Digitalisierung befinden, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Dass der Anteil der Marketinginvestitionen in digitale Kanäle ebenfalls zunimmt, erklärt sich dabei von selbst. Interessant ist Folgendes: kleinere Unternehmen (bis 29 Mitarbeiter) investieren mit 27 Prozent des Marketingbudgets vergleichsweise mehr in Onlinemarketing als größere Unternehmen (200 bis 500 Mitarbeiter) mit lediglich 17 Prozent. Die Studie, die kürzlich von TNS Infratest im Auftrag von Saxoprint unter 960 Teilnehmern durchgeführt wurde, zeigt noch etwas: Die profitabelsten Unternehmen geben durchschnittlich vier Prozent mehr für Onlinemarketing aus als die unprofitabelsten Unternehmen.

Zu den Top Online-Marketingmaßnahmen zählen in dieser Gruppe die eigene Unternehmenswebsite (88 Prozent) sowie Suchmaschinenoptimierung (53 Prozent). Mit nur 29 Prozent liegt das Engagement in Social Media Kanälen erstaunlicher Weise hinten, bieten doch gerade diese Kommunikationsplattformen die Möglichkeiten, durch Shares und Word of Mouth schnell und verhältnismäßig günstig zu skalieren. Facebook liegt hier vorne (38 Prozent), gefolgt von Xing und YouTube. Erstaunlich ist auch, dass lediglich 48 Prozent der profitabelsten und nur 24 Prozent der unprofitabelsten Unternehmen die Messbarkeit ihrer Marketingmaßnahmen als relevant einschätzen. Sind doch eindeutige Vorteile aller digitalen Kanäle diese: zielgruppenspezifische Messbarkeit, genaues Targeting der gewünschten Personengruppen nach soziodemographischem Hintergrund, nach Interessen, Einkommen, Kaufabsichten etc. Hier hat der Mittelstand gegenüber den richtig Großen Aufholbedarf. Immerhin stehen diese Ergebnisse der Aussage gegenüber, dass die Relevanz der Messbarkeit zukünftig deutlich steigen wird, was über die Hälfte der Unternehmen, insbesondere die größeren ab 200 Mitarbeiter, denken.

Wenn auch der Trend einer Verschiebung hin zu digitalen Kommunikationskanälen und weg von jahrzehntelang etablierten Printmedien wie beispielsweise Tageszeitungen offensichtlich ist, bleiben eigene Printmaterialien die wichtigsten Medien. Hochwertige Flyer und Broschüren belegen mit 61 Prozent vor Produktkatalogen (50 Prozent) und Print-Mailings (44 Prozent) den ersten Platz unter den Offline-Marketingmaßnahmen. Und hier ist nun das Stichwort Marketingziel gefallen: die Darstellung höchster Produkt- und Servicequalität ist Treiber aller Vermarktungsbemühungen im Mittelstand. Allerdings wird mit Marketing kein Selbstzweck verfolgt und auch nur am Rande aus Imagegründen betrieben: Bei 57 Prozent der profitabelsten und bei 62 Prozent der unprofitabelsten Unternehmen wird Marketing vertriebsunterstützend eingesetzt.

Über alle Unternehmen hinweg ist man sich jedoch in diesem Punkt einig: Die Entwicklung des Digitalmarketings ist mit Abstand die wichtigste Herausforderung in den nächsten Jahren.

Studie zum Download: http://www.saxoprint.de/b2bmanager/marketing/studie-marketing-mittelstand/

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EDI – Elektronischer Datenaustausch auf dem Vormarsch

Das elektronische Zeitalter ist längst angebrochen, und wer Geschäfte mit Kunden und Lieferanten innovativ abwickeln will, wird früher oder später mit einem Standard namens EDI konfrontiert.

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Als man erkannt hatte, wie ineffizient es ist, dieselben Betriebsdaten mehrmals auszudrucken und wieder in ein Computersystem einzugeben, suchte man nach Lösungen. Bereits in den sechziger Jahren entwickelten die Vereinten Nationen den Standard EDI (Electronic Data Interchange). Seitdem erlangt der Standard einen immer höheren Stellenwert in der Geschäftswelt.

Vor- und Nachteile von EDI

Mit EDI haben Geschäftspartner die Möglichkeit, elektronische Daten zwischen ihren Systemen auszutauschen und Prozesse zu automatisieren. Durchlaufzeiten werden reduziert, Kosten minimiert und Fehlerraten gesenkt. Trotz dieser Vorteile nutzen viele Unternehmen EDI noch nicht. Grund dafür sind vor allem die Setup- und Betriebskosten für Schnittstellen, aber auch die vorherrschende Unsicherheit über nicht einheitliche EDI-Standards. Sicherheitsaspekte wie Datenklau kommen hinzu. Selbstverständlich gibt es modernste Verschlüsselungstechnologien, welche Missbrauchsfälle auf ein Minimum reduzieren.

Trends und Anbindungsvarianten

Besonders der elektronische Austausch von Rechnungsdaten führt zu hohen Kosteneinsparungen. Aber auch Bestellungen, Lager- oder Statistikdaten können vollständig elektronisch übermittelt werden. Der Trend geht in Richtung einer Welt, in der elektronisch vernetzte Unternehmen gemeinsame Prozesse firmenübergreifend optimieren.

Es gibt zwei klassische Anbindungsmöglichkeiten: Die Punkt-zu-Punkt-Verbindung und die Auslagerung an einen Service-Provider. Bei der Punkt-zu-Punkt-Verbindung stehen die IT-Abteilungen der Geschäftspartner in direktem Kontakt. Die Schnittstellen werden vom eigenen IT-Personal gepflegt. Das technische Risiko lastet auf den jeweiligen Unternehmen. Bei jedem Geschäftspartner werden neue Implementierungskosten generiert.

Ein Service-Provider dagegen übermittelt die Daten via EDI-Netzwerk. Das technische Risiko wird vom Service-Provider mitgetragen, die Kosten liegen um einiges tiefer. Allerdings bedingen solche Partnerschaften gegenseitiges Vertrauen, da sich eine Abhängigkeit vom Servicepartner abzeichnet. Bei EDI ist zudem schwer abschätzbar, wann die Kosten- und Leistungswirkung einsetzt.

Der Trend zum elektronischen Datenaustausch wird sich in den kommenden Jahren rasant entwickeln. Die Vorteile von EDI sind bekannt. Teilweise überwiegen noch Hemmschwellen wie nicht abschätzbare Realisierungs- und Betriebskosten. Durch den Druck zukunftsorientierter Marktführer werden jedoch früher oder später auch kleinere Unternehmen mit dem Thema EDI konfrontiert. Folgt man dem stärkeren Mitspieler nicht, wird man Geschäftspartner verlieren.

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Digitalisierung im Straßengüterverkehr

Der effiziente Warentransport ist elementar für die Zukunftsfähigkeit einer Volkswirtschaft. In Deutschland wird er allerdings in den meisten Fällen heute noch genauso organisiert wie vor siebzig Jahren: mit Telefon, Stift und Papier.

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Ausgerechnet die Logistik gehört laut der unlängst veröffentlichten Horváth-Studie zu den am wenigsten digitalisierten Bereichen überhaupt. Dabei bieten sich hier enorme Effizienz- und Einsparungspotenziale. Gerade für den Mittelständler, der sich vor hohen Investitionen scheut, sind digitale Speditionsangebote eine preisgünstige Alternative mit hohem Servicelevel.

Was ist digitalisierter Straßengüterverkehr?

Mithilfe eines Online-Spediteurs können verladende Unternehmen Transporte selber buchen und auf einer digitalen Plattform managen. Dadurch erhalten sie ein vollkommen neues Maß an Kontrolle über Transporte und erzielen erhebliche Effizienzgewinne. Umständliche Koordinierungsprozesse fallen durch das rein digitale Dokumentenmanagement der Transporte weg.

Live-Tracking und Deanonymisierung

Der Verlader weiß genau, welcher Fahrer seine Waren zu seinem Kunden transportiert. Das ist ein Novum, denn über einen gewöhnlichen Spediteur gebuchte Transporte werden durchschnittlich mehr als zweimal weitervermittelt. Durch die Nachverfolgung der Fahrt in Echtzeit kann er seinem Kunden zu jeder Zeit sagen, wann seine Bestellung ankommen wird und wo sie sich gerade befindet.

Die Digitalisierung erlaubt eine direkte Kommunikation zwischen Verlader und Frachtführer.

Verbesserte Kommunikation und einfache Buchung

Wenn die Fracht nicht pünktlich bei dem zu beliefernden Kunden ankommt, werden zahllose Telefonanrufe notwendig. Die Digitalisierung erlaubt eine direkte Kommunikation zwischen Verlader und Frachtführer, ohne dass der Spediteur als Vermittler aktiv werden muss. So lassen sich eventuelle Unklarheiten bezüglich Liefertermin oder Ort der Auslieferung schnell und effizient lösen.

Automatisches Lieferavis und Kundenportal

Ein reibungsloses Rampenmanagement ist für Unternehmen, die regelmäßig an Kunden ausliefern, sehr wichtig. Die automatische Avisierung der Ladung eine Stunde vor der tatsächlichen Ankunft hilft, die personelle und infrastrukturelle Planung an den Rampen frühzeitig und effektiv zu gestalten. Zusätzlich geben Kundenportale und moderne Softwareschnittstellen die Möglichkeit, die Parteien einer Fertigungskette direkt miteinander interagieren zu lassen.

Preisreduktion durch Automatisierung

Automatisierung führt letztlich zu günstigeren Preisen. Im Vordergrund steht ein besserer Service durch softwaregestützte Dienstleistungen. Aus einem reinen „People’s Business“ wird ein digital gestütztes „People’s Business“.

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Mit Reden führen und motivieren

Ob Jubiläum, geplante Umstrukturierung oder Weihnachtsfeier: In Unternehmen gibt es zahlreiche Anlässe für Ansprachen an die Belegschaft. Gute Reden stärken Vertrauen und Motivation der Mitarbeitenden. Doch was genau ist eine gute Rede?

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Der ehemalige britische Premier Winston Churchill brachte es so auf den Punkt: „Eine gute Rede ist eine Ansprache, die das Thema erschöpft, aber keineswegs die Zuhörer.“ In vielen deutschen Unternehmen brauchen die Zuhörer allerdings viel Geduld – und die Redner einen langen Atem.

Das ergab eine Umfrage des Verbandes der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) unter 350 inhabergeführten, mittelständischen Betrieben vor drei Jahren: Fast 60 Prozent der Reden dauern 45 Minuten und länger. „Für eine Ansprache an Mitarbeitende ist das meist zu viel“, weiß Antje Hermenau, Koordinatorin des BVMW-Landeswirtschaftssenats Sachsen und seit Juni 2016 Vizepräsidentin des VRdS. Sie empfiehlt, lieber häufiger, dafür aber deutlich kürzer zu reden.

Die Krux dabei ist: Je kürzer die Ansprache, desto länger dauert die Vorbereitung. Denn wer weniger Redezeit hat, muss schneller auf den Punkt kommen.

Inhaltliche Fokussierung

„Unternehmerinnen und Unternehmer verfügen über ein enormes Fachwissen“, so Hermenau. „Da fällt es nicht leicht, sich auf einige wenige Kernaussagen zu beschränken.“ Daher gelte es, aus der Fülle des Wissens Ziel und Botschaften der Rede klar herauszuarbeiten.

Doch damit nicht genug. Schließlich sollen die Botschaften die Zuhörer ja auch erreichen. Kurzum, es geht um Verständlichkeit. Und das bedeutet, nicht nur Fremdwörter und Fachbegriffe zu vermeiden, sondern auch fürs Hören zu formulieren: Keine langen Schachtelsätze, sondern kurze, prägnante und nachvollziehbare Aussagen.

Statt pompöser Formulierungen mit vielen Substantiven wie „Die Präsentation der notwendigen Veränderungsprozesse erfolgt durch die Leiterin der Fachabteilung“, wählen Sie lieber die aktive und geläufigere Form: „Frau Schröder wird uns gleich erklären, was genau geplant ist“, rät Hermenau.

Wer aber schon einmal versucht hat, komplexe Sachverhalte einfach und verständlich zu formulieren, weiß: Das kostet Zeit, die die wenigsten haben. Daher verwundert es nicht, dass viele Reden von Mitarbeitenden der jeweiligen Fachabteilungen, der Marketing- oder Pressestellen verfasst werden. Eher selten werden freiberufliche Redenschreiber beauftragt. Nach VRdS-Umfrage tun das nur zehn Prozent der befragten Unternehmen.

Pluspunkt externer Blick

Begründet wird diese Zurückhaltung nicht mit Zweifeln an der Kompetenz der professionellen Dienstleister. Auch die Kosten scheinen kein Problem. Als Hinderungsgründe werden vielmehr fehlende Kenntnisse der internen Abläufe und Inhalte angegeben.

Andererseits schätzen jene, die externe Profis beauftragen, deren Erfahrung und Objektivität. „Die Sicht des Außenstehenden auf das Unternehmen kann helfen, den eigenen Blick zu schärfen“, so Hermenau. „Im Prinzip sind wir Redenschreiber Pfadfinder im Themendschungel.“

Bei der Suche nach einem externen Profi setzen Unternehmen vor allem auf persönliche Empfehlungen. Hilfreich ist zudem die frei zugängliche Redenschreiber-Datenbank auf der VRdS-Website www.vrds.de. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit einem externen Profi beginnt mit einem ausführlichen Gespräch. „Wir hören genau zu und stellen gezielt Fragen – auch um die Persönlichkeit des Redners zu erfassen und ein Manuskript erstellen zu können, das zum Redner passt.“ Oft sind zudem Recherchearbeiten notwendig, auf deren Grundlage dann ein erster Entwurf verfasst wird. Viele Redenschreiber bieten zusätzlich ein Vortrags-Coaching an, so dass die Rede sowohl inhaltlich als auch in ihrer Darstellung überzeugt.

„Die intensive Vorbereitung lohnt sich“, so Hermenau, „denn jede Rede ist unabhängig vom Anlass ein wichtiges Instrument der Mitarbeiterführung und -motivation.“

 


So wird es eine gute Rede:

 

Ziel festsetzen

Um beim Reden nicht von Hölzchen auf Stöckchen zu kommen, fragen Sie sich zuvor: Was ist das Ziel meiner Rede? Welche Botschaften oder Sätze sollen sich die Zuhörer merken?

Aufbau strukturieren

Strukturieren Sie die Inhalte Ihrer Rede, damit man Ihrer Argumentation leicht folgen kann – etwa mit der Drei-Schritte-Formel: Was ist die aktuelle Situation? Wie soll sie sich verändern? Wie kommen wir dahin?

Gelungener Spannungsbogen

Starten Sie Ihre Rede mit einem ansprechenden Einstieg, etwa einem Zitat oder einer persönlichen Begebenheit. Überlegen Sie sich für den Schluss einen Ausstieg, der Ihre Kernbotschaft unterstreicht.

Verständlich sprechen

Ob Fachpublikum oder Family & Friends: Sprechen Sie so, dass Ihr Publikum Sie versteht. Nutzen Sie anschauliche Beispiele aus dem jeweiligen (Arbeits-) Alltag - und verzichten Sie auf Floskeln wie „gemeinsam Herausforderungen meistern“.

Pausen setzen

Nehmen Sie sich Zeit, damit man Ihren Gedanken folgen kann. Pausen steigern die Aufmerksamkeit: Nehmen Sie Blickkontakt auf, zählen Sie wortlos „21, 22“ und fahren Sie dann fort.

Nicht tänzeln

Machen Sie auch optisch klar, dass Sie einen Standpunkt haben: Stehen Sie sicher und aufrecht. Setzen Sie Ihre Schritte bewusst. Halten Sie Ihre Hände in Nabelhöhe. Setzen Sie Gesten gezielt ein.

Vorsicht Witz

Selbstironie wirkt sympathisch, Witze aber gehen oft schief. Denn Scherze werden vom Publikum sehr unterschiedlich aufgenommen. Testen Sie sie am besten zuvor an Personen, die zur Zielgruppe gehören.

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Foto oben: © razihusin - fotolia.com

Mit Mut und Leidenschaft zur Selbstständigkeit

Rund 50 Jungunternehmer und Nachfolger trafen sich zur Netzwerkgründung „Junger Mittelstand“ an Bord der MS Günther. Im Rahmen der Veranstaltung wurde Gastgeber Leon Windscheid zum ersten „Botschafter Junger Mittelstand Münsterland“ ernannt. „Der Mittelstand.“ sprach ihm über die Motivation, Unternehmer zu werden.

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Der Mittelstand.: Sie waren auch schon vor Ihrem Millionengewinn bei Günther Jauch Unternehmer. Warum haben Sie sich für die Selbstständigkeit entschieden?

Leon Windscheid: Es hat mich schon immer sehr gereizt, etwas aufzuziehen. Als Unternehmer kann man seine Idee umsetzen, etwas aufbauen. Auch wenn viele meiner Anläufe und ganz unterschiedliche Projekte gescheitert sind, freue ich mich jedes Mal, wenn eine Idee funktioniert und am Ende Erfolg hat. Das immer wieder Aufstehen und Weitermachen, an eine Idee glauben und so lange kämpfen, bis es klappt, ist für mich Unternehmertum.

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Nehmen mit der MS Günther Fahrt auf: Jungunternehmer Leon Windscheid (re.) und sein Partner Oliver Trepper.

Was braucht ein Unternehmer, um erfolgreich zu sein?

Ich glaube nicht, dass es da ein Patentrezept gibt. Mir persönlich hat es immer sehr geholfen, kritisch zu bleiben und alles zu hinterfragen, was ich angehe. Davon darf man sich aber nicht ausbremsen lassen. Risikobereitschaft und bei mir auch eine Portion Verrücktheit gehören genauso dazu.

Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die die Weichen für ihre Zukunft stellen wollen?

Pläne machen ist für Spießer. Es fühlt sich toll an, wenn alles scheinbar in sicheren Bahnen läuft. Ich appelliere klar an den Mut, Ungewöhnliches zu tun. Raus aus der Komfortzone und rein ins Abenteuer.

Sie sind der erste Botschafter des BVMW für den Jungen Mittelstand im Münsterland. Worin sehen Sie Ihre Aufgabe?

Für mich hat Unternehmertum eine ganz enge Verbindung zu gesellschaftlicher Verantwortung. Das ist unzertrennlich. Wenn wir uns als junge Unternehmer zusammentun, muss es auch um unseren Beitrag für die Gesellschaft gehen. Hierfür möchte ich eintreten und mich als Botschafter stark machen. Das Vernetzen, der Austausch, das gegenseitige Beraten, all das gehört für mich dazu.

Das Interview führte Eberhard Vogt.

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Seit Mai 2016 ist die MS Günther auf dem Kanal um Münster unterwegs. Das Schiff kann ganzjährig als Event- und Kulturlocation gemietet werden. Fast jede Woche finden an Bord aber auch ganz besondere Events statt. Das Programm reicht von Weinseminaren und Gin Tastings hin zu Grillkochkursen und Cocktailschulungen.
www.ms-günther.de

 

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Weihnachtliche Geschenke für Naschkatzen

Mitgliedsunternehmen präsentieren ihre süßen Produkte.

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Cake in the City – Zuckerkunst aus Berlin

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In der Manufaktur im Norden Berlins werden Cupcakes, Lebkuchenhäuser, Lebkuchenmännchen, gebackene Gutscheine und Tischkärtchen liebevoll von Hand gezeichnet und gefertigt.

Lassen Sie sich von den süßen Weihnachtsideen verzaubern und überraschen Sie Ihre Liebsten, Ihre Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner mit einem Geschenk, das sich von der Masse abhebt und lange in süßer Erinnerung bleibt.

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Verarbeitet werden naturbelassene hochwertige Rohstoffe ohne Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und künstliche Zusatzstoffe.

Der Spezialist für süße Give-aways fertigt auf Wunsch auch im Corporate Design und versendet alle Artikel europaweit.

www.cakeinthecity.de

 


Rabbel versüßt das Leben

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Die Confiserie Rabbel ist eine traditionsreiche Manufaktur aus Westerkappeln in Nordrhein-Westfalen. Bereits seit 1907 duftet es dort nach köstlicher Schokolade, würzigen Honigkuchen, feinstem Gebäck und Pralinen. Die Produkte werden handwerklich, frisch und mit den allerbesten Zutaten hergestellt.

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Das umfangreiche Sortiment bietet Köstlichkeiten und Präsente für jeden Anlass.

www.rabbel.com

 


Pure Christmas

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Die Vineria in Nürnberg hat für die Weihnachtszeit besondere Geschenkideen zusammengestellt. Im Angebot finden sich Christstollen, weihnachtliches Konfekt, Glühwein oder feinste Schokolade: Geschenke, die Geschäftspartnern, Kunden, Mitarbeitern, Freunden und Familienmitgliedern viel Freude bereiten.

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Die URL des Shops lautet shop.vineria.de. Außerdem kann unter www.vineria.de/geschenke-katalog/ der aktuelle Katalog heruntergeladen oder kostenlos angefordert werden.

www.shop.vineria.de

 


„Der Mittelstand.“ hat nachgefragt: Was wünschen sich Unternehmerinnen und Unternehmer im neuen Jahr von der Politik?

Jens-Uwe Veit

„Wir erwarten, dass man das letzte Jahr der Legislaturperiode noch aktiv gestaltet und sich nicht nur auf den Wahlkampf konzentriert. Mängel in der Gesetzgebung sollten beseitigt werden, wie beispielsweise die notwendige Harmonisierung zwischen dem Mindestlohn- und dem veralteten Arbeitnehmerentsendegesetz. Zudem sollte verstärkt Entbürokratisierung vorangetrieben werden.“

KG Ludwig Melosch Vertriebs GmbH & Co. KG, Hamburg

www.melosch.de

Peter Preuß

„Verbesserung der Verkehrs- Infrastruktur! Steuerliche Entlastung für den Mittelstand. Mehr innere Sicherheit.“

PREUSS MESSE Baugesellschaft mbH, Holm (Schleswig-Holstein)

www.preuss-messe.de

Martina Bleil

„Wir als kleineres mittelständisches Unternehmen wünschen uns die Stärkung und Unterstützung der kleinen und mittleren Unternehmen nicht nur hinsichtlich des globalen Wettbewerbs im Großen, sondern auch bei der Entwicklung von Innovationen und der digitalen Transformation im Kleinen. Darüber hinaus sollte der Zugang zu nationalen und EU-Fördermitteln erleichtert werden, der sich derzeit kompliziert, zeitaufwendig und bürokratisch gestaltet.“

Bleil Kabel + Licht GmbH, Neuhof an der Zenn (Bayern)

www.bleil-gmbh.eu

Peter Rock

„Ich wünsche mir von der Politik, dass sie eine Vorbildfunktion für die Bürger dieses tollen Landes einnimmt. Deutschland ist ein Vorzeigeland, und es gibt so viele Länder, die mit Neid auf unsere Leistung blicken „Der Fisch beginnt immer am Kopf zu stinken!“ Daher sollte sich jeder Politiker und jede Führungskraft über die Vorbildfunktion im Klaren sein und sich auch so verhalten.“

Events by Vineria GmbH, Nürnberg

www.vineria.de

Dr. Christian Kühl

„Stärkung des freien Unternehmertums durch weitere Senkung der Staatsquote von 44 auf 42 Prozent, davon Gebietskörperschaften von 25 auf 24 Prozent und Sozialversicherung von 19 auf 18 Prozent.“

ANXO Management Consulting, Hofheim am Taunus (Hessen)

www.anxo-consulting.com

Foto: © Anna Grigorjeva - shutterstock.com

Buchtipps

Weltbeben

empfehlung_ohovenDer reißerische Titel hält, was er verspricht. In seinem neuesten Buch „Weltbeben“ liefert Gabor Steingart auf 240 Seiten eine streckenweise brutale Analyse der Welt, in der wir leben – ein „Zeitalter der Überforderung“, wie der Untertitel lautet.

In einer Tour d‘Horizon rechnet der Handelsblatt-Herausgeber mit Börsenkapitalismus, US-Politik, Medien und Parteien ab. Dabei zeichnet Steingart das düstere Bild einer „Welt des vorsätzlichen Wahnsinns“. Und beklagt den Verlust von Maß und Mitte. So sei die weltweite Staatsverschuldung alleine zwischen 2005 und 2015 um 217 Prozent auf 57,2 Billionen US-Dollar gestiegen. Während die globale Wirtschaftsleistung von 1987 bis heute um 340 Prozent gewachsen sei, hätten die Börsenkurse der Top-500-Unternehmen in den USA um fast 800 Prozent zugelegt. Früher verdienten Vorstandschefs das 20-fache ihrer Angestellten, heute aber ist es im Schnitt der US-Konzerne das 300-fache.

Dazu die Digitalisierung. Im Zeitalter der Industrialisierung wurde körperliche Arbeit auf Maschinen verlagert. Heute erlebten wir, so der Autor, wie geistige Tätigkeit auf Maschinen übertragen wird. Mit dramatischen Folgen: Der Kapitaleinsatz nimmt zu, die Lohnquote an der Wertschöpfung ab. Im Ergebnis wüchsen die sozialen Unterschiede zwischen Gewinnern und Verlierern in diesem dynamischen Transformationsprozess, mahnt Steingart.

Für Resignation sei trotz der erkennbaren Überforderung kein Platz. Im Gegenteil, immer mehr Menschen würden sich online über alle Grenzen hinweg vernetzen. Es gebe keine Geheimnisse mehr. Die schweigende Mehrheit habe aufgehört, schweigsam zu sein, begründet Steingart seinen optimistischen Blick in die Zukunft.

 

Gabor Steingart
Weltbeben
Leben im Zeitalter der Überforderung
Knaus
240 Seiten
16,99 €

 


Wirtschaft verstehen

service_buchtipp_wirtschaft-verstehen_cover-u1-finalSo hat man Wirtschaft noch nie gesehen. Thomas Ramge und Jan Schwochow übertragen die wichtigsten Schlagwörter und Themen der Ökonomen in Bilder, die jeder versteht. Das Buch geht dabei vom Menschen über die Betriebs- und Volkswirtschaft bis zur globalen Ökonomie. So werden etwa die Einkommensverteilung, Wachstum oder die globalen Handelsströme in ein lebendiges Bild der realen Wirtschaft übersetzt. Ein Kapitel zu den großen Vordenkern, zur Nachhaltigkeit und ein Blick in die Zukunft runden das Werk ab. Ramge und Schochow laden die Leser zu einem virtuellen Rundgang durch die Welt der Wirtschaft ein und begeistern für das sonst so sperrige Thema.

Thomas Ramge, Jan Schwochow
Wirtschaft verstehen
Eine Einführung in 111 Infografiken
Econ
238 Seiten
38,00 €

 


Führen mit Hirn

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Eine Belegschaft, die die eigene Firmenstrategie erarbeitet und damit ein Umsatzwachstum von 70 Prozent erreicht; eine Geschäftsführung, die das Glück im Unternehmen zur Firmenstrategie macht und damit den Umsatz verdoppelt; Mitarbeiter, die durch Achtsamkeitsmeditation messbar gesünder wurden. Wie gelingt es manchen Unternehmen, die Belegschaft immer wieder begeistert über sich hinaus wachsen zu lassen und damit noch sehr erfolgreich zu sein?

Sebastian Purps-Pardigol hat die Erfolgsmuster anhand vieler Firmenbeispiele herausgearbeitet: Sieben Faktoren für zufriedenere, gesündere Mitarbeiter und dadurch mehr wirtschaftliches Wachstum. Dabei verknüpft er neueste Erkenntnisse aus Hirnforschung, Psychologie und Verhaltensökonomie mit dem praktischen Wissen aus mehr als 150 tiefgreifenden Interviews.

 

Sebastian Purps-Pardigol
Führen mit Hirn
Mitarbeiter begeistern und Unternehmenserfolg steigernCampus Verlag
232 Seiten
34,00 €

 


Mehr Bücher

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Finanzkolumne

Was Notenbanken wann und warum tun oder unterlassen, bleibt für viele ein Rätsel. Auch die Wissenschaft spendet mehr Tadel als Lob und ist in ihren Ratschlägen nicht einig. Das „Magische Viereck“ mit den Zielen stabiles Preisniveau, Vollbeschäftigung, außenwirtschaftliches Gleichgewicht und Wirtschaftswachstum ist zwar Gesetz (Stabilitätsgesetz von 1967), bleibt aber eine Wunschvorstellung der deutschen Wirtschaftspolitik – und dieses deutsche Gesetz gilt nicht für die Europäische Zentralbank.

Die EZB fühlt sich verpflichtet, für Preisstabilität zu sorgen. Warum will sie dann eine „Zielinflationsrate“ von zwei Prozent erreichen? Ein bisschen Inflation ist ein taugliches Mittel, die Wirtschaft anzukurbeln. Denn Unternehmen, hofft man, werden eher investieren, wenn man heute preiswerter einkaufen kann als übermorgen. Doch so einfach ist das nicht. Der kluge Unternehmer investiert, wenn er sich dadurch höhere Gewinne verspricht. Beim Konsumenten funktioniert es: Allein die Ankündigung einer Mehrwertsteuererhöhung würde genügen, um vorzeitige Käufe auszulösen, doch das bringt keinen wirtschaftlichen Erfolg auf Dauer.

Und wenn wir erst einmal bei zwei Prozent Inflationsrate angelangt sind, werden wir dann wieder höhere Teuerungsraten erleben. Aus der Deflationsbekämpfung bei Null-Zins folgt eine Inflationsbekämpfung mit ansteigenden Zinssätzen. Hätten wir keine „diktatorischen“ Nationalbanken, würde sich der Soll- und Habenzins nach Angebot und Nachfrage und natürlich auch der Bonitätseinschätzung einpendeln. Wer sagt uns, dass diese freie Geldwirtschaft nicht funktioniert?

Ein Lob muss ich der EZB jedoch spenden. Das hängt mit dem billionenschweren Aufkaufprogramm von Anleihen zusammen. Darüber darf man durchaus geteilter Meinung sein. Aber es gibt wenigstens zwei positive Punkte:

Staatsanleihen und Unternehmensanleihen können bei Zins und Rückzahlung ausfallen, eben das Emittentenrisiko. Wenn jedoch alle Banken, Sparkassen, Versicherungen, Sozialwerke und auch Privatanleger ihre festverzinslichen Papiere noch rechtzeitig der EZB verkaufen, können sich diese vor möglichen existenzbedrohenden Verlusten schützen.

Und noch eins: Die Fachpresse spricht von einer Rentenblase. Wegen der Null- und Strafzinspolitik haben Festverzinsliche Höchstkurse erreicht. Und die Blase würde platzen, schon bevor die Zinsen wieder steigen und dann jedermann seine Anleihen verkaufen will, um die mathematisch errechenbaren Kursverluste zu vermeiden. Hier irrt die Fachpresse, wenigstens was Deutschland anbelangt. Wenn die EZB nämlich alle Anleihen aufkauft, wer sollte dann verkaufen können und damit die Kurse drücken? Die Anleihen werden im positiven Fall bei Fälligkeit zu Pari zurückgezahlt. Da die Kurse der Anleihen mit höheren Zinsversprechen jedoch heute deutlich über Pari notieren, sind die fallenden Kurse bis zur Endfälligkeit ohnehin „eingeplant“.

Kluge Journalisten rechnen schon vor, welches Risiko die EZB durch den Ankauf von Staats- und Industrieanleihen fährt. Wird ein Papier notleidend, würde die EZB Geld verlieren und damit letztlich die Eurostaaten und der Steuerzahler. Falsch. Denn die EZB kauft die Anleihen nicht mit „eigenem“ Geld, sondern mit neugeschaffenem Computergeld – und das kostet quasi nichts.

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Strafrechtliche Risiken für Geschäftsführer

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Geschäftsführer tragen die wirtschaftliche Verantwortung für ihr Unternehmen. Und sie haben umfangreiche rechtliche Pflichten, bei deren Verstoß sie sich sogar strafbar machen können. Neben offensichtlich verbotenen Handlungen wie Betrug oder dem Griff in die Kasse der Gesellschaft lauern noch weitere, oft unbekannte Gefahren.

1. Die unvollständige Stammeinlage

Bereits bei der Gründung einer GmbH kann der Geschäftsführer sich nach Paragraf 82 des GmbH-Gesetzes strafbar machen, wenn er bei der Handelsregistereintragung zu Unrecht versichert, dass die Einlagen der Gesellschafter vollständig zur Verfügung stünden. Geschäftsführer haben sicherzustellen, dass die Stammeinlage der Gesellschaft dauerhaft zur Verfügung steht. Häufig fällt dies zum Beispiel bei Insolvenzverfahren auf, es drohen dann Haftstrafen von bis zu drei Jahren. Ebenso macht sich ein Geschäftsführer strafbar, der es unterlässt, den Gesellschaftern den Verlust der Hälfte des Stammkapitals anzuzeigen.

2. Untreue gegenüber der GmbH

Neben beinahe offensichtlich gelagerten Fällen, in denen ein Geschäftsführer Aufträge an Lieferanten vergibt, von denen er persönlich eine Provision erhält, die dann über erhöhte Preise durch die Gesellschaft „refinanziert“ wird, kann sich ein Geschäftsführer auch durch wirtschaftlich besonders riskante Entscheidungen strafbar machen, die zu einem Schaden zulasten der Gesellschaft umschlagen. Die Grenzen sind hier fließend, der Geschäftsführer hat zwar einen unternehmerischen Entscheidungsspielraum, dem aber Grenzen gesetzt sind. Ähnlichem Risiko setzt sich der Geschäftsführer aus, der sich beispielsweise trotz Unternehmenskrise eine üppige Überstundenvergütung auszahlt.

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3. Vorenthalten von Arbeitsentgelt und Sozialversicherungsbeiträgen

Ebenfalls relevant sind Fälle, in denen der Geschäftsführer – sei es mangels Liquidität oder weil er fälschlicherweise der Meinung ist, er habe nur Werkverträge statt Arbeitsverträge geschlossen – Arbeitsentgelt oder Sozialversicherungsbeiträge nicht abführt. Steckt Ihr Unternehmen in einem vorübergehenden Liquiditätsengpass, sollten Sie lieber mit den zuständigen Sozialversicherungsträgern über die Fälligkeit der Beiträge verhandeln, um das Haftungsrisiko abzuwenden.

4. Insolvenzstraftaten

Schließlich lässt sich häufig auch in der Krise beobachten, dass Geschäftsführer die bereits bestehende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung nicht wahrhaben wollen oder sogar noch andere Absichten verfolgen. Problematisch hierbei ist, dass auch die Nichtstellung eines Insolvenzantrages innerhalb von drei Wochen nach Eintritt des Insolvenztatbestandes zur Strafbarkeit wegen Insolvenzverschleppung führen kann.

Geschäftsführer sollten somit aufgrund der bestehenden persönlichen Haftungsrisiken in unklaren Situationen stets auf die Beratung eines entsprechend spezialisierten Rechtsanwaltes zurückgreifen.

Die BVMW-IBWF-Rechtshotline erreichen Sie:
Mo bis Fr 10.00 – 17.00 Uhr
Tel.: 030. 533206-963
Fax: 030. 533206-50
rechtshotline@bvmw.de

Foto unten: © jemastock - fotolia.com; Foto oben: AllebaziB - Fotolia.com

 


BVMW-Veranstaltungskalender

Der BVMW organisiert eine Vielzahl erstklassiger Veranstaltungen in den kommenden Monaten auf Bundesebene und in den Regionen vor Ort. Unternehmer und Unternehmerinnen sind herzlich eingeladen, sich zu informieren, Netzwerke zu spannen, sich einzubringen und sich unterhalten zu lassen. Eine Auswahl finden Sie hier.

Baden-Württemberg

Iran: Auf zu neuen Ufern?
Dienstag, 17. Januar 2017, 08.30 Uhr
Turmforum
Arnulf-Klett-Platz 2, 70173 Stuttgart

Transparenz im Informationsfluss entlang der Supply Chain
Mittwoch, 25. Januar 2017, 12.00 Uhr
German Graduate School of Management and Law
Bildungscampus 2, 74076 Heilbronn

Einstein im Unternehmen
Donnerstag, 26. Januar 2017, 18.00 Uhr
BVMW [connect]
Hotel Hohenstaufen
Freihofstraße 64, 73033 Göppingen

Bayern

BVMW-Seminar Compliance im Mittelstand
Mittwoch, 15. Februar 2017, 18.00 Uhr
BTU Treuhand GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Sonnenstraße 9, 80331 München

Brandenburg

Gesprächsabendreihe Lausitzer Leuchttürme
mit René Reinert/Reinert Logistic GmbH & Co.KG
Donnerstag, 15. Dezember 2016, 19.00 Uhr
Caféhaus Methner
Spremberger Str. 21/22 (Sprem/Fußgängerzone), 03046 Cottbus

Gesprächsabendreihe Lausitzer Leuchttürme mit
Dr. Peter Thorausch/ Gemeinschaftslabor Cottbus
Donnerstag, 19. Januar 2017, 19.00 Uhr
Caféhaus Methner
Spremberger Str. 21/22 (Sprem/Fußgängerzone), 03046 Cottbus

Bremen

Mittags-Klönschnack
Donnerstag, 22. Dezember 2016, 13.00 Uhr
Steigenberger® Hotel Bremen
Am Weser-Terminal 6, 28217 Bremen

BVMW.After-Work: Frauen in Führung
Dienstag, 17. Januar 2017, 16.00 Uhr
Ina Temp Training Coaching Consulting
Schwachhauser Heerstraße 122, 28209 Bremen

Hamburg

BVMW Family Dinner
Mittwoch, 14. Dezember 2016, 17.00 Uhr
Ristorante Bocca D´oro
Hansahlener Dorfstraße 17, 29640 Schneverdingen

Hessen

Frühstückstreff für Unternehmer_Innen
Donnerstag, 15. Dezember 2016, 08.00 Uhr
INNSIDE Frankfurt Ostend
Hanauer Landstraße 81, 60314 Frankfurt am Main

RoundTable.IT #4
Dienstag, 10. Januar 2017, 15.30 Uhr
agilimo Ltd
Nordring 53-55, 63843 Niedernberg

Mecklenburg-Vorpommern

Gesundheitspreis, Jurysitzung und Fachgruppentagung
Freitag, 20. Januar 2017, 09.30 Uhr
AOK Nordost
Warnowufer 23, 18057 Rostock

Niedersachsen

BVMW Ladies only
Dienstag, 10. Januar 2017, 18.00 Uhr
Sinnfonie - zeitlose Schönheit
Oeseder Straße 104 A,49124 Georgsmarienhütte-Oesede

Politisches Unternehmerfrühstück mit Podiumsdiskussion
Donnerstag, 09. Februar 2017, 08.30 Uhr
Relais & Châteaux Hardenberg BurgHotel
Hinterhaus 11 A, 37176 Nörten-Hardenberg

BVMW Jahresempfang
Donnerstag, 23. Februar 2017, 17.30 Uhr
Rathaus Georgsmarienhütte
Oeseder Str. 85, 49124 Georgsmarienhütte

Business-Meeting mit Karsten Brocke
Donnerstag, 23. Februar 2017, 18.00 Uhr
Relais & Châteaux Hardenberg BurgHotel
Hinterhaus 11A, 37176 Nörten-Hardenberg

Nordrhein-Westfalen

BVMW Innovationsoffensive
Donnerstag, 26. Januar 2017, 17.00 Uhr
Porsche Zentrum Köln
Fröbelstraße 15, 50823 Köln

BVMW Jahresauftakt im Stage Metronom Theater
Mittwoch, 15. Februar 2017, 17.00 Uhr
Brauhaus Zeche Jacobi
Promenade 30 - CentrO, 46047 Oberhausen

Rheinland-Pfalz

BVMW Unternehmer-Stammtisch - Netzwerken in Mainz
Donnerstag, 26. Januar 2017, 18.00 Uhr
Grillforum Valentin
Rheinallee 187, 55120 Mainz

BVMW Connect
Dienstag, 31. Januar 2017, 18.00 Uhr
Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51, 55116 Mainz

BVMW Konjunkturausblick 2017 Donnerstag, 02. Februar 2017, 18.00 Uhr Boehringer Ingelheim Singerstraße 173/Tor 2, 55216 Ingelheim

BVMW UnternehmerTag Mittwoch, 15. März 2017 Rheingoldhalle Rheinstraße 66, 55116 Mainz

Sachsen

After Business Weihnacht 2016
Freitag, 16. Dezember 2016, 18.30 Uhr
Hotel Am Kurhaus
Richard-Friedrich-Straße 16, 08301 Bad Schlema

BVMW Theater-Treff
Dienstag, 24. Januar 2017, 19.00 Uhr
Burgtheater Bautzen
Seminarstraße 12, 02625 Bautzen

Jahresempfang des Mittelstands der Oberlausitz
Freitag, 03. Februar 2017, 19.00 Uhr
Burgtheater Bautzen
Seminarstraße 12, 02625 Bautzen

Schleswig-Holstein

Innovationsoffensive
Mittwoch, 08. Februar 2017, 18.00 Uhr
Roggenhorster Straße 9c, 23556 Lübeck

Thüringen

Vorstellung neue Duale Hochschule Gera-Eisenach
Dienstag, 13. Dezember 2016, 18.00 Uhr
Weg der Freundschaft 4A, 07546 Gera

Neujahrsempfang des BVMW Jena/SHK und der IG Jena-Süd
Mittwoch, 04. Januar 2017, 18.00 Uhr
Sparkassen-Arena Jena
Keßlerstraße 28, 07745 Jena

8. Mittelstandsball Gotha
Samstag, 28. Januar 2017, 18.00 Uhr
Stadthalle Gotha
Goldbacher Str. 35, 99867 Gotha

Weitere zahlreiche Veranstaltungen werden unter www.bvmw.de angekündigt. In der Rubrik „Standorte“ können die Veranstaltungskalender der jeweiligen Regionen sowie die Kontaktdaten der Veranstalter abgerufen werden. Termine für die Veranstaltungsreihe Forum führung finden Sie auf Seite 49.

Der BVMW. Die Stimme des Mittelstands.

Erfolgreich vernetzen für den Mittelstand. Der BVMW bündelt die Kräfte des unternehmerischen Mittelstands. National und international vertritt er erfolgreich die Interessen der kleinen und mittleren Unternehmen gegenüber der Politik – branchenübergreifend und parteipolitisch unabhängig. Der BVMW
  • repräsentiert mit seiner Verbändeallianz rund 270.000 Unternehmen aller Branchen, die über neun Millionen Mitarbeiter beschäftigen
  • ist mit rund 300 Geschäftsstellen bundesweit vertreten
  • hat mit den Repräsentanten vor Ort mehr als 700.000 Unternehmerkontakte jährlich
  • bietet über 2.000 Veranstaltungen im Jahr
  • ist führendes Mitglied in der europäischen Dachvereinigung nationaler Mittelstandsverbände.

Ist das Leben nicht schön?

Frank Capras Film von 1946 ist ein zeitloser Klassiker, der zum TV-Weihnachtsritual gehört. Dahinter aber steckt mehr als nur Besinnungskitsch.

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Sparkassenleiter George Bailey (James Stewart) muss besorgte Anleger beruhigen.

Alle kennen die Geschichte vom grundguten George Bailey (James Stewart), der sich in seiner Heimatstadt Bedford Falls wacker für das Gemeinwohl und gegen den Immobilienspekulanten und Finanzhai Henry F. Potter (Lionel Barrymore) einsetzt. Als Chef der Bausparkasse „Building and Loan“ hilft George den einfachen Bürgern, ihren Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Potter indes sucht hohe Renditen. Die Kreditbedingungen der „Building and Loan“ sind ihm zu kundenfreundlich, die Mieten zu niedrig; er will die Sparkasse und gleich die ganze Stadt schlucken. Der Kampf gegen den Investor reibt George auf. Er, der stets das Gute wollte, glaubt, nur noch Böses zu schaffen. Seinem Selbstmord am Heiligabend kommt ein Engel (Henry Travers) zuvor, der ihm in einer düster-phantastischen Sequenz vor Augen führt, was für ein elender Ort Bedford Falls wäre, hätte George nie gelebt. Viele seiner Freunde wären gar nicht am Leben, andere bitterarm, die Mieten horrend hoch, der ganze Ort eine Hölle aus Bars und Bordellen, und über allem herrscht Henry Potter. George begreift seine Bedeutung für den Ort und die Menschen; er gewinnt wieder Lebensmut. In einer solidarischen Sammelaktion wird der Bankrott der Sparkasse abgewendet; George und der Weihnachtsabend sind gerettet.

Soweit, so bekannt. Weniger bekannt ist, dass Regisseur Capra den Streifen nie als Weihnachtsfilm geplant hatte, sondern als Hommage an die Rechtschaffenheit und Solidarität amerikanischer Kleinbürger. Vorlage war die Kurzerzählung „The Greatest Gift“ des Schriftstellers Philip Van Doren Stern, der sie in den 1940er Jahren bei keinem Verlag unterbringen konnte. Stern ließ die Geschichte auf ein 21-seitiges Booklet drucken und schickte davon 200 Exemplare mit einem Weihnachtsgruß an alle Freunde und Verwandte. So gewann die Erzählung an Popularität und wurde schließlich veröffentlicht. Die RKO Filmstudios kauften die Rechte und gaben sie an Regisseur Capra weiter, der daraus „Ist das Leben nicht schön?“ machte.

Erfolglos, aber staatsgefährdend

Der Film wird bei seiner Premiere im Dezember 1946 wohlwollend, aber nicht enthusiastisch aufgenommen. Obgleich für fünf Oscars nominiert, geht er leer aus. Finanziell ist „Ist das Leben nicht schön?“ ein Fiasko, die Erlöse spielen die hohen Produktionskosten nicht ein. Das Publikum verliert das Interesse, dafür erregt Capras Ode an die kleinen Leute die Aufmerksamkeit einer US-Bundesbehörde: dem FBI. Sieben Monate nach der Premiere ergeht ein Memorandum von Agent F. D. Ladd an J. Edgar Hoover, in dem er vor „kommunistischer Infiltrierung der Filmindustrie“ und „unamerikanischer Kapitalismuskritik“ warnt. Die Darstellung des Henry Potter als raffgierigen Schurken sei eine typische Strategie kommunistischer Propaganda, die amerikanischen Ideale vom freien Markt und unbegrenzten Profit in den Schmutz zu ziehen. Regisseur Capra steht unter dem Verdacht, Sozialist zu sein, obwohl doch sein Held George ein Banker ist! Schon früh erkannte das FBI, dass die amerikanische Linke kein Problem mit kleinen Sparkassen, aber mit großem Wall-Street-Kapitalismus hat. FBI-Direktor Hoover ist das nicht genug, um gegen Capra und seinen Film vorzugehen. Dass „Ist das Leben nicht schön?“ nicht auf dem Index landet, rettet ihn indes nicht, der Film gerät in Vergessenheit.

Aus Spargründen zum Kult

Capra verkauft die Filmrechte; sie wechseln in der Folge mehrfach die Inhaber. Schließlich landet das Coyright 1974 bei National Telefilm Associates, die aber durch einen Formfehler versäumen, ihren Anspruch zu erneuern – der Film ist nun kostenlos zu haben. Und so wird die Geschichte einer kleinen Bank und ihrer Kunden zu einem Geschenk für (kleine) Fernsehsender, denn die beim Weihnachtspublikum beliebten Filmklassiker sind sehr teuer. Zahlreiche Fernsehstationen hieven Capras alten Schwarz-Weiß Film ins Weihnachtsprogramm, um Geld zu sparen. So wird „Ist das Leben nicht schön?“ aus profanem Geiz zum Heiligabend-Kultfilm. Vielleicht hatte FBI-Agent Ladd vor 70 Jahren doch recht mit seiner Befürchtung, hier solle uns das Ideal vom großen Profit madig gemacht werden. Die These kann jeder selber nachprüfen: Dieses Weihnachten kommt der Klassiker garantiert wieder im Fernsehen.

 

Fotos: © Studiocanal Home Entertainment

Mein Körper ist mein Instrument

Christian Berkel nahm schon als Jugendlicher in Paris Schauspielunterricht und war erst 19 Jahre alt, als er seine erste Kinorolle spielte. Schon lange zählt er zu den erfolgreichsten und beliebtesten Schauspielern Deutschlands. „Der Mittelstand.“ sprach mit ihm über seine Karriere und die Ursachen seines Erfolgs.

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Christian Berkel

Der Mittelstand.: Seit 40 Jahren stehen Sie vor der Kamera, ohne Karriereknick, ohne Skandale. Gibt es so etwas wie ein Erfolgsrezept?

Christian Berkel: Nein. Denn zum Erfolg gehört immer auch eine Portion Glück. Warum man in einem bestimmten Moment mit bestimmten Leuten zusammentrifft und mit ihnen erfolgreich arbeitet, kann man nur sehr begrenzt beeinflussen. Auf der anderen Seite bin ich davon überzeugt, dass die Menschen viel mehr Glücksmomente haben als sie denken. Ich bin froh, dass ich diese Momente oft erkenne und sie nutzen kann.

Können Sie Ihren Erfolg genießen?

Das tue ich permanent. Erfolg ist schön, zweifellos, ich vergesse allerdings auch nicht, dass der Erfolg in dem Moment, in dem man ihn wahrnimmt, schon der Vergangenheit angehört. Johannes Heesters hat einmal gesagt: „Erfolg ist ein Tisch, auf den man immer wieder neue Blumen stellen muss.“ Es geht also darum, neugierig und motiviert zu bleiben, sich zu fragen, was man anders und besser machen kann. Der Spaß am Spielen, am Verändern, und die Lust, etwas daraus zu machen, sind Voraussetzungen für Erfolg.

Sie sind oft als cooler, lässiger Machertyp zu sehen, entspricht das Ihrem Selbstbild?

Ich kann durchaus cool und lässig sein, aber auch unsicher und zweifelnd, und das ist wichtig.

Warum?

Manchmal braucht man eine fundamentale Verunsicherung, um einen Schritt weiterzukommen. So eine Krise kann brutal sein, aber wenn man sie durchsteht und meistert, hat man viel gewonnen. Ich bin im Laufe der Zeit diesbezüglich lockerer geworden und würde eine Unsicherheit nie verleugnen – denn ich weiß, dass ich sie auch wieder loswerde.

Sie ermitteln regelmäßig als nachdenklicher Kommissar Bruno Schumann in der ZDF-Serie „Der Kriminalist“. Sind Sie ihm ähnlich?

Teilweise schon. Es steckt viel von mir in dieser Figur drin, wie in all meinen Rollen. Gelegentlich neige auch ich zum Nachdenklichen und Melancholischen, aber grundsätzlich schätze ich die Teamarbeit. Kommissar Schumann ist dagegen wirklich ein lonesome guy, und er trägt immer diesen Mantel, fast wie eine Uniform. Ich dagegen mag Jacken viel lieber.

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Christian Berkel ermittelt als Bruno Schumann in der ZDF-Reihe „Der „Kriminalist“.

„Der Kriminalist“ bewegt sich oft im Berliner Drogenmilieu und bei Jugendlichen, die ins soziale Abseits gerutscht sind. Haben Sie bei den Dreharbeiten an die Gefahren gedacht, denen auch Ihre Kinder ausgesetzt sein könnten?

Nun, Berlin ist in der Tat eine ziemlich bunte Stadt, und eine, die auch gefährliche Seiten hat. Meine Frau und ich versuchen, ein Bewusstsein bei unseren Kindern zu schärfen, wo Gefahren lauern und Grenzen sind. Letztlich müssen sie ihre Erfahrungen aber selber machen. Unser Ältester ist jetzt 17 Jahre, da ist die Erziehung quasi abschlossen, und als Vater kann ich keine Verbote verhängen, sondern nur meine Meinung sagen und hoffen, dass er weiß, was er tut. Bis jetzt ist jedenfalls nichts Schlimmes passiert.

Wie wichtig ist es für Sie, körperlich fit zu bleiben?

Mein Körper ist mein Instrument, und wenn er nicht funktioniert, bin ich eingeschränkt. Die Schauspielerei ist ein sehr physischer Beruf. Ich muss Dinge über meinen Körper ausdrücken können, und dafür muss er mir zur Verfügung stehen. Also muss ich etwas tun, damit er das kann. Ich gehe zwei, dreimal pro Woche zum Joggen und mache täglich Klimmzüge und Liegestützen. Damit kann man eine Menge erreichen.

Zumindest dann, wenn man so diszipliniert wie Sie ist.

Dazu fällt mir ein Spruch von Karl Lagerfeld ein, der mich auch einmal fotografiert hat. In einem Interview antwortete er auf die Frage, wie er es erreicht habe, in seinem Alter noch so fit zu sein: „Wissen Sie, ich diskutiere nicht mit mir.“ Das ist ein wunderbares Bild; man darf einfach nicht mit sich diskutieren, sondern muss es einfach tun.

Vor kurzem haben Sie mit Isabelle Huppert gedreht, zuvor schon mit Superstars wie Tom Cruise, Jodie Foster, Quentin Tarantino oder Bryan Cranston. Wie wirkt sich deren Prominenz auf die Arbeit am Filmset aus?

All diese Stars haben etwas gemeinsam: Sie müssen es sich und anderen nicht mehr beweisen. Sie sind souveräner und lockerer als die meisten anderen und nehmen die Arbeit am Set leichter. Kompliziertheit oder Konkurrenzdenken entstehen in aller Regel aus Unsicherheit, nicht aus Erfolg. Mir hat es mit internationalen Stars immer sehr viel Spaß gemacht; ich brauche generell das Gefühl, dass mein Umfeld stark ist.

Stimmt es, dass Sie schon als Junge beschlossen haben, Schauspieler zu werden?

Ja, das war nach einem Besuch des Theaterstücks „Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn“. Ich war sieben Jahre alt und mit meiner Klasse in einer Vorstellung in den Berliner Kammerspielen. Das war damals ein Kinder- und Jugendtheater, das es heute leider nicht mehr gibt. Als ich die Schauspieler oben auf der Bühne sah, war es sofort um mich geschehen!

Das Interview führte Günter Keil.

Christian Berkel, geboren 1957, steht seit 40 Jahren vor der Kamera. Er überzeugte unter anderem im Oscar-nominierten Film „Der Untergang“, in Quentin Tarantinos „Inglorious Basterds“, an der Seite von Tom Cruise in „Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“ sowie im TV-Film „Die Sturmflut“ in der Rolle als Helmut Schmidt. Darüber hinaus spielte er in zahlreichen Fernsehfilmen und -Serien. Seit 2006 ermittelt er als Kommissar in der ZDF-Serie „Der Kriminalist“.

Der gebürtige Berliner lebt mit seiner Frau Andrea Sawatzki und ihren beiden gemeinsamen Kindern in seiner Heimatstadt.

 

Foto unten: © ZDF/ Julia von Vietinghoff; Foto oben:© ZDF/Öoliver Feist

News

Bundeswirtschaftssenat zu Gast bei ZEISS

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Die Besucher beim Rundgang durch das ZEISS Museum in Oberkochen.

Zusammen mit der ZEISS AG lud der BVMW Mitglieder des Bundeswirtschaftssenats nach Oberkochen ein. Thema des Tages: „Wie schafft Deutschland den digitalen Wandel?“ Die digitale Transformation der Wirtschaft ist in vollem Gange und spielt eine immer wichtigere Rolle. Dies erklärte Prof. Dr. Michael Kaschke, Vorsitzender des Konzernvorstands der ZEISS AG. In der Podiumsdiskussion wurden Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für den Mittelstand diskutiert.

Ganz in der Tradition von Firmengründer Carl Zeiss überzeugten sich die Teilnehmer beim anschließenden Rundgang durch das ZEISS Museum der Optik davon, dass im technologischen Fortschritt meist die Chancen größer sind als die Risiken.

Foto: ZEISS AG

 


MUT noch internationaler

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Mario Ohoven mit den Gästen aus China beim Mittelständischen Unternehmertag in Leipzig.

Der Mittelständische Unternehmertag Deutschland (MUT) des BVMW in Leipzig hat den Sprung von der regionalen auf die internationale Bühne geschafft. Dort sprachen unter anderem Top-Speaker wie Christoph Keese (Axel Springer SE) und Mittelstandspräsident Mario Ohoven. Unter fast 4.000 Teilnehmern befand sich ebenso eine große Delegation chinesischer Unternehmer, die den MUT nutzten, um Kontakt mit deutschen Mittelständlern herzustellen.

 


Auszeichnung für Werner & Mertz

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Dr. Michael Heyde vom „Grünen Punkt“, Immo Sander, Leiter der Verpackungsentwicklung Werner & Mertz und Reinhard Schneider, Geschäftsführender Gesellschafter Werner & Mertz und Vorsitzender der BVMW Energiekommision (v. li.), freuen sich über den Deutschen Verpackungspreis in Gold.

Werner & Mertz ist Vorreiter im Recycling und erhielt dafür den Deutschen Verpackungspreis in Gold. Ausschließlich aus Plastikverpackungen fertigt der Marktführer neue Kunststoffflaschen, deren Qualität und Erscheinungsbild Flaschen aus Neumaterial gleichen. Das Deutsche Verpackungsinstitut e. V. würdigt damit die Pionierleistung, die zusammen mit dem Flaschenhersteller Alpla-Werke und dem Grünen Punkt entwickelt wurde. Auch das Bundesumweltministerium erkennt die Innovationskraft des Unternehmens an: Es unterstützt den Bau einer neuartigen und energieeffizienten Produktionsanlage mit 540.000 Euro.

Foto: Deutsches Verpackungsinstitut

 


BVMW Zukunftskongress in Hamburg

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V. li.: Günther H. Enger (BVMW), Katja Suding (stellv. Bundesvorsitzende der FDP und Vorsitzende der FDP-Fraktion Hamburg), und Ludger M. Müller (BVMW).

Rund 200 Unternehmer besuchten den BVMW Zukunftskongress in Hamburg und hörten Reden von Katja Suding (stellv. FDP-Bundesvorsitzende) und Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Im Fokus des Treffens standen der Wunsch nach einer neuen Unternehmerkultur in Deutschland, die Herausforderung der Digitalisierung für den Mittelstand und der demographische Wandel. Mittelständler können von Innovationen und der Erfahrung von Start-ups lernen.

 


Familienunternehmer 2016

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Familienunternehmer des Jahres 2016: Prof. Dr. Martin Viessmann (2. v. re.) mit Ehefrau Annette und den Kindern Katharina und Maximilian und Dr. Dominik von Au, Geschäftsführer der INTES Akademie. Die Viessmann GmbH ist Mitglied im Bundeswirtschaftssenat.

Die INTES Akademie ehrte Prof. Dr. Martin Viessmann als Familienunternehmer 2016, weil er auf den digitalen Wandel und Nachhaltigkeit setzt und soziale Verantwortung übernimmt. Die Viessmann Gruppe erreicht jetzt bereits die von der Bundesregierung gesetzten Klimaziele für 2050 und gilt deshalb zu Recht als Vorreiter.

 


Roadshow Zukunftsdialog Mittelstand

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V. li.: Jürgen und Andreas Dippe (BVMW), und Anke Rehlinger, Wirtschaftsministerin im Saarland.

Der BVMW Saarland begleitete eine Roadshow des saarländischen Wirtschaftsministeriums mit dem Motto „Zukunftsdialog Mittelstand“. Dabei wurden Beratungs-, Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten sowie die richtigen Anlaufstellen vor Ort thematisiert. Referenten waren unter anderem Mitglieder des BVMW, die Workshops, Fach- und Impulsvorträge anboten.

 


Der Digitalisierung Auftrieb geben

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Unterzeichneten eine Vereinbarung zur Förderung der Digitalisierung (v. li.): Matthias Parlings (Fraunhofer IML), Thorsten Hülsmann, Maria Beck (beide Kompetenzzentrum „Digital in NRW“), Peter Dannowski und Gabriele Masthoff (beide BVMW).

Der BVMW vereinbarte mit dem „Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Dortmund“ eine Kooperation, um mittelständischen Unternehmern beim Übergang ins digitale Zeitalter zu verhelfen. Das Kompetenzzentrum bietet Seminare und vertiefende Angebote zur Umsetzung von Strategien zur Digitalisierung und Wertschöpfungsprozessen.

Foto unten links: Dirk Guldner

 


20 Jahre Result Group

Die Result Group feiert dieser Tage ihr zwanzigjähriges Jubiläum. Walfried O. Sauer rief das Unternehmen 1996 ins Leben und betrieb es als Sicherheitsberater anfangs alleine. Heute schützt er weltweit von mehreren Standorten aus Mandanten vor kriminellen und terroristischen Angriffen aller Art. In der Unternehmensführung steht ihm seit 2012 Andreas Radelbauer zur Seite, der 2001 zur Result Group kam.

www.result-group.com


Neue Partnerschaft

Zusammen mit der Allianzagentur Schmidt & Schmidt und C.I.C. Charisma unterstützt der BVMW-Landesverband Hessen ab 2017 die Initiative „Great Place to Work“. Ziel ist es, Kultur und Arbeitgeberattraktivität weiter zu entwickeln. Hessische Unternehmen können sich auf Basis interner Mitarbeiterbefragungen um den Titel „Beste Arbeitgeber in Hessen“ bewerben. Eine Auszeichnung ist erstmals 2018 möglich.

Anmeldungen unter:
www.hessen.bvmw.de

 


Erfolgreiche Sevice-Prüfer

Vor 15 Jahren wurde das Unternehmen „die service manufaktur“ von Geschäftsführer Christian Huber gegründet. In Begleitung von Mentoren der Breuninger Stiftung in Stuttgart entwickelte sich das einstige Start-up zu einem erfolgreichen Unternehmen. Kunden wie Steigenberger Hotels & Resorts, Lufthansa Group, Mercedes Benz und viele andere nutzen inzwischen die Expertise des Unternehmers, um Service und Kundenzufriedenheit zu überprüfen und zu verbessern.

www.dieservicemanufaktur.de


BVMW besucht Kantabrien

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Mitglieder der BVMW-Unternehmerdelegation.

Der BVMW-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern organisierte eine b2b-Reise nach Spanien, um Unternehmer mit der Smart-City Santander vertraut zu machen. Die Unternehmerdelegation traf in der kantabrischen Hauptstadt u.a. auf potenzielle spanische Geschäftspartner, den Arbeitgeberverband CEOE-CEPYME sowie Minister Francisco Luis Martin Gallego.

Hochwertige Handwerkskunst aus dem Erzgebirge

In jeder Ausgabe stellt „Der Mittelstand.“ BVMW-Mitgliedsunternehmen und deren Produkte vor. Diesmal präsentiert das traditionsreiche Familienunternehmen Mueller GmbH seine filigranen Holzfiguren und -Modelle – von der Dresdner Frauenkirche bis zur klassischen Bogenpyramide.

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Familienbetrieb seit 1899

Die Tradition der erzgebirgischen Handwerkskunst aus den Werkstätten des Unternehmens Müller reicht bis in das Jahr 1899 zurück. Vor 117 Jahren gründete Edmund Oswald Müller, der Urgroßvater des heutigen Geschäftsführers, den Familienbetrieb in Seiffen. Unter der Führung der Familie entwickelte das Unternehmen ein bemerkenswertes und unverfälschtes Sortiment erzgebirgischer Holzkunst. Die eigengefertigten Produkte werden weltweit in zwölf Ländern bei rund tausend Fachhändlern vertrieben.

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Erzgebirgische Holzkunst, das bedeutet Originale in hoher kunsthandwerklicher Qualität sowie neue figürliche Kompositionen. Dies sind die tragenden Säulen im Unternehmen.

Kostbarer Rohstoff Holz

Die Natur ist Lebensgrundlage und Erholungsraum. Und sie ist Kapital des Betriebs. Geschäftsführer Ringo Müller zeigt Verantwortung im Umgang mit dem unverzichtbaren Roh- und Werkstoff Holz und demonstriert Engagement für die Umwelt als Mitglied der Umweltallianz Sachsen. Holz wird nur aus nachhaltig betriebener Forstwirtschaft bezogen; Reste, die bei der Verarbeitung entstehen, werden für die Wärmegewinnung wiederverwendet. Das ist Handmade in Germany!

Prominenter Ideengeber

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Der ehemalige Skispringer und Olympiasieger Jens Weißflog ist dem Unternehmen verbunden und Ideengeber für die sportliche Edition des Unternehmens.

Weihnachtszauber

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Weihnachtliche Arbeiten aus den Werkstätten sind innenbeleuchtete Schwibbögen, Räuchermänner, Nussknacker, Pyramiden, keramikgelagert und mit Teelichten betrieben, und die weltweit ersten elektronischen Spieldosen mit wechselbaren Motivplattformen. Darüber hinaus werden Räucherfiguren von Tutanchamun bis Martin Luther gefertigt, die das ganze Jahr über zum Einsatz kommen.

Schmuckstücke einst und jetzt

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Ursprünglich waren Kinderspielzeuge aus Holz und typisch Seiffener Miniaturen in der Streichholzschachtel die gefertigten Produkte. Später kamen Puppenmöbel aus Naturhölzern im Stil der Zeit ins Sortiment.

Liebevolle Handarbeit

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Die Wärme, die Holz ausstrahlt und das, was aus diesem Werkstoff von Hand gefertigt wird, erfüllen und motivieren die Angestellten.
Der Betrieb hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Faszination mit anderen zu teilen. Deshalb entstehen in den Werkstätten in Seiffen in liebevoller Handarbeit und mit dem Anspruch an höchste Qualität und Design, kleine und große Kostbarkeiten aus Holz.

Der Schwibbogen

Seit mehr als 250 Jahren gehört der Schwibbogen zum weihnachtlichen Lichterfest im Erzgebirge. Der Johanngeorgenstädter Bergschmied Johann Teller soll um 1726 den ersten schmiedeeisernen Leuchter dieser Art gefertigt haben. Die Bogenform geht auf eine bergmännische Tradition zurück. So haben die Bergleute zur letzten Schicht vor dem Weihnachtsfest ihre brennenden Grubenlampen wie das Mundloch des Stollens halbkreisförmig an die Wand gehängt. Das bogenförmige Wolkenmotiv gehört neben der patentierten Innenbeleuchtung zu einem besonderen Gestaltungsmerkmal der Müller’schen Werkstatt.

Kleinkunst aus dem Erzgebirge® Mueller GmbH

faso-lma-4 Geschäftsführer: Ringo Müller
Sitz: 09548 Kurort Seiffen/Erzgebirge
Gründung: 1899 durch Edmund Oswald Müller, den Urgroßvater
Mitarbeiter: 40
Branche: Holzkunstgewerbe
Website: www.mueller.com

Montblanc – ein Stern leuchtet

Im Jahr 1963 schreibt Montblanc im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte. US-Präsident John F. Kennedy reicht Bundeskanzler Konrad Adenauer sein Montblanc Schreibgerät, damit er sich in das Goldene Buch der Stadt Köln eintragen kann.

montblanc-augmented-paper-10Handgeschriebene Notizen für Smartphone oder Tablet mit dem Augmented Paper.

Diese Randnotiz der Geschichte zeigt, dass Montblanc in der Welt der Schreibgeräte seit langem das Synonym für höchste Schreibkultur ist. Wenn Wichtige schreiben oder Wichtiges geschrieben wird, geschieht dies meistens mit einem Federhalter des Traditionsunternehmens aus Hamburg. Begonnen hat diese Erfolgsgeschichte 1906 mit dem Wunsch, ein Schreibgerät zu entwickeln, um das manuelle Schreiben zu verändern. Inspiriert von den neuesten mechanischen Innovationen, die sie während einer Reise nach Amerika kennengelernt hatten, schlossen sich der Hamburger Kaufmann Alfred Nehemias, der Ingenieur August Eberstein und der Unternehmer Claus Voss zusammen, um ihr Konzept wahr werden zu lassen. Gemeinsam schufen sie ein klecksfreies Schreibgerät und einen Kolbenkonverter, die den Lauf der Schreibgeschichte für immer verändern sollten. Ihre neu gegründete Firma, die ursprünglich „Simplo Filler Pen Co“ hieß, schuf bereits 1909 ein Premiumschreibgerät, den „Rouge et Noir“-Sicherheitsfüller. Nur ein Jahr später entschieden sich die drei Gründer, ihr stetig wachsendes Unternehmen auf den Namen Montblanc umzutaufen. Als Inspiration für diese Namensgebung diente der höchste Gipfel Europas, um ihrem Verständnis von Hochwertigkeit und ihrem Streben nach ultimativer Leistung und feinstem Handwerk Ausdruck zu verleihen. Der sechseckige weiße Stern, der symbolisch für die sechs schneebedeckten Gipfel des majestätischen Berges steht, krönt seither jedes Schreibgerät, das von Montblanc gefertigt wird.

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Produktion in den Anfangsjahren.

Auch heute noch setzt das Unternehmen neue Maßstäbe und erweitert den Ausdruck des anspruchsvollen Handwerks in jeder seiner Produktkategorien. Dazu zählen inzwischen neben Schreibgeräten auch Uhren, Lederwaren, Accessoires, Parfum und Brillen. Dank der Handwerksmeister und der strengsten Kriterien in den jeweiligen Manufakturen werden Schreibgeräte in Hamburg, Zeitmesser in Le Locle und Villeret im Schweizer Jura und Lederwaren im italienischen Florenz gefertigt, die für ihre Besitzer zu Lebensbegleitern werden. „Montblanc ist eine erfolgreiche Marke, die sich auch in Zukunft auf ihre Stärken – Innovation und Handwerkskunst gepaart mit herausragender Qualität – konzentrieren wird“, erklärt Geschäftsführer Oliver Gößler. Damit dies gelingt, betreibt das Unternehmen ein intensives Talentmanagement. „Die Möglichkeiten, in unserem Hause Karriere zu machen, sind so vielfältig wie die Herausforderungen, die sich bei Montblanc bieten“, so Gößler. „Menschen unterschiedlichster Herkunft und Qualifikation finden hier eine Aufgabe, die ihren Erwartungen entspricht, sie fordert und voranbringt. Montblanc sucht Mitarbeiter, die sich weiterentwickeln wollen und lernfähig sind. Und wir unterstützen sie dabei, ihr Potenzial voll auszuschöpfen.“

Das Augmented Paper bringt handgeschriebene Notizen und Skizzen durch einen einzigen Knopfdruck vom Papier auf ein mobiles Gerät.

Wie sehr sich dieses Engagement lohnt, zeigt unter anderem die neueste Innovation der besonderen Montblanc-Produktpalette. „Am 1. Oktober haben wir mit unserem Augmented Paper ein digitales Produkt, mit dem Sie Ihre handgeschriebenen Notizen auf das Smartphone oder Tablet übertragen können, auf den Markt gebracht, das die oben genannten Punkte vereint.“ Montblanc Augmented Paper bringt handgeschriebene Notizen und Skizzen durch einen einzigen Knopfdruck vom Papier auf ein mobiles Gerät. Sobald der Inhalt auf dem Gerät erscheint, kann er bearbeitet, mit anderen geteilt oder in einen digitalen Text verwandelt werden. Das neue Augmented Paper, das wie ein Organizer aus feinstem Leder gestaltet wurde, enthält ein Notizbuch und ein StarWalker-Schreibgerät. Das Schreibgerät ist mit einer speziellen Technologie ausgestattet, die eine Handschrifterkennung in zwölf Sprachen bietet und handgeschriebene Notizen auf mobile Geräte überträgt. „Das Gefühl, auf Papier zu schreiben, ist einfach unvergleichlich“, betont Oliver Gößler. „Doch in einer digitalen Welt ist es unverzichtbar geworden, seine Arbeiten und Gedanken zu teilen. Augmented Paper verbindet nun diese beiden Welten auf elegante Weise.“

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Das Montblanc Meisterstück 90 Jahre.

Auch 110 Jahre nach seiner Gründung beeindruckt Montblanc seine Kunden mit innovativen Funktionen, legendären Designs und höchst sorgfältig gefertigten Produkten. „Wir haben den Anspruch, jeden Kunden von unseren Produkten und unserem Service zu überzeugen. Das gilt für den einzelnen Kunden, der unsere Boutiquen besucht, genauso wie für unsere Handelspartner und Firmenkunden.“

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Montblanc Geschäftsführer Oliver Gößler.

Das Montblanc Meisterstück 90 Jahre.

Montblanc Deutschland GmbH gehört zu den führenden Herstellern von hochwertigen Schreibgeräten, Armbanduhren, Schmuck und Lederwaren. Stammsitz des Unternehmens ist Hamburg, wo etwa 1.000 der weltweit 3.000 Beschäftigten arbeiten. Das ursprünglich deutsche Unternehmen Montblanc wurde 1977 von der britischen Dunhill-Gruppe übernommen und gehört seit 1993 zur Schweizer Richemont-Gruppe. Zu der Montblanc International GmbH mit Sitz in Hamburg gehören 16 Tochtergesellschaften in Europa, Nordamerika und Asien.

www.montblanc.com

Fotos: Montblanc

Vom Segen des Sanddorns

Ganz auf die heilsame Kraft der orangefarbenen Beere setzt ein brandenburgisches Familienunternehmen: Die Christine Berger GmbH & Co KG aus Petzow produziert daraus Säfte, Liköre, Marmeladen und Hautpflegemittel. Der Sanddorn-Garten der Firma mit Restaurant und Hofläden gehört inzwischen zu den Attraktionen der Tourismus-Region Werder/Havel.

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Der Sanddorn-Garten im brandenburgischen Petzow.

Familie Berger schwört auf Sanddorn. Die Wildfrucht aus der Familie der Ölweidengewächse, auch als Dünendorn oder Haffdorn bekannt, wächst in Deutschland vor allem an den Küsten von Nord- und Ostsee. Weil die orangefarbenen Beeren wahre Vitaminbomben sind, gehören sie schon vielerorts in die Hausapotheken. Sie beugen Erkältungskrankheiten vor, ihre Vitalstoffe unterstützen die Wundheilung und die Bildung roter Blutkörperchen. „Von Sanddorn war ich schon immer begeistert“, sagt Christine Berger, Geschäftsführerin der Christine Berger GmbH & Co KG, „und viele unserer Produkte entstanden aus der Motivation heraus, die eigene Familie mit gesunden und schmackhaften Lebensmitteln zu versorgen.“

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Dorothee Berger

Heute reicht die riesige Produktpalette des Familienunternehmens mit Sitz in Petzow, einem Ortsteil der brandenburgischen Stadt Werder bei Potsdam, von naturreinem Bio-Sanddorn-Saft über Weine, Liköre, Obstler, Tees oder Smoothies, Marmeladen und sonstige Fruchtaufstriche, Schokoladen und Gummibärchen bis hin zur Sanddorn-Kosmetiklinie unter der Marke Christine Berger. Tochter Dorothee, die BWL und Lebensmitteltechnologie studierte, stieg 2007 ins Unternehmen ein und übernahm Stück für Stück die Verantwortung für Produktion, Marketing und Vertrieb. Christine Bergers Ehemann Andreas baut den Sanddorn mit eigener Firma auf 150 Hektar an und erntet Jahr für Jahr zwischen 80 und 100 Tonnen. Damit gehören die Bergers zu den führenden Sanddorn-Produzenten Deutschlands. „Wir haben hier viel Licht und Sonne“, sagt Christine Berger, „und vor allem den märkischen Sandboden, auf dem Sanddorn wunderbar gedeihen kann.“

Höchste Qualität durch kontrolliert biologischen Anbau

Ein aufwendiges Ernteschnitt- und Lagerungsverfahren sorgt dafür, dass die Vitamin- und Nährstoffe des Sanddorns so weit wie möglich erhalten bleiben. Mit Traktoren werden in den Sanddorn-Plantagen die Zweige und Äste der bis zu sechs Meter hohen Sträucher abgeschnitten und im Tiefkühlhaus bei einer Minustemperatur von 38 Grad schockgefrostet. Danach können die Beeren abgerüttelt und bis zur Verarbeitung als rollende Ware gelagert werden. Christine Berger legt größten Wert darauf, dass kontrolliert biologisch angebaut wird: „ohne Düngemittel, ohne Pestizide und so natürlich wie möglich“. Nur so sei höchste Qualität gewährleistet.

Unser Unternehmen steht auf fünf Säulen“, sagt Christine Berger, „die erste ist die Produktion von Lebensmitteln, die wir über die Marke Sandokan vertreiben, die zweite besteht aus unseren Bio-Produkten für den entsprechenden Handel, die dritte ist die Produktion unserer Sanddorn-Kosmetik, in der das heilsame Öl des Sanddorns verarbeitet wird.“ Die vierte Säule sei die Bewirtschaftung des Petzower Sanddorn-Gartens mit Hofläden, Restaurant und Schauproduktionen und die fünfte der Rohstoff-Vertrieb. „Da wir Sanddorn selbst anbauen und verarbeiten, erwirtschaften wir hochwertige Zwischenprodukte, mit denen wir die Lebensmittelindustrie beliefern.“ Seit das Ehepaar Berger nach der Wende Anfang der Neunzigerjahre ihre erste Sanddorn-Plantage pachtete, hat sich die Firma peu à peu zu einem Unternehmen mit rund 20 Mitarbeitern entwickelt. „Und diese Belegschaft müssen wir in der Hauptsaison von Ostern bis Mitte Oktober noch einmal aufstocken“, sagt Dorothee Berger.

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Sanddorn-Säfte in allen Variationen gehen am besten

Denn im Sommer wird der drei Hektar große Sanddorn-Garten direkt am Glindower See zum begehrten Ziel von Einheimischen, Ausflüglern, Radlern und Touristen. Die kehren im Café-Restaurant „Orangerie“ mit Seeblick-Terrasse ein, lassen es sich im Imbiss schmecken oder kaufen und probieren Sanddorn-Köstlichkeiten im Spezialitätenmarkt oder im Hofladen mit weiteren regionalen Erzeugnissen. 2014 wurde zudem die „Gläserne Marmeladenproduktion“ eröffnet, wo durch große Schaufenster die verschiedenen Verarbeitungs- und Zubereitungsschritte verfolgt werden können – ein außergewöhnliches Erlebnis- angebot, für das auch viele Schulklassen anreisen. Abgerundet wird es durch einen Multimedia-Präsentationsraum, in dem es alle Informationen zum Sanddorn gibt.

Sanddorn-Säfte in den verschiedensten Variationen sind immer noch das wichtigste Produkt der Christine Berger GmbH & Co KG – darunter der hundertprozentige Muttersaft, der verdünnt getrunken oder auch anderweitig genutzt werden kann, zum Beispiel fürs Kochen oder Backen. Aber auch die Kosmetiklinie gewinnt an Bedeutung. „Begonnen haben wir mit einer hautpflegenden Körperlotion“, sagt Christine Berger, „dann kamen verschiedene Cremes hinzu, Body- und Aftersun-Lotions, Massageöle und Fluide.“ Neuerdings verwendet man auch Hyaluronsäure, die das Sandorn-Öl leichter in die Haut eindringen lässt. Die wundheilende Kraft der Frucht wird längst auch in der Medizin eingesetzt, etwa bei Krebspatienten nach Chemotherapien.

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Christine Berger

Das Unternehmen beliefert mit seinen Sanddorn-Produkten vor allem den Einzelhandel, aber auch Karstadt oder Bio-Läden, darunter die Supermärkte der Bio Company-Kette. Neben dem Katalogversand wächst langsam auch der Online-Handel, da sei man aber noch in der Experimentierphase. Exportiert wird nach Österreich, Polen, Litauen und Schweden, dorthin also, wo der Sanddorn schon bekannt ist. Doch die Rohstoffe aus Brandenburg gehen inzwischen auch nach Korea, „und unsere erste Palette“, so Christine Berger, „haben wir gerade nach Taiwan verkauft“. Aus seiner Heimat Ost- und Westasien soll der Sanddorn im 4. Jahrhundert vor Christus von Alexander dem Großen nach Europa gebracht worden sein.

Erstmals flächendeckend in Deutschland angebaut wurde er Mitte der Sechzigerjahre in der DDR, weil sein ungewöhnlich hoher Vitamin C-Gehalt die Zitrone ersetzte und zur Volksgesundheit beitrug. Deshalb steht bei den Bergers selbstverständlich jeden Morgen das unverdünnte Sanddorn-Schnäpschen auf dem Frühstückstisch.

Fotos: Christine Berger GmbH & Co KG

Flüchtlinge - „Wer was werden will, muss arbeiten“

Der Chef der Schlitzer Weberei Langheinrich stellt Flüchtlinge ein, bietet ihnen einen eigenen Sprachkurs und eine Perspektive an. Die Initiative “Verein Duale Integration e.V.” bietet mit Unterstüzung des BVMW Flüchtlingen die Chance auf eine Arbeitsstelle.

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Firmengebäude der Weberei Langheinrich im hessischen Schlitz.

Burkhard Oel nimmt kein Blatt vor den Mund: „Die Flüchtlinge sind zu uns gekommen, sie kosten unser Geld. Deshalb sollen sie nicht tatenlos rumsitzen, sondern arbeiten und ihr eigenes Geld verdienen.“ So einfach ist die Botschaft des Fünfzigjährigen Geschäftsmannes aus Schlitz, der vor vier Jahren die Traditions-Weberei Langheinrich kaufte, deren Geschäftsführer er zu diesem Zeitpunkt seit elf Jahren war. Ein emotionsloser Satz. Hinter dem sich aber weit mehr verbirgt. Eine Erfolgsgeschichte nämlich, die beispielhaft sein könnte und zeigt, was ein Unternehmer bewegen kann.

Burkhard Oel warb bei anderen Geschäftsleuten in der Stadt für seine Idee, Flüchtlinge in ihre Betriebe schnuppern zu lassen, um sie als Fachkräfte für die Zukunft zu gewinnen.

Wie kann ich die Menschen, die hier her gekommen sind, in Lohn und Brot bringen? Diese Frage stand am Anfang des Projektes, das Burkhard Oel in der Burgenstadt auf den Weg gebracht hat. Er selbst betreibt auf dem Firmengelände ein Flüchtlingsheim und hat täglich hautnah mit den dort lebenden Menschen Kontakt.

Oel suchte schon seit längerem händeringend Arbeitskräfte, die er über das Arbeitsamt nicht fand, wie er sagt. Also bot er einigen „seiner“ Flüchtlinge zunächst einen Praktikumsplatz in seiner Weberei an. Darüber hinaus warb er bei anderen Geschäftsleuten in der Stadt für seine Idee, Flüchtlinge in ihre Betriebe schnuppern zu lassen, um sie als Fachkräfte für die Zukunft zu gewinnen. „Und da zum Arbeiten auch die Fähigkeit zu kommunizieren gehört, richtete ich in unserem Betrieb für die Praktikanten auch einen Sprachkurs ein“, erzählt Oel. Integration, so ist er überzeugt, funktioniere nur über Sprache und Arbeit. Wichtig sei zudem ein regionaler Ansatz, um die Menschen zu qualifizieren und in die Betriebe zu bringen. Genau hier habe seine Initiative angesetzt, für die er inzwischen zehn weitere Betriebe begeistern konnte.

Sechs Flüchtlinge absolvierten in den vergangenen sechs Wochen bei Langheinrich ein Praktikum. Nach getaner Arbeit besuchten sie an vier Abenden in der Woche einen Sprachkurs, den die Weberei veranstaltete und bezahlte. Das gleiche Angebot haben die Flüchtlinge, die in anderen Unternehmen als Praktikanten untergebracht waren. Für die Ausrichtung dieses Sprachkurses und darüber hinaus für Folgekurse stellte Oel Angelika Robertson ein. Sie paukt seit Mitte August nicht nur deutsche Vokabeln und Grammatik mit den Praktikanten, sondern kümmert sich noch um weit mehr. Etwa betreut sie die Flüchtlinge bei Behördengängen oder ist Ansprechpartnerin der kooperierenden Betriebe, die für ihr Projekt gewonnen werden konnten.

Über ein Dutzend junge Männer absolvierten ihre Praktika bereits in unterschiedlichsten Betrieben. „Die Resonanz und die Rückmeldungen von den meisten Unternehmen sind positiv“, zieht Angelika Robertson eine erste Bilanz. Die ersten hätten bereits Arbeitsverträge in Aussicht, die Wäscherei Diemer habe gerade drei Männer eingestellt und sucht drei weitere Arbeitnehmer. Auch in der Weberei Langheinrich werden aus sechs bisherigen Praktikanten Arbeitnehmer. Vier arbeiten künftig in der Produktion;.zwei werden eine Ausbildung zum Industriekaufmann beginnen, weil sie „in der Weberei und Konfektion unterfordert waren“, wie Oel berichtet. Sein Ziel ist es, „mindestens 30 der rund 60 in meiner Unterkunft lebenden Flüchtlinge in Arbeit zu bringen“.

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Inhaber Burkhard Oel (re.) mit seinen neuen Mitarbeitern und der Sprachlehrerin Angelika Robertson.

Mittlerweile hat Oel den „Verein Duale Integration e.V.“ als Träger der Initiative gegründet. Er ist überzeugt: „Das Projekt, das wir hier machen, könnte in die ganze Region getragen werden.“ Wichtig sei, es langfristig zu etablieren, um eine Langzeitwirkung zu erreichen und die Menschen zu befähigen, sich dauerhaft eine eigene Existenz aufzubauen. Unterstützt wird Oel dabei vom BVMW Landesverband Hessen, der über ein eigenes Veranstaltungsformat in den nächsten Wochen und Monaten die Referenz „nach außen tragen wird”, so der Landesbeauftragte Rüdiger Muth. Überzeugt ist der Schlitzer Geschäftsführer, dass die meisten der hier lebenden Flüchtlinge arbeiten wollten. „Und genau die sollten auch bleiben dürfen“, fordert er. In Schlitz Arbeitskräfte zu finden, habe sich in der Vergangenheit immer schwieriger gestaltet. Für Oel stellt die Ausbildung der Flüchtlinge für die Region eine große Chance dar: „Allein in unserem Betrieb gehen in den nächsten Jahren 20 bis 25 Mitarbeiter in den Ruhestand. Wir alle können auch von diesen Menschen, die zu uns gekommen sind, lernen“, ist er überzeugt. Aber er fordert deren Einsatz. „Wer was bei uns werden will, muss arbeiten.“

Das wollen die jungen Männer, die am Abend zum Sprachkurs in die Weberei gekommen sind. Sie strahlen, als sie Burkhard Oel sehen. Der „Chef“ hat ihren größten Respekt. Ihm haben sie viel zu verdanken. Oels harte Schale bröckelt ein wenig, als er vom Selbstwertgefühl „seiner Jungs“ spricht, das mit der Arbeit und den Erfolgserlebnissen wachse.

Der Zwanzigjährige Sami aus Afghanistan ist einer von diesen „Jungs“. Er wird in Oels Weberei eine Lehre zum Industriekaufmann absolvieren. und den betriebsinternen Sprachkurs besuchen. Abdullah, 26 Jahre alt, war im Irak Gabelstablerfahrer und wird künftig in der Weberei arbeiten. Umair ist 23 Jahre und kommt aus Pakistan. Er möchte nach seinem Praktikum beim Bauunternehmen Gluck in Kooperation mit dem Lauterbacher Lehrbauhof seine Ausbildung zum Bauingenieur angehen. Der Fünfundzwanzigjährige Ferozz aus Afganistan war Polizist und absolviert ein Praktikum bei der Schlitzer Firma Sitzmann. Sein Landsmann Ismail, 30, ist gelernter Schneider und wird künftig auch bei Langheinrich arbeiten.

Neben der Weberei Langheinrich sind unter anderen die beiden Schlitzer Wäschereien Diener und Kruppert, die Firma Sitzmann (Treppenbau und Sonnenschutz), Hermann (rund ums Pferd) und das Bauunternehmen Gluck an der Ausbildungsinitiative beteiligt.

Bilder: Claudia Kempf

Gesunder Mittelstand – GeMit

Der BVMW und das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung unterstützen mit dem Projekt „Gesunder Mittelstand Deutschland“, kurz GeMit, kleine und mittlere Unternehmen, betriebliche Gesundheitsförderung zu betreiben.

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GeMit Auftaktveranstaltung in Böblingen (v. li.): Stefan Fröbe (Klinikverbund Südwest), Projekteiter Nicola Paratalidis (AOK), Dr. Horst Nebelsieck (Klinikverbund Südwest), Dr. Helmut und Gabriele Baur (Binder-Optik).

Die Idee: Durch den Zusammenschluss mehrerer Mittelständler in Betriebsnachbarschaften erhalten auch die Mitarbeiter von kleinen Betrieben die Möglichkeit, an verschiedenen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung teilzunehmen, die der Betrieb im Alleingang nicht realisieren könnte. Ein BVMW-Koordinator vor Ort und ein Gesundheitscoach einer Krankenkasse betreuen je eine Betriebsnachbarschaft und entwickeln bedarfsorientiert und überbetrieblich gesundheitsfördernde Maßnahmen.

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GeMit Projektstart in München (v. li.): Prof. Dr. Wolfgang Caselmann (Bayerisches Gesundheitsministerium), Prof. Dr. Martin Halle (Ärztlicher Direktor des Zentrums für Prävention und Sportmedizin der TU München), Achim von Michel (BVMW Bayern), Constantin Svoboda (Vorstand Legial AG), Rafaela Kaiser (BIG-direkt gesund).

Seit Mitte November ist die letzte Region des Projektes GeMit in Böblingen/Stuttgart an den Start gegangen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer konnten im Rahmen der großen Auftaktveranstaltung im Mercure-Hotel Böblingen einen ganzen Nachmittag erleben und erfahren, welche Angebote und Maßnahmen zur Förderung ihrer Gesundheit existieren. Die BVMW-Koordinatoren Kurt Mezger und Dr. Ulrich Köppen sowie der Gesundheitscoach Nicola Paratalidis von der AOK Stuttgart-Böblingen betreuen die Betriebsnachbarschaft vor Ort und bieten bedarfsorientiert und überbetrieblich Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. Rund 50 Mitarbeiter der Firmen Heinrich Schmid Handwerksdienstleistungen, Cedis-Engineering (Sindelfingen), Binder Optik und Deliberate (Strategie und IT-Dienstleister, Böblingen) nehmen an dem Projekt teil. Am Infotag konnten sie sich testen und Maßnahmen kennenlernen, die ohne viel Aufwand zur Verbesserung der Fitness und des Wohlbefindens geeignet sind.

Die Transferregion GeMit München ist nach der Region Bremen/Oyten bereits die zweite Nachbarschaft, die das GeMit-Konzept aufnimmt und losgelöst von dem geförderten Projekt umsetzt. Die Krankenkasse BIG direkt gesund und zehn Projektpartner aus dem BVMW-Mitgliederkreis läuteten die Aktivitäten mit der ersten Infoveranstaltung für interessierte Unternehmen ein.

„Die Mitarbeiter sind das höchste Gut eines Unternehmens“, so Constantin Svoboda, Vorstand der gastgebenden Legial AG bei der Auftaktveranstaltung. „Auch vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung und dem damit verbundenen Fachkräftemangel ist betriebliche Gesundheitsförderung für die Zukunft des Unternehmens wichtig“, betonte Simone Damschek, Geschäftsführerin des Forums Arbeitsgesundheit. Prof. Dr. Wolfgang H. Caselmann, Ministerialrat im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, ergänzte, dass „die Regierung die betriebliche Gesundheitsprävention mit Hilfe des Präventionsgesetzes weiter verstärken will.“ Der Sportmediziner Prof. Dr. med. Martin Halle empfiehlt zur Vorsorge, insbesondere die Bewegung der Mitarbeiter zu fördern.

GeMit wird im Rahmen der „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ (INQA) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gefördert. Weitere Informationen zum Projekt und zur Initiative unter www.gemit-deutschland.de und www.inqa.de.

Foto oben: Michael Voigt

Bodo Ramelow ehrt vorbildliche Mittelständler

Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Bodo Ramelow fand im Erfurter Kaisersaal der 23. Thüringer Wirtschaftsball statt. Veranstalters des glanzvollen Abends war auch in diesem Jahr wieder der BVMW Thüringen.

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Auszeichnung der Preisträger (v. li.): Günther Richter (BVMW-Landesgeschäftsführer Thüringen), BVMW-Präsident Mario Ohoven, Heike Chedor und Bernd Apitz (Leitec), Siegrid und Günter Oßwald (Oßwald Fahrzeugteile), Bodo Ramelow (Ministerpräsident Thüringen) und Wolfgang Tiefensee (Wirtschaftsminister Thüringen), Jens Filbrich (ehemaliger Skilangläufer).

Im Rahmen der Traditionsveranstaltung wurde Bernd Apitz, Geschäftsführender Gesellschafter der Leitec Gebäudetechnik GmbH, mit dem BVMW-Mittelstandspreis „Thüringer Unternehmer 2016“ ausgezeichnet. Der Ehrenpreis für sein Lebenswerk ging an Günter Oßwald, Seniorchef der Oßwald Fahrzeugteile & Technischer Handel. Damit fand der zum 17. Mal ausgelobte Wettbewerb seinen Höhepunkt, dessen Anliegen es ist, Unternehmer für ihr herausragendes Engagement in Wirtschaft und Gesellschaft öffentlich zu ehren. Ihre Vorbildrolle soll der jungen Generation Mut zur Selbstständigkeit und zur Übernahme von Unternehmen machen.

„Wir wollen Unternehmerinnen und Unternehmer ehren, die das persönliche wirtschaftliche Risiko tragen und mit hoher Sozialkompetenz durch Schaffung und Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen Verantwortung tragen“, so beschreibt BVMW-Landesgeschäftsführer Günther Richter das wichtigste Kriterium des Wettbewerbs. Ministerpräsident Bodo Ramelow würdigte in seinem Grußwort die Leistungen des Thüringer Mittelstands: „Thüringen setzt auf Sie. Ob Handwerk, Dienstleistung oder Industrie: Der Thüringer Wirtschaft gelingt es auf beeindruckende Weise, national und international neue Märkte zu erobern und sich dort zu behaupten.“ BVMW-Präsident Mario Ohoven lobte das Engagement des Thüringer Mittelstandes als wirtschaftlichen Motor Ostdeutschlands: „Sie haben allen Grund, stolz auf Ihre Leistungen und Erfolge zu sein. Bei der Industriedichte rangiert Thüringen heute bundesweit auf Platz eins, mit der geringsten Arbeitslosigkeit Ostdeutschlands.“

Weitere Ehrengäste, die den Mittelständlern Reverenz erwiesen, waren der Vizepräsident des Thüringer Landtages, Uwe Höhn, der Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, Wolfgang Tiefensee, und Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein.

Foto oben: Michael Voigt

Weihnachtsgewinnspiel

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Liebe Leserinnen und Leser,

herzlich willkommen beim BVMW Weihnachtsgewinnspiel zum Jahresausklang. Mit ein bisschen Glück können Sie einen unserer Preise gewinnen und Ihren weihnachtlichen Gabentisch damit bereichern.

Als aufmerksamer Leser dieser Ausgabe wird es Ihnen leicht fallen, die nachfolgenden fünf Fragen zu beantworten. Notieren Sie die Antworten in der Reihenfolge von 1 bis 5 und schicken Sie diese zusammen mit Ihrer Anschrift bitte an mittelstand@bvmw.de.

Als Hauptpreis verlosen wir unter den richtigen Einsendungen einen Montblanc PIX Black Kugelschreiber, die Gewinner des zweiten Preises erhalten eines von drei Sandokan-Präsent-Sets, die Gewinner des dritten Preises eine von zehn Kahla-Espresso-Tassen.

Viel Spaß beim Mitmachen und Gewinnen.

  1. Wie heißt die neueste Innovation von Montblanc?
  2. In welcher Ortschaft betreibt Christine Berger mit ihrer Tochter Dorothee den Sanddorn-Garten?
  3. Seit wann fertigt die Firma Müller GmbH im sächsischen Seiffen erzgebirgische Handwerkskunst?
  4. In welchem Verlag erscheint das Buch „Wirtschaft verstehen“ von Thomas Ramge und Jan Schwochow?
  5. Wie heißt der Jungunternehmer, der vor kurzem zum „Botschafter Junger Mittelstand Münsterland“ ernannt wurde?

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Die Redaktion wünscht Ihnen und Ihren Familien ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start ins Neue Jahr!

Einsendeschluss: 19. Dez. 2016

BVMW trauert um Erhard Schiöberg

schioeberg3-n Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft trauert um Erhard Schiöberg, der im Alter von 71 Jahren nach schwerer Krankheit verstarb. Er war seit 1995 als Leiter der Kreisverbände in Südthüringen tätig. Ihm lagen dabei vor allem die Existenzgründung und -sicherung mittelständischer Firmen am Herzen. Schiöberg hatte bei Zeiten vorgesorgt und damit begonnen, die Leitung der Geschäftsstelle Südthüringen schrittweise an Peter Stolle zu übergeben. Trotz allem war er weiterhin im Wirtschaftsleben präsent. Mit seinem Tod verliert der Verband einen überaus geschätzten Mitarbeiter, der sich durch hohe Einsatzbereitschaft und Loyalität hervortat. Der BVMW behält Erhard Schiöberg in dankbarer und respektvoller Erinnerung.

Impressum

Der Mittelstand.

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BVMW – Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e. V.
Präsident Mario Ohoven
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Druckauflage: 31.000 (3/2016)

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Präsident: Mario Ohoven

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